Ex-Wohler geht zum Meister
29.05.2026 Sport, FussballDer frühere FC-Wohlen-Spieler Simone Rapp beendet seine Karriere und wird Kaderplaner beim FC Thun
Der FC Wohlen war sein Sprungbrett. Simone Rapp legte dann eine starke Karriere hin, spielte in der Super League und im Ausland. Nun beendet der 33-Jährige seine ...
Der frühere FC-Wohlen-Spieler Simone Rapp beendet seine Karriere und wird Kaderplaner beim FC Thun
Der FC Wohlen war sein Sprungbrett. Simone Rapp legte dann eine starke Karriere hin, spielte in der Super League und im Ausland. Nun beendet der 33-Jährige seine Laufbahn als Profifussballer – und geht in die sportliche Leitung beim Schweizer Meister FC Thun.
Stefan Sprenger
Er muss unweigerlich lachen, wenn er an seine Zeit beim FC Wohlen denkt. «Das war schon aussergewöhnlich. Und jene Mannschaft von damals, all die Spieler, sie begleiteten mich stets in meiner Karriere. Es war und bleibt speziell», sagt Simone Rapp. Mit den damaligen FCW-Mitspielern verbindet ihn ein dickes Band.
Die Jungs der Sforza-Saison
Mit Mergim Brahimi spielte er zusammen in Wil, Flamur Tahiraj, Roman Buess oder Samir Ramizi sah er auf den Schweizer Fussballplätzen in den obersten Ligen. Mit dem Hägglinger Joel Geissmann ging er gar gemeinsam in die Schule (Bachelor in Betriebsökonomie). Alle waren damals Teil der unglaublichen Sforza-Saison, als der FC Wohlen lange Zeit auf dem Leaderthron der Challenge League war.
Der Tessiner Simone Rapp kam 2013 via FC Basel U21 zum FC Wohlen. Er spielte erst unter Trainer David Sesa, dann unter Ciriaco Sforza. In 62 Spielen erzielte er 21 Tore und gab acht Assists. Er sagt über seine Zeit im Freiamt: «Es war der richtige Verein zum richtigen Zeitpunkt. Ich konnte mich stark weiterentwickeln und konnte meine Profikarriere so richtig lancieren und habe dank Wohlen den Sprung in die höchste Liga geschafft. Ich bin dem FC Wohlen enorm dankbar.» Nach zwei Saisons, im Sommer 2015, geht er zum FC Thun in die Super League. Trainer Sforza macht ein paar Wochen zuvor denselben Weg vom FC Wohlen ins Berner Oberland.
Und Rapps Karriere nimmt so richtig Fahrt auf: Thun, Lausanne, St. Gallen, Neuchâtel Xamax und zwei Auslandserfahrungen in Rumänien (Sepsi Gheorghe) und Deutschland (Karlsruher SC). Seit 2024 ist er beim FC Wil. Dort, wo er letzte Woche seine Karriere beendet hat. «Es gibt verschiedene Gründe, dass ich jetzt meine Karriere beende. Es passt. Ich durfte als Profifussballer viel erleben, durfte bei tollen Klubs spielen. Den Traum, einmal in der 1. Bundesliga zu spielen, konnte ich mir nicht erfüllen. Aber der ist jetzt auch nicht mehr erreichbar», sagt Rapp. Einen neuen Verein suchen und sein Profi-Dasein irgendwie ausplempern lassen, das will er nicht. «Das macht für mich keinen Sinn.» Die letzten Spiele mit dem FC Wil konnte er geniessen, er wurde gefeiert, verabschiedet, es kullerten Tränen. «Alles gut, wie es ist», so der Familienvater.
Seine Karriere: 479 Pflichtspiele, 125 Tore, 38 Assists. In der Challenge League (235 Spiele, 59 Tore) und in der Super League (141 Spiele, 35 Tore) war Rapp ein bekannter Name. Ein Highlight: die internationalen Spiele in der Qualifikation zur UEFA Europa League.
«Ziel: Das Beste rausholen»
Simone Rapp hat seinen nächsten Schritt schon geplant. Und dieser ist bemerkenswert. Jener Club, von dem er 2015 von Wohlen den Sprung in die Super League schaffte, meldete sich diese Saison und bot ihm einen Job an: der FC Thun, der neue Schweizer Meister. Simone Rapp übernimmt die Rolle des Kaderplaners bei den Berner Oberländern. «Ein toller Job. In Thun sind super Leute mit viel Erfahrung. Auch der Zeitpunkt stimmt. Ich bin bereit für etwas Neues», sagt er. Dass er gleich in die sportliche Führung beim Schweizer Meister einsteigt, «ist eine grosse Herausforderung. Aber ich kenne den Verein, die Menschen, die Mentalität. Thun ist und bleibt bodenständig, auch wenn sie Meister sind. Ziel ist, nochmals das Beste rauszuholen», so Rapp.
Ohne den FC Wohlen «wäre all das nie passiert»
Natürlich weiss er, dass der erneute Meistertitel schwierig wird, «aber nichts ist unmöglich». Er analysiert den Erfolg des Aufsteigers wie folgt: «Sensationell. Beeindruckend. Der Titel zeigt, wie wichtig Konstanz und Vertrauen ist. Thun hat schwierige Jahre hinter sich. Man hat aber immer versucht, mit Ruhe und Vertrauen zu arbeiten, mit gezielten Transfers zu operieren. Am Ende hat es sich ausbezahlt mit diesem unglaublichen Meistertitel. Wer hätte das gedacht?», so Rapp, der ab diesem Sommer Thun-Sportchef Dominik Albrecht in der Kaderplanung und Transferabwicklung zur Seite stehen wird.
Simone Rapp meint: «Ich freue mich riesig auf diesen neuen Job.» Und er denkt happy zurück an seinen Weg und meint: «All diese tollen Dinge wären nie passiert, wenn ich damals nicht zum FC Wohlen gegangen wäre.»

