Neujahrsapéro in der Gemeinde Widen mit nachdenklichen Worten und einer neuen «Königin»
Trotz frostiger Temperaturen versammelten sich zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner traditionsgemäss draussen vor dem Gemeindehaus zum Neujahrsapéro. ...
Neujahrsapéro in der Gemeinde Widen mit nachdenklichen Worten und einer neuen «Königin»
Trotz frostiger Temperaturen versammelten sich zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner traditionsgemäss draussen vor dem Gemeindehaus zum Neujahrsapéro. Bei Wurst, Punsch und Dreikönigskuchen bot sich Gelegenheit für Begegnungen, Gespräche und einen gemeinsamen Ausblick auf das neue Jahr.
Sabrina Salm
Gemeindeammann Peter Spring zeigte sich erfreut über die grosse Beteiligung. Der Anlass sei ein wichtiger Moment des Zusammenkommens, gerade in einer Zeit, die von vielen Unsicherheiten geprägt sei. In seiner Ansprache schlug der Ammann denn auch nachdenkliche Töne an. Die schrecklichen Ereignisse in Crans-Montana hätten ihn tief bewegt. «Eine solche Katastrophe ist kaum in Worte zu fassen und stellt für eine Gemeinde das Schlimmste dar, was passieren kann», so Spring. Gleichzeitig habe das Unglück eindrücklich vor Augen geführt, welche immense Arbeit Helferinnen und Helfer, medizinisches Personal sowie die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten leisten. Ihnen sprach Spring grossen Dank, Anerkennung und Respekt aus.
Zusammenstehen gewinnt an Bedeutung
Auch auf internationaler Ebene sei der Jahresbeginn von beunruhigenden Nachrichten überschattet worden. Der Angriff auf Venezuela verbreite Angst und Sorge. Die ersten Tage des neuen Jahres hätten damit alles andere als hoffnungsvoll begonnen. «Vieles davon liegt ausserhalb des eigenen Einflussbereichs», so der Ammann. Umso wichtiger sei es, den Fokus auf das zu richten, was im Kleinen möglich sei. «Nähe schaffen, aufeinander zugehen. Ob in der Familie, im Dorf und unter Menschen, die sich vielleicht noch kaum kennen. Zusammenhalt bleibt eine zentrale Aufgabe.»
Trotz der ernsten Einordnung wollte Spring bewusst nicht beim Trübsalblasen stehen bleiben. «Auf Gemeindeebene können wir in Widen zuversichtlich nach vorne schauen», sagt er. Der Neujahrsapéro war zugleich der erste offizielle Auftritt der neu gewählten Gemeinderätin Susanne Gygax. Krankheitsbedingt abwesend war die ebenfalls neue Gemeinderätin Louisa Springer. Die Frauen vervollständigen den bereits bisherigen Rat mit Gemeindeammann Peter Spring, Vizeammann Beat Suter und Gemeinderat Christian Moser. Der Ammann zeigte sich erfreut über die neue Zusammensetzung des Rates und blickte der Zusammenarbeit mit Vorfreude entgegen.
Bevölkerung aktiv einbeziehen
Ein wichtiger Schwerpunkt der kommenden Monate wird die Erarbeitung der neuen Legislaturziele für die Periode 2026 bis 2029 sein. «Noch sind diese nicht definiert», betonte Spring. Der Gemeinderat wolle diesen Prozess bewusst offen gestalten und die Bevölkerung aktiv einbeziehen. Geplant sind zwei Workshops im Februar, in denen zunächst Ideen gesammelt und anschliessend konkretisiert werden. Ziel sei es, strategische Schwerpunkte zu entwickeln, die breit abgestützt sind und die Bedürfnisse der Gemeinde widerspiegeln. Besonders wünscht sich der Gemeinderat die Teilnahme jüngerer Einwohnerinnen und Einwohner. «Schliesslich geht es um ihre Zukunft.» Bis heute Freitag, 9. Januar, kann man sich für den Workshop bei der Gemeinde anmelden unter kanzlei@widen.ch oder 056 649 29 19.
Neben politischen Themen kam am Neujahrsapéro, der von der Verwaltung organisiert wurde, auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Beim traditionellen Dreikönigskuchen hatte eine Besucherin besonderes Glück: Die fünfjährige Malin fand den König in ihrem Stück. Sie wurde zur «Königin von Widen» gekrönt und erhielt als Anerkennung einen Gutschein der Bäckerei Stutz. Ein kleiner, aber symbolischer Moment, der dem Anlass eine heitere Note verlieh.