Geburtstagsparty mit Charme
27.08.2024 Mutschellen, WidenInspiration für alle Generationen
JAM-Fäscht und Pumptrackanlagen-Einweihung brachten Stimmung auf die Burkertsmatt in Widen
Auf dem Sport- und Freizeitzentrum Burkertsmatt wurde am letzten Samstag der Pumptrack offiziell eingeweiht. ...
Inspiration für alle Generationen
JAM-Fäscht und Pumptrackanlagen-Einweihung brachten Stimmung auf die Burkertsmatt in Widen
Auf dem Sport- und Freizeitzentrum Burkertsmatt wurde am letzten Samstag der Pumptrack offiziell eingeweiht. Ebenfalls feierte die Jugendarbeit auf dem Mutschellen ihr 30-jähriges Bestehen. Es war ein Festwochenende für alle.
Sabrina Salm
«Backflip, Backflip, Backflip», rief die Menge immer wieder. Ihre Rufe wurden erhört und die Showfahrer gaben den jubelnden Zuschauern, was sie wollten. Zur Einweihung des Mutscheller Pumptracks demonstrierten einige Top-Könner ihre Fahrkünste und glänzten mit Sprüngen wie «Three Sixty» und anderen Geschicklichkeiten sowie ihrer Schnelligkeit auf der Bahn.
Die Firma Velosolutions zeichnete für den Bau der Anlage, die zu den grösseren dieser Art gehört, verantwortlich. Die Rundstrecken bestechen mit Wellen, Kurven und neusten und beliebtesten Elementen. Unter anderem aus der Wallride (Holzwand), von welchen es in der Schweiz neben jener auf der Burkertsmatt nur noch eine weitere gibt. «Der Pumptrack bietet Fahrspass für alle Altersgruppen und Fahrniveaus», wirbt Baukommissionsmitglied und OK-Chef Neil Morgan. Davon überzeugen konnte man sich gleich selbst und so drehten alle Generationen ihre Runden.
Herrliche Stimmung
Die verschiedenen Generationen feierten auch gemeinsam am Jubiläumsfest der Jugendarbeit Mutschellen, das ebenfalls an diesem Wochenende auf der «Burki» stattfand. Bereits am Freitag begannen die Feierlichkeiten, denen viele Initianten wie Thomas Leitch oder Ewald Scholer beiwohnten. Auch frühere Jugendarbeiter liessen sich die Geburtstagsparty nicht entgehen. Sowohl am Freitag wie auch am Samstag sorgten viele verschiedene Bands und Künstler, unter anderem Knackeboul oder Cachita, für die musikalische Unterhaltung. Für die Kinder gab es verschiedene Attraktionen. «Es war ein gelungenes Fest mit einer herrlichen Stimmung», fassen die Organisatoren das Wochenende zusammen.
Die Jugendarbeit Mutschellen zelebriert mit dem zweitägigen «JAM-Fäscht» sein 30-jähriges Bestehen
Es gab viel zu entdecken auf der Burkertsmatt in Widen an diesem Wochenende. Das OK-Team des JAM-Fäscht hat einiges für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf die Beine gestellt. Der drei Jahrzehnte lange Einsatz für die Jugend wurde gebührend gefeiert.
Sabrina Salm
«Schön, wie sich die Jugendarbeit auf dem Mutschellen entwickelt hat» oder «toll, wie sie heute läuft» waren Sätze, die ehemalige «Kämpfer» für die Jugendarbeit sagten. Die Pioniere und ehemaligen Jugendarbeiter trafen sich zu Beginn der Festaktivitäten zum 30-Jahr-Jubiläum. Gemeinsam tauchte man in die Erinnerungen ein und tauschte Geschichten aus. Der Mann der ersten Stunde der Jugendarbeit auf dem Mutschellen war Thomas Leitch. Er brachte den Stein ins Rollen. So liess er es sich nicht nehmen, einige Worte an die Anwesenden zu richten und über die damalige Zeit und die Beweggründe zu sprechen. «Es war eine turbulente Zeit», erinnert er sich. «Besonders für die Jugendlichen. Sie hatten keinen Ort, an dem sie sein konnten. Sie waren auf dem Mutschellen nirgends willkommen.» Das sollte sich ändern. Seinen damaligen offenen Brief an die Gemeindevertreter bezeichnet Leitch selbst als bissig. «Heute würde ich ihn diplomatischer schreiben.» So kam der Brief bei den Behörden in den falschen Hals. «Zum Glück begegnete ich Pfarrer Ewald Scholer. Er brachte die Kirche wieder ins Dorf und vermittelte.»
Engagement hat sich gelohnt
Nach unzähligen Sitzungen, einer Bedürfnisabklärung und der Erstellung eines Leitbildes wurde dann ein Gemeindeverband mit Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg, Widen und später dann auch Oberwil-Lieli gebildet. 1994 wurde der Jugendtreff Grotte, in den ehemaligen Posträumen beim Bahnhof Berikon-Widen eröffnet. Schnell etablierte sich der Jugendtreff. Nachdem die «Grotte» einem Neubau weichen musste, war der Treff von 2005 bis 2011 im Bürgisserhus in Berikon unter dem Namen «Chilli». Seit 2011 nun, ist das JAM auf der Burkertsmatt zu Hause. «Die Jugendarbeit heute hat sich sehr professionalisiert und ist bei den Jugendlichen immer noch beliebt. Diese Entwicklung macht Freude.» Er dankte allen, die sich damals und heute für die offene Jugendarbeit Mutschellen eingesetzt haben. «Sie alle zeigten und zeigen einen unglaublichen Elan und enormes Engagement.» Es habe sich gelohnt und lohne sich weiterhin, ist ein gerührter und stolzer Thomas Leitch überzeugt. «Es ist schön zu sehen, wie heute verschiedenen Generationen miteinander feiern und verbunden sind.»
Qualität kommt vor der Quantität
Das OK-Team des JAM-Fäschts scheute keine Mühe. Es gab einiges zu tun und zu sehen für die Festbesucher. Die 30 Jahre Jugendarbeit wurden beispielsweise in einem Museum und in einer Diashow gezeigt. Jugendliche halfen tatkräftig mit – mixten alkoholfreie Getränke, verkauften Süssigkeiten oder verzierten die Leute mit Henna-Tattoos. Es gab eine Vorstellung des Zirkus Arabas und ganz viele Spielmöglichkeiten. Auf der Bühne sorgten die Musikerinnen und Musiker für Stimmung. Am Freitag spielten vorwiegend Bands mit einem Bezug zum Mutschellen. So hatte unter anderem der Co-Schulleiter der Schule Rudolfstetten, Simon Zehnder, einen Auftritt mit seiner Band oder machten auch die ehemaligen Jugendarbeiter Michael Möller und Sebastian Illing Musik. Bis spät in die Nacht heizte dann DJ DAJO, der auf dem Mutschellen aufwuchs, den Festbesuchern ein. Der Rapper und Beatboxer Knackeboul wusste, wie man das Publikum aus der Reserve lockt, und brachte am Samstag die Mutscheller zum Tanzen. Shootingstar Cachita eroberte die Bühne mit ihrem Latin-Sound, der perfekt zu diesem Spätsommerabend passte.
Das OK ist zufrieden mit dem Fest. «Es war eine wunderbare Atmosphäre mit sehr wertvollen Begegnungen», resümiert Jonathan, Joni, Blickenstorfer, Leiter der Jugendarbeit. Klar, hätten es noch ein wenige mehr Leute sein dürfen. «Vielleicht hat man das JAM-Fäscht zu sehr mit einem Fest nur für die Jugend assoziiert. Dabei war es für alle Generationen gedacht.» Diejenigen die kamen, genossen es auf jeden Fall. Tauchten in alte Zeiten ein, feierten die Gegenwart und freuten sich auf die Zukunft.






