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17.03.2026 Sport, Handball1. Liga: TV Muri – SG Kriens-Emmen 32:30 (17:19)
Plötzlich hat der TV Muri die Aufstiegsspiele in den eigenen Händen. Die Freiämter gewinnen ihre Partie gegen Kriens-Emmen vor 280 Zuschauern dank einer starken Mentalität in der Schlussphase. Und ...
1. Liga: TV Muri – SG Kriens-Emmen 32:30 (17:19)
Plötzlich hat der TV Muri die Aufstiegsspiele in den eigenen Händen. Die Freiämter gewinnen ihre Partie gegen Kriens-Emmen vor 280 Zuschauern dank einer starken Mentalität in der Schlussphase. Und weil Ehrendingen überraschend verliert, ist der Showdown in zwei Wochen immer wahrscheinlicher.
Knapp 50 Minuten lang rennt der TV Muri gegen Kriens-Emmen einem Rückstand hinterher. Mit mehr als vier Toren lassen die Freiämter aber die Luzerner nicht davonziehen. Dann folgt die grosse Wende. Und dies in der Schlussphase, wie schon vor einer Woche gegen Willisau. Ilias Mrose bringt in der 51. Minute die Einheimischen mit 27:26 in Führung. In der Bachmattenhalle herrscht nun riesige Stimmung. Das Publikum, das die Mannschaft schon zuvor zu Höchstleistungen angepeitscht hat, legt jetzt noch eine Schippe drauf. Die Bachmattenhalle verwandelt sich in einen Hexenkessel.
Wey hat Nerven aus Stahl – und Rütimann ist zur Stelle
Die jungen Wilden des TV Muri werden dadurch buchstäblich zum Sieg getragen. Die Gäste lassen sich aber nicht so einfach abschütteln und gleichen den Spielstand mehrmals aus. Auf die 29:28-Führung (56.) haben sie aber keine Antwort mehr. Die Murianer haben Feuer gefangen und ziehen innert weniger Minuten auf 31:28 davon. Nerven aus Stahl beweist dabei Levi Wey. Zwischen der 49. und 60. Minute verwandelt er gleich drei Siebenmeter. Einer wichtiger als der andere. Auch die drei Paraden innert Kürze von Torhüter Ivo Rütimann tragen zur Wende bei. Die Gäste, die in den vergangenen Wochen das Feld von hinten aufgerollt haben, werden zu Statisten degradiert. «Ich finde es grossartig, wie sich die Jungs in der zweiten Halbzeit am Kragen herausgezogen und ohne Ende gekämpft haben. Nach dem Motto ‹Feuer frei› haben sie nach der Pause Gas gegeben», sagt Trainer Björn Navarin.
Durchzogene erste Halbzeit
In der ersten Halbzeit war Muri, wie meist in den vergangenen Wochen, anfällig für Fehler. Zu viele leichte Tore wurden zugelassen. Leidtragende waren dabei auch die beiden Torhüter, die von der Abwehr zu wenig Unterstützung erhielten und dementsprechend machtlos waren. Die 19 Tore, die man vor der Pause kassiert hatte, sprechen Bände. Die Verunsicherung in der Abwehr übertrug sich auch auf das Angriffsspiel. Zu viele falsche Entscheidungen und Fehlwürfe prägten in dieser Phase das Spiel der Murianer. Da sich auch bei den Luzernern einige Unsauberkeiten einschlichen, war die Partie kein Augenschmaus. Statt Spielfluss und Handball-Ästhetik waren Kampf und Krampf angesagt. «Es kann sein, dass der Blick auf die Rangliste mit den Spielern etwas macht. Ich versuchte ihnen aber einzutrichtern, dass wir nichts zu verlieren haben und nur etwas gewinnen können», meint Björn Navarin.
Showdown gegen Cordas?
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Abwehr stabiler. Nun kassierte Muri nur noch elf Tore. Damit und vor allem mit der Kampfmentalität wurde die Basis für den späteren Sieg gelegt. Die Energie, die vom Publikum aus ging, übertrug sich nun auch auf die Mannschaft. Während Muri einen Zacken an Intensität zulegte, kamen die Gäste, je länger die Partie dauerte, desto mehr an ihre Leistungsgrenze.
Mit diesem Sieg und der überraschenden 27:28-Niederlage von Ehrendingen in Willisau können sich die Freiämter aus eigener Kraft für die Aufstiegsspiele qualifizieren. Mit einem Sieg am kommenden Samstag (18 Uhr) in Altdorf käme es eine Woche später in Muri beim Direktduell gegen Ehrendingen – das Team von Ex-Muri Trainer Zoltan Cordas – zum Showdown um die Aufstiegsspiele. --tvm

