Endlich gehts los
14.08.2026 Bremgarten, BaugewerbeBärenmatt vor Umbau
Alterszentrum-Projekt kann losgehen
Viele Jahre lang hat man geplant, diskutiert, projektiert und abgestimmt – in gleich 10 beteiligten Verbandsgemeinden. Nun kann es endlich losgehen mit dem Um- und Ausbau inklusive ...
Bärenmatt vor Umbau
Alterszentrum-Projekt kann losgehen
Viele Jahre lang hat man geplant, diskutiert, projektiert und abgestimmt – in gleich 10 beteiligten Verbandsgemeinden. Nun kann es endlich losgehen mit dem Um- und Ausbau inklusive Modernisierung des Alterszentrums Bärenmatt. Nachdem die Baubewilligung erteilt und in Rechtskraft erwachsen ist, fahren die Bagger Anfang Oktober auf. --huy
Im Oktober soll mit dem grossen Umbau des Alterszentrums Bärenmatt begonnen werden
Nachdem die Baubewilligung rechtskräftig ist, kann das 38-Millionen-Projekt alsbald in Angriff genommen werden. Endlich – denn geplant wird daran seit rund 14 Jahren. Auch für Geschäftsleiter Roger Cébe wird der Spatenstich ein schöner Moment. Wenngleich die Bauphase einige Herausforderungen mit sich bringt.
Marco Huwyler
«Ich freue mich sehr», sagt Roger Cébe. Nur noch ein paar Wochen, dann fahren die Bagger auf vor der Bärenmatt. Anfang Oktober soll es so weit sein. Darauf kann getrost warten, wer sich so lange gedulden musste. Im Vergleich zu 14 Jahren sind sechs Wochen schliesslich quasi nichts. Und Cébe gehört zu jenen Personen, die tatsächlich von Anfang an in das Projekt involviert waren. Zuvor in anderer Funktion – seit 2016 als vorsitzender Geschäftsleiter der Regionalen Alterszentren Bremgarten, zu denen neben der Bärenmatt bekanntlich auch die Burkertsmatt in Widen gehört.
Künftig 90 Plätze
Die Bärenmatt in Bremgarten ist das ältere der beiden Altersheime. 1984 wurde es eröffnet. Entsprechend in die Jahre gekommen ist es mittlerweile. Die bestehende Anlage entspricht baulich und betrieblich nicht mehr den heutigen Anforderungen. Deshalb soll sie saniert und gleichzeitig erweitert werden. Ein Bedarf, den man frühzeitig erkannte. Seit 2012 arbeitet man an einem entsprechenden Projekt. Doch solches kann kompliziert sein. Zumal 10 Verbandsgemeinden als Besitzer das Ihrige zu solchen Vorhaben zu sagen haben. Und man fein säuberlich abklären muss, womit denn der alternden Bevölkerung der Region am besten gedient ist.
Ein bereits ausgearbeitetes Projekt wurde im Zuge dessen nochmals rundum überarbeitet und revidiert. Statt Alterswohnungen wurde auf zusätzliche Pflegeplätze umgesattelt. 90 statt 71 werden es am Ende sein. Dafür entsteht ein fünfgeschossiger Erweiterungsbau auf der Seite der Zugerstrasse. Das bestehende Gebäude wird rundum saniert. Und unter der Erde entsteht ein neues Parkhaus. Entgegen ursprünglichen Plänen wird dagegen die Parkanlage Richtung Reuss unangetastet bleiben.
Dank an die Nachbarn
Freilich bringt ein derart umfassendes, nach den Anpassungen 38 Millionen Franken teures Projekt (ursprünglich 25,8) auch seine Unannehmlichkeiten mit sich. Allem voran für den laufenden Betrieb und die in der Bärenmatt beheimateten Senioren. Wenn es losgeht im Oktober, werden diese indes vorerst – abgesehen vom Lärm und von der Baustelle rund um ihr Heim – von grösseren Auswirkungen verschont bleiben. Die erste Bauetappe widmet sich nämlich der Tiefgarage, die künftig 35 neue Parkplätze bietet.
Zu diesem Zweck braucht es eine grosse Baugrube. «Das wird auch neben dem Lärm zu Unannehmlichkeiten führen. Insbesondere im Bereich der Florastrasse», sagt Geschäftsleiter Cébe. Er möchte sich an dieser Stelle schon einmal für das Vertrauen und das Wohlwollen der Nachbarschaft bedanken, mit der man «in gutem Austausch» stehe.
Die Bewohner des Asylzentrums, die im Bunkersystem unter der Bärenmatt einquartiert sind, müssen gemäss Cébe mit keinen grösseren Einschränkungen rechnen. Entsprechend sollte auch einem Weiterbetrieb des kantonalen Zentrums für Asylsuchende in Bremgarten durch den Umbau nichts im Wege stehen.
Fluktuation regelt geringere Kapazität
Erst nach der Tiefgaragen-Bauetappe – in der zweiten Hälfte 2027 – ändert sich auch für den laufenden Betrieb des Alterszentrums einiges. «Wir gehen momentan von Juni 2027 aus», erklärt Cébe. Ab dann entsteht der Erweiterungsbau auf Seite Zugerstrasse. Danach, rund ein Jahr später, 2028, folgt auch noch die umfassende Sanierung und Modernisierung des Altbaus.
Die Kapazität des Alterszentrums muss in dieser Zeit ab Juni 2027 schrittweise von 71 auf 40 reduziert werden. «Natürlich ist das eine Herausforderung», sagt Cébe. Doch da die natürliche Fluktuation bei den Alterszentren Bärenmatt und Burkertsmatt pro Jahr bei rund 70 liegt, ist man bei den Regionalen Alterszentren zuversichtlich, dass keine Umquartierungen in externe Häuser vonnöten sein werden. «Indem wir frei werdende Zimmer und Betten nicht mehr belegen, sollte das möglich sein», sagt Cébe. Allenfalls werde zuweilen ein Zimmerumzug innerhalb eines Hauses notwendig. «Doch die Bewohnenden werden sich nicht um ihr Bett sorgen müssen», verspricht der Geschäftsführer.
Kein Stellenabbau
Gleiches gilt auch für die Arbeitsplätze des Personals. Einen Stellenabbau bei der Bärenmatt wird es trotz der rund dreieinhalbjährigen Bauzeit nicht geben. Obwohl die Reduktion der Pflegeplätze natürlich auch eine Reduzierung des Arbeitsaufwandes bedeutet. «Neben den baulichen Herausforderungen wird dies eine unserer grössten Challenges sein», sagt Cébe. «Es ist vorgesehen, durch verschiedene Anpassungen in den Arbeitszeitmodellen diesem Umstand Rechnung zu tragen.»
Ein Stellenabbau beim Pflegepersonal wäre langfristig ein Eigentor – denn nachdem der Um- bzw. Ausbau abgeschlossen ist, wird man in der Bärenmatt gar mehr Personal brauchen als heute. Logisch: Bei rund 30 Prozent mehr Kapazität im Vergleich zu heute fällt dann auch mehr Arbeit an. «Deshalb wird es vor der Fertigstellung des Projekts eine aktive Rekrutierung brauchen», sagt Cébe. «Wir hoffen und bauen auch auf den Umstand, dass das Projekt und die ‹neue Bärenmatt› potenzielle Arbeitnehmer ‹gluschtig› macht», sagt der Geschäftsführer. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2030 soll die dritte und letzte Bauetappe abgeschlossen sein.
Fertig bis zur Pension
Cébe selbst erfüllt das mit grosser Freude. «Wenn nun alles plangemäss über die Bühne geht, steht der Bau rechtzeitig zu meiner ordentlichen Pensionierung.» Eine runde Geschichte und wohltuende Genugtuung für ihn, der während eineinhalb Jahrzehnten unzählige Stunden mit dem Projekt verbracht hat. «Es ist eine der grössten Investitionen in der Verbandsgeschichte, die nun realisiert werden kann», sagt er zufrieden lächelnd. «Danke an alle Beteiligten, für die konstruktiven Inputs, das Durchhaltevermögen und das Vertrauen.»



