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26.06.2026 Kultur, Wohlen, KircheBeschwingtes Konzert des «Coro Minimo Bellunese» in der katholischen Kirche
Die virtuosen Sänger aus Venetien verstanden es, mit ihrem Auftritt in der katholischen Kirche die Zuhörerschaft zu begeistern. Der «Coro Minimo Bellunese», auf ...
Beschwingtes Konzert des «Coro Minimo Bellunese» in der katholischen Kirche
Die virtuosen Sänger aus Venetien verstanden es, mit ihrem Auftritt in der katholischen Kirche die Zuhörerschaft zu begeistern. Der «Coro Minimo Bellunese», auf Einladung des Circolo Acli nach Wohlen gekommen, stellte ein verbindendes kulturelles Element zwischen Schweizern und Italienern vor.
Salvatore De Rosa oblag es, als Präsident der Kultur- und Eventkommission des Wohler Circolo Acli die Gäste aus Belluno zum Acli-Fest willkommen zu heissen.
Gleichzeitig galt ein besonderer Dank dem Acli-Präsidenten Franco Narducci, dem es in minutiöser Kleinarbeit gelungen ist, die gerne gesehenen Gäste nach Wohlen einzuladen.
Der seit 1961 bestehende Chor verfügt über Erfahrungen auf internationaler Ebene, ist er doch schon in mehreren Ländern erfolgreich aufgetreten. Unter der Leitung seines Dirigenten Gianluca Nicolai holte sich der «Coro Minimo» verschiedene Auszeichnungen und gewann Anerkennung in mehreren Ländern, so auch der Schweiz.
Luigi Guarino und Daniela Colafato verstanden es, als Vorstandsmitglieder des Circolo Acli die einzelnen Lieder des umfangreichen Programms der rund 30 Sänger in italienischer und deutscher Sprache dem Publikum vorzustellen. Es gelang ihnen, die bunte Vielfalt der zum Teil aus früheren Jahrzehnten stammenden Heimatlieder spannend näherzubringen.
Ein Liebesbekenntnis an die Heimat
Das Lied «Bruder Sonne, Schwester Mond» aus dem gleichnamigen Film von Franco Zeffirelli aus dem Jahr 1972 wurde vom Leben des Heiligen Franziskus von Assisi inspiriert, von dessen Berufung bis zur Einführung der Franziskanerregel.
Der sorglose Sohn aus einer reichen Familie kehrte nach dem Krieg gegen Perugia zurück und änderte sein Leben. Er wurde letztlich zu einem anerkannten Anwalt der Armen und Ordensgründer.
Wie häufig vor längerer Zeit war die Auswanderung in Berg- und Alpenregionen ein Thema, das die Menschen stark beschäftigte und deswegen seinen Niederschlag auch in besonderen Heimatliedern fand. Das Gleiche gilt für Liebschaften, welche oft durch vorübergehende Trennung wegen Militärdienst oder Arbeit in der Fremde arg geprüft wurden. Eine aussergewöhnliche Melodie war «mi me ne so 'ndao» aus dem 18. Jahrhundert, mit welchem ein wehmütiger Gang durch Venedig besungen wurde. Unter «vorwärts» gedachte der Chor in einem Lied aus dem Jahr 1994 des friedlichen Übergangs zur Demokratie in Südafrika mit Nelson Mandela als erstem schwarzem Präsidenten. Zum Schlusspunkt des abwechslungsreichen Konzertabends avancierte das bald 100-jährige Lied «La Montanara» (die «Bergbewohnerin»). Dieses Lied wurde im Laufe der Jahre zu einer Berghymne und spricht von der Schönheit der Natur und der Sehnsucht. In der Schweiz kennt man «La Montanara» zudem als «Hymne» des Eishockey-Clubs Ambrì-Piotta, die jeweils bei Siegen des A-Clubs vom Publikum gesungen wird.
Ehrung an Circolo Acli
Ein echtes Handwerksprodukt durfte Acli-Präsident Franco Narducci als Geschenk der Gäste aus Belluno, der Alpenstadt 1999, entgegennehmen, ein aus Holz hergestelltes kleines Musikinstrument. Franco Narducci würdigte dankend den freundschaftlichen Kontakt zu den Sängern aus Venetien, die in Wohlen bestimmt weitere Freunde gewonnen haben.
Der «Coro Minimo Bellunese» umrahmte noch die sonntägliche Eucharistiefeier der «Missione Cattolica Italiana (MCI)» mit Don Luigi und verlieh diesem Gottesdienst als Auftakt zum festlichen Acli-Event eine feierliche Note.
Das Wochenende hat gezeigt, dass es Freude bereitet, zu erleben, wie Italiener und Schweizer gemeinsames Kulturgut zu pflegen verstehen. --tre

