Ein Trio für das Geschichtsbuch
14.07.2026 Sport, SchwingenDie Freiämter holen drei Kränze am 75. Weissenstein-Schwinget
Nach langer Zeit sind die drei Freiämter Eidgenossen Joel Strebel sowie Andreas und Lukas Döbeli gleichzeitig an einem Schwingfest im Einsatz. Das Resultat sind drei Freiämter ...
Die Freiämter holen drei Kränze am 75. Weissenstein-Schwinget
Nach langer Zeit sind die drei Freiämter Eidgenossen Joel Strebel sowie Andreas und Lukas Döbeli gleichzeitig an einem Schwingfest im Einsatz. Das Resultat sind drei Freiämter Bergkränze. Auch Pascal Joho, Niklas Stocker und Dominic Strebel vertreten den SK Freiamt würdig.
Josip Lasic
Der Schwingklub Freiamt feiert. Am 75. Weissenstein-Schwinget stechen die Freiämter besonders heraus. Sie holen gleich drei der insgesamt 16 Kränze, die auf dem Solothurner Hausberg verteilt wurden. «Ich bin mir nicht mal sicher, ob es das schon einmal gab. Das könnte ein Novum sein, dass der Klub drei Bergkränze holt», sagt Andreas Döbeli, der sein Comeback feiern konnte. Dass der Sarmenstorfer nach seinem Kreuzbandriss im Juli 2025 wieder mitwirken konnte, versüsst den Freiämtern den Erfolg zusätzlich. Zum ersten Mal seit 2024 standen wieder alle drei Freiämter Eidgenossen gemeinsam im Sägemehl.
Zweimal unter Zugzwang
Dabei sah es zunächst nicht nach einem solchen Erfolg aus. Andreas Döbeli verlor den ersten Gang gegen Teilverbandskranzschwinger Janos Bachmann. Joel Strebel musste sich gegen den Eidgenossen Christian Biäsch geschlagen geben. Döbeli blieb aber im Anschluss unbeeindruckt. «Es war ein schlechter Gang von mir. Hätte ich im zweiten gestellt, wäre es mental schwierig geworden. Aber ich konnte die nächsten drei Gänge gewinnen. Es war noch nicht alles optimal, aber ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden.» Manuel Weber, Fabien Jacquaz und Hugo Schläfli müssen gegen den 28-Jährigen unten durch. Gegen den Eidgenossen Martin Roth stellt Döbeli. Im sechsten Gang gibt es gegen Aron Kiser wieder einen Sieg.
Im Vorfeld des Schwingfestes hat Döbeli gesagt, dass ihm nach seiner Verletzung noch die Wettkampfpraxis fehlt. Diese fängt er jetzt an zu sammeln. «Es läuft mit jedem Gang besser. Ich muss dranbleiben, dann kommt das schon gut.»
Ein wenig harziger lief es bei Joel Strebel. Nach dem verlorenen Gang gegen Biäsch stellt er gegen Aron Kiser. «Danach war ich schon ziemlich unter Zugzwang. Es war zäh. Ich bin irgendwie nicht richtig in die ersten beiden Gänge reingekommen.» Danach dreht der Aristauer allerdings auf. Gegen Clemens Krebs, Silvan Zbinden und Andy Signer zeigt er seine Klasse und gewinnt dreimal nacheinander. Im letzten Gang gegen Marco Good reicht ein «Gestellter», damit auch Strebel einen Kranz auf dem Weissenstein holt. «Das war auch das Ziel. Aber ich weiss, dass mehr möglich gewesen wäre. Natürlich, die drei Gänge, die ich gewonnen habe, waren gut. Aber ich weiss, dass ich mehr kann und als Sportler will man immer das Maximum herausholen. Aber es gibt so Tage, wo es nicht richtig laufen will.»
Ein Statement von Lukas Döbeli
Für Lukas Döbeli hingegen lief der Auftakt nach Mass. Er bodigte Domenic Schneider mit der Maximalnote. Allerdings kam bei ihm der Motor nachher auch kurz ins Stottern. Die nächsten zwei Gänge liefen nicht wie gewünscht. Ein «Gestellter» gegen Thomas Kuster und eine Niederlage gegen Damian Ott warfen den Sarmenstorfer zurück. «Ja, diese beiden Gänge liefen nicht gut. Im Dritten wäre zumindest ein ‹Gestellter› drin gelegen. Es gibt schon noch einiges zu verbessern.» Die nächsten drei Gänge konnte Lukas Döbeli aber wieder für sich entscheiden. Leon Pellet, Nicola Funk und Paul Tornare mussten sich gegen den 26-Jährigen geschlagen geben. «Das Ziel war der Kranz. Die Pflicht habe ich erfüllt. Wenn mir jemand ein solches Resultat vor dem Schwingfest angeboten hätte, hätte ich sofort unterschrieben», sagt der jüngere der Döbeli-Brüder zufrieden. «Vor allem der erste Gang war ein Statement von mir. Danach gab es natürlich auch schlechte Gänge, aber insgesamt bin ich zufrieden. Schön war vor allem auch, dass wir drei Freiämter Eidgenossen mal wieder gemeinsam starten konnten und alle einen Kranz gewonnen haben.»
Joho, Stocker und Dominic Strebel mit soliden Auftritten
Neben den drei Eidgenossen standen noch drei weitere Freiämter im Sägemehl. Pascal Joho konnte vier Gänge stellen und zweimal gewinnen. «Ich bin eigentlich ganz zufrieden. Das Schwingfest konnte ich ungeschlagen beenden und das, obwohl ich mühsame Gegner hatte.» Sein Ziel war, angriffiger zu schwingen als noch auf dem Stoos. «Das ist mir gelungen. Ich hatte den Eindruck, als wollten die Gegner in erster Linie gegen mich stellen. Es lief definitiv besser als auf dem Stoos und ich konnte auch teamdienlich schwingen.» Der Sarmenstorfer verweist auf seinen vierten Gang, wo er gegen Andrin Habegger stellen konnte und diesen im Rennen um die Kränze zurückgeworfen hat, was seinen Vereinskollegen zugute kam.
Der Boswiler Niklas Stocker und Dominic Strebel aus Kallern wurden sehr kurzfristig für den Weissenstein-Schwinget nachselektioniert. «Sie haben es gut gemacht. Beide kamen in den Ausstich», so Joho. Stocker verlor nur einen Gang bei zwei Siegen und drei «Gestellten». Strebel verlor zwar dreimal, konnte aber auch zwei Gänge gewinnen und einmal stellen.
Rigi-Schwinget als nächste Herausforderung
Im Schlussgang konnte Nick Alpiger den Festsieg gegen Sinisha Lüscher sichern. Für die Freiämter war es dennoch ein historisch guter Auftritt mit den drei Bergkränzen. Als Nächstes wartet am kommenden Sonntag der Rigi-Schwinget auf die Freiämter. Neben den drei Eidgenossen sind auch Pascal und sein Bruder Philip Joho selektioniert. Andreas Döbeli sagt: «Wir gehen jetzt mit der gleichen Einstellung auf den Rigi und wollen das Maximum rausholen.» Einfach wird es allerdings nicht. «Mit 30 Eidgenossen wird es definitiv eine Herausforderung», sagt Joel Strebel. Pascal Joho: «Es wird brutal hart. Aber die Vorfreude wird gross und wir sind motiviert.»


