Frauenpower bei den Chläusen
03.02.2026 Mutschellen, VereineDer Samichlausverein Mutschellen blickt an seiner GV auf eine intensive Saison zurück
Während Samichlaus und Schmutzli im Dezember im Rampenlicht stehen, sorgen beim Samichlausverein Mutschellen drei Frauen im Hintergrund dafür, dass ein jahrzehntealtes ...
Der Samichlausverein Mutschellen blickt an seiner GV auf eine intensive Saison zurück
Während Samichlaus und Schmutzli im Dezember im Rampenlicht stehen, sorgen beim Samichlausverein Mutschellen drei Frauen im Hintergrund dafür, dass ein jahrzehntealtes Brauchtum weiterlebt. Und sie suchen dringend Verstärkung.
Sabrina Salm
Vom 5. bis 7. Dezember 2025 waren parallel bis zu fünf Samichläuse mit ihren Schmutzli unterwegs. Sie besuchten rund 100 Familien mit insgesamt 215 Kindern in Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen. Dazu kamen öffentliche Auftritte in der Zentrumsbibliothek KiBiZi, einer Kita sowie im Alterszentrum Burkertsmatt. Am Waldrand hinter der reformierten Kirche Widen besuchten gut 110 Kinder den Samichlaus und die Schmutzli. Die letztjährige Saison war besonders fordernd, weil der 6. Dezember auf einen Samstag fiel. Alle verfügbaren Helfenden des Samichlausvereins Mutschellen standen im Einsatz. «Erstmals in der Vereinsgeschichte war der 6. Dezember bereits innerhalb einer Woche nach Anmeldestart ausgebucht», erzählt Nicola Huggel. Sie ist die Präsidentin des Samichlausvereins Mutschellen und seit vielen Jahren im Vorstand aktiv. «Wir sind für den guten Zweck unterwegs. Wenn alle Kosten bezahlt sind, wird der Rest gespendet.» In diesem Jahr konnte der Verein 1000 Franken an die Palme 26 in Widen spenden.
Wechsel im Vorstand
Seine Wurzeln hat der Samichlausverein im Turnverein Widen. Dort gehörte das «Chläusle» während Jahrzehnten zum Jahresprogramm. Als sich nach der Jahrtausendwende immer weniger Helfende fanden, wurde 2010 ein eigenständiger Verein gegründet, um den Brauch auf dem ganzen Mutschellen zu sichern und auch Menschen ausserhalb des Turnvereins einzubinden. An der diesjährigen GV des Vereins wurde Elsbeth Hüsser mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. Sie trat nach 15 Jahren Vereinsarbeit, davon neun Jahre im Vorstand, berufsbedingt zurück. Ihre Nachfolge übernimmt Michela Iten, die bereits bei der Vereinsgründung im Vorstand mitwirkte. Neben ihr und Nicola Huggel vervollständigt Madeleine Schläpfer den dreiköpfigen Vorstand. Sie sind die starken Frauen hinter den Chläusen. «Wir Frauen ziehen im Hintergrund die Fäden», sagt Huggel. Denn ja, es wirkt alles ruhig, vertraut und beinahe selbstverständlich, wenn der Samichlaus durch die Mutscheller Gemeinden zieht. Doch hinter den roten Gewändern und langen Bärten steckt viel Organisation. Der Vorstand organisiert Einsätze, stellt Routen zusammen, koordiniert Helfende, kümmert sich um Kostüme, Requisiten und Verpflegung. Ohne diese Arbeit gäbe es keinen einzigen Chlausbesuch.
Brauch weiterführen
Es ist eine Aufgabe, die sich vor allem im Dezember zur Hochleistung verdichtet. «Alles ist sehr kompakt», sagt Präsidentin Nicola Huggel. «Der Dezember ist extrem aufwendig und das in einer Zeit, in der bei allen sowieso schon viel läuft. Wir sind dann im Dauerstress.» Dessen müsse man sich bewusst sein. Trotzdem lohne sich der Aufwand. «Es macht einfach Spass.
Die leuchtenden Kinderaugen sind der verdiente Lohn für den Einsatz.» So gut der Verein funktioniert – die personellen Ressourcen sind knapp. Durch die hohe Nachfrage benötigt es mehr Leute. Seit Jahren versuchen sie, mehr Helferinnen und Helfer zu generieren.
Nur so könne man den Mitgliedern möglichst kurze, einmalige Einsätze zusagen, ohne dass sie aufgrund der hohen Belastung gleich wieder aussteigen. Besonders bei den Schmutzli sei die Situation angespannt. «Unser Anspruch ist es, zwei Schmutzli pro Samichlaus einzusetzen», erklärt Huggel. «Das ist entlastend, denn ein Schmutzli muss an sehr viel denken, von den Geschenken bis zu den richtigen Worten.» Nachwuchs zu finden, sei schwierig, auch weil gewisse Einsätze tagsüber stattfinden. «Reserve zu haben, wäre beruhigend», sagt Huggel und lacht. «Dann wären wir nicht immer so auf Nadeln.»
Gesucht werden nicht nur Chläuse und Schmutzli, sondern auch Fahrerinnen und Fahrer, Schminkerinnen sowie Menschen mit Organisationstalent. «Frischer Wind tut gut», sagt Huggel, auch neue Ideen seien willkommen. «Man muss nicht unbedingt in den Verein eintreten, sondern kann auch so helfen.» Wer allerdings an der Generalversammlung mitbestimmen will, kann gegen einen symbolischen Beitrag Mitglied werden. Ziel sei nicht Wachstum um jeden Preis, sondern genügend Flexibilität, um alle gewünschten Besuche ermöglichen zu können. «Das ist uns sehr wichtig.» Mit genügend Helfenden kann sichergestellt werden, dass dieser Brauch weitergeführt wird und der Samichlaus auch in Zukunft in den warmen Stuben die Kinderherzen erfreuen kann.
Informationen unter www.samichlausmutschellen.ch. Wer helfen möchte, kann sich direkt unter aktuar@samichlaus-mutschellen.ch melden.

