Fi-Gö zum Zweiten
13.12.2022 Eishockey, SportFreiämter Eishockey-Derby geht an Fi-Gö
In einem spannenden Spiel schlägt der HC Fischbach-Göslikon den HC Wohlen Freiamt vor 160 Zuschauern mit 4:3.
Zum zweiten Mal in dieser Saison kreutzten der HC Fischbach-Göslikon und der HC ...
Freiämter Eishockey-Derby geht an Fi-Gö
In einem spannenden Spiel schlägt der HC Fischbach-Göslikon den HC Wohlen Freiamt vor 160 Zuschauern mit 4:3.
Zum zweiten Mal in dieser Saison kreutzten der HC Fischbach-Göslikon und der HC Wohlen Freiamt die Klingen. Diesmal verlief das Spiel aber deutlich enger. Während in der ersten Partie die «Indianer» von Fi-Gö noch mit 8:1 die Oberhand behielten, war das Spiel diesmal bis zuletzt umkämpft. Die Wohler «Huskies» hielten dagegen und zeigten viel Kampfgeist. Am Ende heisst es trotzdem 4:3 für Fi-Gö.
Ein Derby nach Mass
Eishockey, 3. Liga: HC Fischbach-Göslikon – HC Wohlen Freiamt 4:3 (0:0, 2:2, 2:1)
Über 160 Zuschauer auf der Wohler Eisbahn kommen auf ihre Kosten. Der HC Wohlen Freiamt kann das Derby bis zuletzt spannend halten. Fi-Gö-Spielertrainer Michel Simmen sagt: «Sie hätten sich einen Punkt verdient.»
Josip Lasic
Die letzten Sekunden laufen im Freiämter Derby. Wohlen versucht alles, um den Puck noch einmal nach vorne zu bringen. Zum Abschluss kommen. Irgendwie noch ausgleichen. Dann ertönt die Sirene. Fi-Gö gewinnt mit 4:3. Das Ziel der Wohler war, sich besser zu verkaufen als im ersten Derby dieser Saison. Da gab es eine 1:8-Niederlage gegen Fischbach-Göslikon. Das ist ihnen mit diesem Ergebnis definitiv gelungen. «Wenn es so eng ist, hätten wir gern irgendwie noch einen Punkt geholt», sagt Wohlen-Spielertrainer Patrick Siegwart. «Auch wenn das vielleicht nicht ganz verdient gewesen wäre.»
Damit stapelt Siegwart tief. Das Chancenplus lag zwar bei Fi-Gö. Da sich der Lokalrivale aber zum Saisonstart mit zahlreichen Spielern aus der 1. und 2. Liga verstärkt hat, war das für niemanden überraschend. Dass Fi-Gö aus seinen Möglichkeiten wenig machen konnte, lag an den Wohlern. Starke Defensivarbeit macht Fi-Gö das Leben schwer. Und geht alles schief, ist Wohlen-Keeper Fabian Klaas zur Stelle. Das erste Drittel endet torlos. Ein Teilerfolg für Wohlen, das im ersten Derby dieser Saison nach 20Minuten schon mit 1:3 hinten lag.
Mentale Stärke bei Wohlern
Nach 25 Minuten geht Fi-Gö trotzdem durch Christoph Frei mit 1:0 in Führung. Wohlen bleibt unbeeindruckt. Zwei Minuten später fällt der Ausgleich durch Michael Teuscher. Dann eine Schrecksekunde aus Wohler Sicht. Wenige Sekunden nach dem Ausgleich fällt das 2:1 für Fi-Gö. Marc Seiler ist der Torschütze. Der Genickbruch für Wohlen? Keineswegs. Sie bleiben unbeeindruckt. In der 35.Minute gleicht Teuscher erneut aus. Und das bei Wohler Unterzahl. «Ich muss ihnen ein grosses Kompliment machen», sagt Fi-Gö-Spielertrainer Michel Simmen. «Wohlen war taktisch sehr gut eingestellt. Deutlich besser als im ersten Derby. Wir waren nicht schlechter als damals. Sie waren besser.»
Auch das zweite Drittel endet ausgeglichen. 2:2. Der letzte Durchgang beginnt mit einem Paukenschlag. Wenige Sekunden nach dem Start erzielt Carlos Zuberbühler das 3:2 für Fi-Gö. Wohlen gibt alles, um nochmals auszugleichen. Fünf Minuten vor Schluss fällt nach einem Konter das 4:2. Erneut durch Zuberbühler. Und doch: Wenige Sekunden vor Schluss verkürzt Marc Imhof, erneut bei Wohler Unterzahl, auf 4:3 und hält damit die Chance auf den Punktgewinn zumindest für wenige Sekunden am Leben. «Wir haben bis zuletzt Vollgas gegeben und nicht aufgegeben. Den Spielern mache ich daher keinen Vorwurf. Wir haben gekämpft», sagt Siegwart. Simmen: «Das Einzige, wo ich dem Team einen Vorwurf mache, ist beim Powerplay. Wir kassieren zwei Gegentore in Überzahl. Das darf nicht passieren.»
Fi-Gö ist neuer Tabellenführer
Weder Wohlen noch Fi-Gö waren drückend überlegen, wie es in früheren Derbys häufig der Fall war. Statt eines Spiels, das schon früh entschieden ist, war das Duell bis zuletzt ausgeglichen und spannend. Sehr zur Freude der 162 Zuschauer auf der Eisbahn in Wohlen. Simmen: «Ich habe auch zu unseren Spielern in einer Drittelspause gesagt, dass sie die Atmosphäre einfach geniessen sollen», sagt der Fi-Gö-Spielertrainer. «So ein Derby macht fast mehr Spass, als mit 8:1 zu gewinnen. Wobei ich das nicht sagen würde, wenn wir am Ende nicht trotzdem den Sieg auf unsere Seite hätten ziehen können», fügt er mit einem Lachen an. «Noch einmal ein grosses Kompliment an die Wohler. Sie waren einer der härtesten Gegner in dieser Saison.» Ein grosses Lob. Immerhin ist Fi-Gö neuer Tabellenführer nach diesem Sieg. Eines, das Patrick Siegwart gern annimmt. «Wir haben das Glück, wieder etwas auf unsere Seite ziehen zu können. Im Gegensatz zum ersten Spiel, wo sie uns einfach überrannt haben, konnten wir auch konditionell besser mithalten. Darauf lässt sich aufbauen.» Obwohl die Enttäuschung nach der knappen Niederlage noch da ist, will man bei den «Huskies» daraus Motivation schöpfen, für die kommenden Duelle. Die nächsten Aufgaben werden nicht leichter. Siegwarts Team empfängt am nächsten Samstag den Tabellenzweiten aus Laufen, ehe es im neuen Jahr nach Herrischried geht. Fi-Gö ist sogar heute Dienstag, 20.45 Uhr, schon wieder im Einsatz. Die Fischbach-Gösliker gastieren bei den Argovia Stars, dem einzigen Gegner, der ihnen in der Hinrunde eine Niederlage zufügen konnte. Gegen Wohlen konnten sie sich auf diesen harten Gegner vorbereiten, mit dem sie noch eine Rechnung offen haben.
Das zweite Derby der Saison zwischen Wohlen und Fischbach-Göslikon konnte am Ende bei allen Beteiligten ein gutes Gefühl hinterlassen, auch wenn Wohlen sich für seinen Kampf dazu auch einen Punkt verdient hätte. Dennoch bleibt am Ende: ein Derby nach Mass.



