Gegen alle Widrigkeiten
30.06.2026 Sport, SchwingenJoel Strebel holt sich mit starkem Notenblatt den Kranz am Nordostschweizerischen Schwingfest
Eine deftige Einteilung und heisse Temperaturen halten den Aristauer Joel Strebel nicht davon ab, als Gast den Kranz am Nordostschweizerischen zu holen. «Mir wurde nichts ...
Joel Strebel holt sich mit starkem Notenblatt den Kranz am Nordostschweizerischen Schwingfest
Eine deftige Einteilung und heisse Temperaturen halten den Aristauer Joel Strebel nicht davon ab, als Gast den Kranz am Nordostschweizerischen zu holen. «Mir wurde nichts geschenkt», sagt der 29-Jährige. Nun fehlt ihm nur noch der Innerschweizer Kranz, um seine Sammlung zu vervollständigen.
Stefan Sprenger
Im 1. Gang kriegt Joel Strebel gleich einen der Topfavoriten serviert. Gegen Damian Ott sieht es nach einem Gestellten aus. Doch mit der letzten Aktion, nur wenige Sekunden vor dem Ende, erwischt er den Freiämter Joel Strebel doch noch und gewinnt. «Ich wusste, er versucht es nochmals. Dass ich so kurz vor dem Ende noch verliere, ist natürlich schade», ärgert sich Strebel.
Starke Reaktion
Aber diese Niederlage ändert nichts am Fokus von Strebel. Er will den Kranz am Nordostschweizerischen in Güttingen (158 Schwinger, 11 000 Zuschauer). Und er zeigt eine starke Reaktion in den nächsten drei Gängen. Die beiden Teilverbandskranzer Michael Bernold und Janos Bachmann besiegt er mit der Maximalnote. Und auch Eidgenosse Marco Good besiegt er.
Jetzt war Joel Strebel – als Gast – ein Kandidat für den Schlussgang. Und so ging es gegen Werner Schlegel. Der Nordostschweizer besiegte den Freiämter schnell. «Ich mache einen Schritt nach vorne – und er erwischt mich», sagt Strebel, der sich mit dem Sieg im letzten Gang gegen Teilverbandskranzer Christian Bernold den Kranz sichert.
Den Schlussgang bestreiten Damian Ott und Werner Schlegel – beides Gegner von Strebel. Schlegel holte sich den Festsieg. Und für den Aristauer bleibt die Erkenntnis, dass er nach deftiger Einteilung und starkem Notenblatt diesen Kranz am Nordostschweizerischen mehr als verdient hat. Er setzt sich gegen alle Widrigkeiten durch.
Schlecht geschlafen
Mit 56.50 Punkten landet er auf Rang 7c. «Es war ja klar, dass es hart werden würde, wenn man als Gast an einem Teilverbandsfest antritt. Mir wurde nichts geschenkt», sagt Strebel, der zuletzt am Aargauer Kantonalen und auf dem Stoos jeweils auf dem geteilten 2. Rang abschloss. Seine vier Siege erreicht er allesamt ziemlich schnell. Bei den heissen Temperaturen sicherlich kein unbedeutender Faktor. «Ich habe mir noch eine Kühlweste zugelegt. Und in der Halle war es runtergekühlt. So konnte ich gut mit der Hitze umgehen», sagt Strebel, der nebst den Betreuern vom NWS-Verband auch Leonz Küng und seine Familie dabei hatte.
Am Montagmorgen sagt Strebel: «Ich habe nur wenig geschlafen und bin müder als sonst.» Aber er ist umso glücklicher, denn jetzt fehlt ihm in seiner Sammlung der Teilverbandsfeste nur noch der Innerschweizer. «Den Kranz wollte ich. Den Kranz habe ich.
Und ich bin gesund, das ist das Wichtigste.» Weiter geht es für ihn und die Freiämter Eidgenossen am Samstag, 11. Juli, am Weissenstein-Schwinget. Dort sind die drei Freiämter Eidgenossen (Strebel und die Döbeli-Brüder) und der Sarmenstorfer Pascal Joho dabei. Danach folgen der Rigi-Schwinget (19. Juli) und Mitte August das Nordwestschweizerische in Mümliswil-Ramiswil. «Das Ziel ist klar: der Kranz», sagt Strebel und weiss, dass er sich aktuell in einer sehr starken Form befindet.
Döbelis geben ihr Comeback
67 Schwinger, 850 Zuschauer und ein brütend heisser Samstag. Am Fricktaler Abendschwinget waren die vier Eidgenossen im Teilnehmerfeld am Ende auch zuvorderst in der Rangliste. Tim Roth (Rang 1a) und Andreas Döbeli (1b) teilten sich den Festsieg mit 57.50 Punkten vor Lukas Döbeli (2a) und Nick Alpiger (2b) mit je 57.25 Punkten. Der Schlussgang zwischen Tim Roth und Lukas Döbeli endete gestellt.
«Gewisse Unsicherheit noch zu spüren»
Die Döbeli-Brüder Andreas und Lukas aus Sarmenstorf gaben ihr Comeback. Während Lukas in dieser Saison schon Ernstkämpfe bestritt, war es für Andreas nach einem Jahr eine Rückkehr ins Sägemehl. Er riss sich das Kreuzband im Juli 2025 am Rigi-Schwinget. «Es lief sehr positiv. Für mich und auch für Lukas, der richtig gut geschwungen hat», sagt Andreas Döbeli. Er selbst sei grundsätzlich zufrieden, «auch wenn noch eine gewisse Unsicherheit zu spüren ist». Andreas Döbeli holt vier Siege und zwei Gestellte (gegen Eidgenosse Tim Roth und Kranzer Tobias Dünner). Dieselbe Statistik hat Lukas Döbeli. Seine beiden Gestellten sind gegen Nick Alpiger und Tim Roth.
Die anderen Schwinger des SK Freiamt finden nicht richtig in den Wettkampf und zeigen mehrheitlich durchzogene Leistungen.
--spr

