Ein jung gebliebenes Zuhause
24.09.2024 Bremgarten40 Jahre Alterszentrum
Die Bärenmatt feierte Jubiläum
1984 zogen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ins frisch eröffnete Alterszentrum Bärenmatt. Das 40-jährige Bestehen wurde am Wochenende feierlich begangen. ...
40 Jahre Alterszentrum
Die Bärenmatt feierte Jubiläum
1984 zogen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ins frisch eröffnete Alterszentrum Bärenmatt. Das 40-jährige Bestehen wurde am Wochenende feierlich begangen.
In Bremgarten ist das Alterszentrum Bärenmatt des Öfteren lebhafter Teil des öffentlichen Diskurses. Seit Jahren wird über Um- und Neubaupläne sowie ihre Kosten und Nutzen diskutiert, beschlossen, verworfen, neu konzipiert. Zuletzt sorgten markant höhere Kosten und Planänderungen für Schlagzeilen. Die geplanten Alterswohnungen wurden zugunsten von Pflegebetten aus dem Projekt gestrichen. Im Herbst werden die betroffenen Gemeindeversammlungen über den neuen 38-Millionen-Kredit befinden – das wird nötig, weil ursprünglich nur 26 Millionen bewilligt worden waren.
Ein Alterszentrum im Wandel also. Und eines, das jüngst auch wegen der neuen Nachbarn in den Schlagzeilen stand. Diese Woche ziehen die ersten Geflüchteten ins neue Bundesasylzentrum unterhalb der Bärenmatt.
Heimat und Hotel
All jenes wurde dieses Wochenende unter den Bewohnenden, Betreuenden, Gästen und Verantwortlichen zwar auch diskutiert – aber nur am Rande. Denn primär galt es ein Jubiläum zu feiern. Zwar herrscht Modernisierungsbedarf, doch auch im Status quo ist das Alterszentrum Bärenmatt für zahlreiche ältere Menschen eine lieb gewonnene Heimat, in der sie sich wohlfühlen und wo sie sich wie in einem Hotel umsorgt fühlen, was sie schätzen.
Das zeigte auch die Feier am Samstagmorgen. Denn zugegen waren im vollen Festzelt viele Bewohner des Alterszentrums, die gerne auf den 40-jährigen Geburtstag ihrer Bärenmatt anstiessen. Darunter auch ein Bewohnender der ersten Stunde, die «gute Seele» des Alterszentrums und eine frischgebackene 100-Jährige. Lange warten auf das Umsetzen eines Projekts beim Alterszentrum Bärenmatt ist im Übrigen nichts Neues. Das zeigt die Entstehungsgeschichte. Man darf deshalb gespannt darauf sein, wie sich das Areal zum 50. Geburtstag präsentiert. --huy
Das Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten feierte sein 40-jähriges Bestehen
Das Festzelt füllte sich am vergangenen Samstagmorgen bei schönstem Wetter mit Bewohnenden, Betreuenden und Gästen. Hier ein herzliches Lachen, dort eine herzhafte Umarmung – die positive, fröhliche Atmosphäre im Haus war sicht- und spürbar.
Walter Minder
Für die musikalische Eröffnung sorgte Chäbu Müng, der seit über 25 Jahren an kleinen Geburtstagsfesten und Grossveranstaltungen mit lüpfiger Volksmusik und Welthits von Joe Cocker das Publikum begeistert. Im Laufe der Jubiläumsfeier wurde er zudem von seiner Tochter Jessica als mitreissende Sängerin unterstützt.
Roger Cébe, Vorsitzender der Geschäftsleitung im Gemeindeverband Regionale Alterszentren, begrüsste die rund 200 Gäste. «Mit dem heutigen Tag dürfen wir auf eine 40-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken.» Der Startschuss erfolgte 1973 mit dem Antrag von Grossrat Albert Seiler an die Einwohnergemeindeversammlung, eine Spezialkommission Altersheim einzusetzen. Bereits ein Jahr später fiel der Entscheid, ein Alters- und Leichtpflegeheim zu bauen – und dann dauerte es volle zehn Jahre bis zur Betriebsaufnahme am 1. März 1984. «Es brauchte auch schon früher mehrere Jahre für die Umsetzung eines solchen Projektes. Bleibt nur zu hoffen, dass das 2012 in Angriff genommene aktuelle Sanierungs- und Neubauvorhaben in naher Zukunft realisiert werden kann.»
Bewohner der ersten Stunde
Dann begrüsste Cébe mit Gottfried Strebel, der am 31. März 1984 eingetreten ist, einen Bewohnenden der ersten Stunde und mit Peter Spring, der seit Juni 1995 in der Bärenmatt wohnt, «die gute Seele in unserem Alterszentrum». Auch wenn sich die Anforderungen in der Altersarbeit über die Jahre stark verändert haben, hat sich die Zielsetzung nicht verändert: «Wir wollen dank laufender Anpassung an die sich verändernden Bedürfnisse so etwas wie ein Hotelbetrieb sein, in dem sich alle Gäste wohlfühlen.» Dass dies aktiv gelebt wird, beweist Bettina Strässle, die nach zehn Jahren Aufenthalt im «Hotel» Bärenmatt am 15. September bei bester Gesundheit ihren 100. Geburtstag feiern konnte.
Der doppelte Peter Spring
Auch Peter Spring, Präsident des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren, würzte seine Ausführungen mit einer tüchtigen Prise Humor. Bei einem Rundgang entdeckte er an einer Tür das Namensschild Peter Spring. «Wer nur hat für mich bereits ein Zimmer reserviert?» Dass sein in der Bärenmatt wohnhafter Namensvetter ebenfalls unter den Gästen war, nahm er mit grosser Freude zur Kenntnis.
Am Anfang der 40-jährigen Geschichte stand die Vision, älteren Menschen ein Daheim zu bieten, in dem sie nicht nur gut versorgt, sondern auch wertgeschätzt sind. Eine Vision, die auch heute noch Gültigkeit hat. Dann blickte Spring kurz auf die lange Gründungsgeschichte zurück, bevor im April 1984 das erste Heimleiterpaar Elsbeth und Peter Karpf endlich seine Arbeit aufnehmen konnte.
Umsorgende und heimelige Umgebung
Speziell begrüsste er Heiri Römer und Robert Bamert, «Heiri war bei der Eröffnung Mitglied der Finanzkommission und später amtete er auch als Verbandspräsident und Robert war in diesem Job sein Vorgänger.» Sie hätten mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass in den letzten 40 Jahren mehrere Tausend ältere Menschen ihren Lebensabend in einer umsorgenden Umgebung verbringen konnten. Ihm sei aber wichtig, alle in sein Dankeschön einzubinden, welche diesen Weg möglich gemacht hätten. So die engagierten Mitarbeitenden, die mit Hingabe und menschlicher Wärme die Bewohnenden betreuten und die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die das Leben in der Bärenmatt auf vielfältige Art und Weise bereicherten. «Mein Dank geht auch an die Bewohnenden, sie sind das Herz in unserem Alterszentrum. Und nicht zuletzt danke ich der heutigen Leitung Roger Cébe und Brigitte Weibel, welche unsere beiden Häuser Bärenmatt und Burkertsmatt in Widen mit grossem Engagement führen.»
Mit einem feinen Mittagessen und einer hausgemachten und mit 40 Kerzen geschmückten Jubiläumstorte fand das stimmungsvolle, gelungene «Geburtstagsfest» seinen genussvollen Abschluss.



