Gewinn mit Wermutstropfen
16.06.2026 Bremgarten, FinanzenStatt mit einem Verlust von rund 54 000 Franken schliesst die städtische Rechnung mit einem Gewinn von rund 175 000 Franken. Entsprechend gabs Lob und ein klares Ja der Bürgerinnen und Bürger. Aber auch mahnende Worte.
Nach zwei Jahren mit hohen Verlusten ...
Statt mit einem Verlust von rund 54 000 Franken schliesst die städtische Rechnung mit einem Gewinn von rund 175 000 Franken. Entsprechend gabs Lob und ein klares Ja der Bürgerinnen und Bürger. Aber auch mahnende Worte.
Nach zwei Jahren mit hohen Verlusten weist die Rechnung der Einwohnergemeinde 2025 wieder einen Gewinn aus. Respektive schliesst sie letztlich mit einer glatten 0 – weil man sich bekanntlich vor drei Jahren dazu entschloss, mit allfälligen städtischen Gewinnen einen Vorfinanzierungsfonds einer neuen Sportanlage Bärenmatte zu äufnen.
«Das ist erfreulich. Es ist ein guter Abschluss», konstatierte Fiko-Präsident Markus Locher nach den Ausführungen des Stadtammanns und vor dem klaren Ja des Souveräns zur Rechnung. Doch Locher hob auch den Mahnfinger. «Die tieferen Steuereinnahmen im Vergleich zum Budget müssen uns beschäftigen», bekräftigte er.
Steuern unter den Erwartungen
In der Tat war das Plus nicht primär durch die erhofft höheren Steuereinnahmen zustande gekommen. Zwar machte sich der höhere Steuerfuss auf der Einnahmenseite naturgemäss bemerkbar und half bei der Stabilisierung der Finanzen – «es war deshalb rückblickend ein richtiger Entscheid», wie Stephan Troxler anmerkte –, doch sie fielen niedriger aus als prognostiziert. Sowohl die natürlichen Personen (– 752 000) als auch die juristischen Personen (– 269 000) spülten weniger Geld in die Stadtkasse als budgetiert. Zusammen fast eine Million. «Man muss sich etwa fragen, warum wir im Vergleich zu anderen Gemeinden kaum Steuernachträge hatten», fand der Stadtammann, der im Hinblick aufs laufende Jahr auf eine positivere Entwicklung hofft.
Viel Unvorhersehbares
Das unverhoffte Plus kam stattdessen aufgrund von anderen Mehreinnahmen (etwa Quellen- und Grundstückgewinnsteuern) zustande, wo man von glücklichen Effekten profitierte. Zudem war die Ausgabendisziplin durchs Band vorhanden. Dennoch bleibt die finanzielle Lage fragil. Zumal vieles kaum beeinflussbar bleibt. Das birgt auch für die Fiko grosses Gefahrenpotenzial im Hinblick auf die Zukunft. «Beispielsweise haben sich die Pflegefinanzierungskosten im Vergleich zu 2022 verdoppelt», bemerkte Präsident Locher. Mittlerweile machen sie 7,5 Prozent des Gesamtaufwands der Stadt aus. «Für notabene bloss rund 70 stationäre und etwa 60 ambulante Fälle», wie Troxler ergänzte. «Man muss sich bloss einmal vorstellen – und das kann ohne Weiteres passieren –, was los ist, wenn diese Fallzahlen plötzlich stark ansteigen.»
Lob für die Buchhaltung
Der Stadtammann und der Fiko-Präsident sind sich deshalb einig: «Wir hoffen, dass der Druck der Gemeinden auf den Regierungsrat endlich Wirkung zeigt und wir hier vom Kanton künftig stärker unterstützt werden.» Dann sind städtische Rechnungen in Zukunft etwas weniger von Fügungen und Zufällen abhängig. Zumal es an anderer Stelle nicht zu hapern scheint – wird doch die städtische Finanzleiterin Mirjam Zedi seit Jahren von allen Exponenten für ihre einwandfrei saubere und gewissenhafte Buchführung gelobt. Auch am Donnerstag war das wieder so.
--huy
