Männerchor an der «Schlacht am Stoss 1405»
Kürzlich war der Männerchor Widen auf Vereinsreise. Er erfuhr dabei Eindrückliches über ein vor langer Zeit stattgefundenes Ereignis.
Eingeladen in seine Heimat waren die noch ...
Männerchor an der «Schlacht am Stoss 1405»
Kürzlich war der Männerchor Widen auf Vereinsreise. Er erfuhr dabei Eindrückliches über ein vor langer Zeit stattgefundenes Ereignis.
Eingeladen in seine Heimat waren die noch gut zwanzig Sängerkameraden von einem bewährten Innerrhoder, er ist aus dem Armenviertel Ried. Dort im Restaurant Freudenberg, hoch über dem Dorf, war die erste Station. Versprochen war, den Hauptort an diesem Tag von vier Seiten her zu beobachten. Das Thema «Schlacht am Stoss 1405» erfüllte sich zeitlich überraschend. Die Schlacht am Stoss» hat am 17. Juni 1405 stattgefunden, 621 Jahre und zwei Tage vor diesem Ausflug. Der hat sich interessanterweise an der Geschichte orientiert.
So war die Führung durchs Dorf Appenzell, 1071 «Abacella», des Abtes Zelle, geheissen. Im «Hof», heute ein historisches Restaurant, zog der äbtische Beamte den Zehnten ein, der Vogt thronte hoch oben in der Burg Clanx. Den Appenzellern wurde es zu bunt, sie lehnten sich auf, schleiften die Burg. Da verbündete sich der Abt des Klosters St. Gallen, Kuno von Stoffeln, mit dem Habsburger Herzog Leopold IV, sein Vater Leopold III. ist in der Schlacht bei Sempach 1386 gefallen.
Die Schlacht am Stoss fand am 17. Juni 1405 an einem entscheidenden, regnerisch-kalten Tag am Abhang zu Altstätten statt. Die habsburgische Streitmacht – 4000 Mann stark – zog bergauf. Die 400 Appenzeller Bergleute liessen 1200 von ihnen durch die «Letzi», dann rollten sie wie beim Vorbild Morgarten Felsbrocken auf die übermüdeten Habsburger und fielen mit ihren Hellebarden und Morgensternen fürchterlich in die Reihen. Verbürgt ist, dass die Frauen mit Sägessen und Mistgabeln entscheidend eingriffen. Die so geschlagenen Heerscharen konnten durch die von den eigenen Leuten verstopfte enge Letzi nicht zurück fliehen. Obwohl die Österreicher den Appenzellern zahlenmässig dreifach überlegen waren, liessen sie 330 Tote auf dem Schlachtfeld liegen, die Appenzeller nur zwanzig. Im Innerrhoder Landsgemeindelied heisst es dazu: «Da belehrte der Bauer den Deutschen …» Weil die Städte Winterthur, Konstanz und Feldkirch den Abt und die Habsburger mit grossen Kontingenten unterstützt und also verloren hatten, liess man die Appenzeller über hundert Jahre lang warten, bis sie 1513 endlich als 13. Stand in die Eidgenossenschaft aufgenommen wurden. 13. Tagsatzung in Baden. Der Männerchor Widen sang in Kapellen und Kirchen, vom Hohen Hirschberg herab in den Alpstein, und genoss den Tag sehr. Dass bei der Heimfahrt am Sammelplatz der damaligen Schlacht gleich auch noch die «Tour de Suisse» vorbeirauschte, war eine schöne Überraschung. Nach 81 Jahren verabschiedet sich der Männerchor Widen am Sonntag, 11. Oktober, in der reformierten Kirche Widen mit einem prächtigen Konzert.
--zg