Ein komplett neuer Bahnhof
03.07.2026 Bremgarten, Verkehr, BaugewerbeBaustelle Isenlauf
Neuer Bahnhof entsteht in Bremgarten
Gebaggert wird zwar seit Wochen. Doch erst in diesen Tagen beginnen die eigentlichen Arbeiten an der Zughaltestelle Isenlauf. Hier entsteht in den nächsten Wochen ein komplett neuer Bahnhof. Das Perron wird künftig fast doppelt so lang wie bisher. Und auch sonst ändert sich am Erscheinungsbild einiges. Insbesondere beeinträchtigte Menschen sollen von den Neuerungen profitieren. --huy
Die Isenlauf-Haltestelle erscheint bald in neuem Gewand und wird benutzerfreundlicher
Vor Wochen schon sind die Bagger aufgefahren. Nach den Vorbereitungsarbeiten intensivieren sich die baulichen Tätigkeiten diese Tage. Die Arbeiten zur vollständigen Modernisierung des Bahnhofs Isenlauf haben bald eine temporäre Sperrung der Zugstrecke zur Folge.
Marco Huwyler
Wer rund um die St. Josef-Stiftung wohnhaft ist – oder dort ein und aus geht – braucht mal wieder Geduld. Beziehungsweise eine hohe Lärmtoleranz. Nachdem die Stiftung mit dem Neubau ihres Hauses Allegra rund drei Jahre lang für einen hohen Geräuschpegel sorgte, machte sich die AVA im Vorjahr an die Komplettsanierung der Bahnstrecke. Und diese AVA doppelt nun gleich nochmals mit einem lärmintensiven Bauprojekt nach.
Vor den Toren der Stiftung entsteht in diesen Tagen ein rundum erneuerter Bahnhof Isenlauf. «Wir hätten die beiden Projekte eigentlich gerne miteinander verbunden», sagt Michael Briner, Kommunikationsverantwortlicher der AVA. Doch weil für die Streckenarbeiten und die Haltestellen-Modernisierung separate Bundesbewilligungen vonnöten gewesen seien – und die Mühlen in Bern bekanntlich langsam mahlen – liessen sich die Bauvorhaben letztlich nicht kombinieren. Und so sind vor rund einem Monat erneut die Bagger aufgefahren im Isenlauf-Quartier.
Perron wird deutlich länger
Hier sorgen sie in diesen Tagen dafür, dass die Haltestelle Isenlauf bald in einem komplett neuen Gewand daherkommt. Bislang dienten die Arbeiten – während der «Bauphase 0» – bloss den Vorbereitungen. Die Baupiste wurde erstellt, Absperrungen gesetzt und Provisorien vorbereitet. Seit dieser Woche geht es aber ans Eingemachte.
Die AVA erstellt beim Isenlauf ein komplett neues Perron. Mit 115 Metern wird es wesentlich länger sein als das Bisherige. Rund 50 Meter zusätzlich gehören künftig zum Bahnhof und dienen als Ein-, Ausstiegs- und Wartefläche. «Wie überall, wo wir in den letzten Jahren baulich tätig waren, ist das neue Perron im Hinblick auf die Zukunft für Dreifach-Traktionen angelegt», begründet Briner. Das heisst, dass künftig im Isenlauf auch überall zu- und ausgestiegen werden kann, wenn die Züge dereinst ein Drittel länger daherkommen als heute – und entsprechend mehr Passagiere befördern.
Wichtiger Schritt punkto Gleichstellung
Die Verlängerung des Perrons erfolgt in Richtung Reussufer. Der neue Bahnsteig wird im Gegensatz zu bisher auf seiner gesamten Länge behindertengerecht. Bislang war im Isenlauf hindernisfreier Ein- und Ausstieg nur bei einzelnen Zugtüren möglich – weil das Perron nicht überall die gleiche Höhe aufwies. «Ein Umstand, der sich aus der Kurvenlage eines Teils der Haltestelle ergab», erklärt Briner.
Nun werden die Unterschiede nivelliert, was durch die Versetzung bzw. Verlängerung des Perrons im geraden Streckenabschnitt möglich wird. Für Briner ein ganz wichtiger Schritt. «Die Behindertentauglichkeit ist hier, gleich vor der Stiftung, natürlich doppelt wichtig.» Da viele St. Josef-Klienten auf den ÖV angewiesen sind, erleichtert das Bahnhof-Isenlauf-Projekt künftig zahlreichen beeinträchtigten Menschen die Nutzung des Zuges. «Deshalb ist es auch ein Projekt, das uns besonders am Herzen liegt und mit Sinn erfüllt», erklärt Briner.
Fast zwei Wochen Vollsperrung
Doch auch abgesehen von den Perron-Dimensionen und Niveauunterschieden wird man die Haltestelle in ein paar Wochen kaum wiedererkennen. So erhält sie etwa einen «attraktiven, modernen und überdachten» Wartebereich, der grosszügiger daherkommt als der bisherige. Dazu gibt es neue Geländer, Wege, Wegführungen, Schilder und eine neue, moderne Beleuchtungsanlage.
Doch bis es so weit ist, brauchen die Zugpassagiere ein paar Wochen Geduld, die auch mit Mühseligkeiten verbunden sind. In 10 Tagen intensivieren sich die Bauarbeiten. Vom Montag, 13. Juli, bis am Freitag, 24. Juli, kommt es daher zu einer Vollsperrung. Und zwar nicht bloss im Isenlauf-Streckenabschnitt, sondern gleich von Bremgarten West bis Dietikon. «Wir möchten den erzwungenen Unterbruch für weitere Arbeiten nutzen, die sonst im Regelbetrieb schwierig wären», begründet Briner. So werden etwa Stopfarbeiten an Gleisen und Weichen, Böschungssicherungen, Leitungsarbeiten und Kanalreinigungen über den gesamten Streckenabschnitt durchgeführt. Von Bremgarten West bis Dietikon verkehren derweil Ersatzbusse.
Ein wichtiger Meilenstein
Der neue Bahnhof Isenlauf ist eine weitere Etappe in den Bestrebungen der AVA, ihrem Gesetzesauftrag nachzukommen und das gesamte Netz behindertengerecht zu gestalten. Nach Beendigung der Bauarbeiten wird exakt die Hälfte der Haltestellen auf der Strecke zwischen Wohlen und Dietikon entsprechend modernisiert sein – 10 von 20. Nicht nur wegen der angrenzenden St. Josef-Stiftung ist das Projekt für die AVA ein Meilenstein. «Es geht für uns um ein wichtiges Quartier und eine gut frequentierte Haltestelle», sagt Briner. Entsprechend freue er sich sehr auf das Resultat des Projektes. Voraussichtlich Ende August wird es fertiggestellt sein. Und mit den grossen, lärmintensiven Bauarbeiten im Isenlauf ist damit fürs Erste auch mal Schluss. Zumindest vonseiten der AVA.



