Drama, Penalty, Kartenflut, Rot, Aufstieg
19.06.2026 Sport, FussballAufstiegsspiel zur 2. Liga: Der FC Villmergen setzt sich auswärts in Frick in einem pikanten Spiel mit 2:1 durch
Ohne Drama scheint es beim FC Villmergen nicht zu gehen. Diese Partie hatte so ziemlich alles, was ein Fussballherz begehrt. Rilind Krasniqi und ...
Aufstiegsspiel zur 2. Liga: Der FC Villmergen setzt sich auswärts in Frick in einem pikanten Spiel mit 2:1 durch
Ohne Drama scheint es beim FC Villmergen nicht zu gehen. Diese Partie hatte so ziemlich alles, was ein Fussballherz begehrt. Rilind Krasniqi und Néstor Dalponte ballern die Freiämter schliesslich in die 2. Liga.
Die steile Rampe der Tribüne zum neuen Clubhaus des FC Frick war schon weit vor Anpfiff gut gefüllt. Eindrücklich für ein 3.-Liga-Aufstiegsspiel. «Das ist unbeschreiblich. Für viele ist so etwas das erste Mal», meint der routinierte Pascal Rummel beeindruckt. Villmergen kommt in der gleissenden Abendsonne am letzten Dienstag gut ins Spiel. Rilind Krasniqi schiesst nach 20 Minuten den Führungstreffer für die Gäste aus dem Freiamt. Das Team von Trainerduo Simone Antonelli und Sandro Meyer hat das Spiel im ersten Umgang weitgehend im Griff. Besonders: Antonelli ist gleichzeitig auch Physio und Betreuer. Bei jedem Unterbruch, den es gibt, um einen Spieler zu pflegen, eilt er aufs Feld und macht den Akteur wieder spielfit, wobei er ihnen auch immer gleich taktische Anweisungen gibt.
Justin Comas und die Monstergrätsche
Im zweiten Umgang verlieren die Villmerger etwas den Faden – und vor allem viel zu oft den Ball. Immer weniger kann das Leder in den eigenen Reihen gehalten werden. «Da wurden wir kurz etwas nervös», muss auch Krasniqi eingestehen. Doch es hätte noch viel schlimmer kommen können für die Freiämter. 58. Minute: Justin Comas packt eine Monstergrätsche aus gegen den Fricker Silas Riner. Penalty. Obendrauf sieht Comas die Gelbe Karte. In jenem Spiel gibt es total 12 (!) Verwarnungen. Comas sagt: «Aus meiner Sicht spiele ich klar zuerst den Ball.»
Goalie Clerici – der Held
Penalty gibt es dennoch. Im Tor macht sich Shane Clerici auf den anstehenden Penalty gefasst – und pariert den Schuss. Im allgemeinen Getümmel begräbt er danach das Leder endgültig unter sich. Der Rotschopf ist noch nicht lange beim FC Villmergen, er kommt erst in der Winterpause. Zuvor hat er das Militär absolviert und eine ausgedehnte Reise unternommen. Ob er nächste Saison in der 2. Liga noch dabei ist, steht in den Sternen. Auch andere Vereine sind auf das Goalietalent, dessen Vater beim FC Aarau arbeitet, aufmerksam geworden.
95. Minute: Rot und Freistoss-Tor
In der 73. Minute muss Villmergen dennoch den Ausgleichstreffer hinnehmen. Es geht in die Verlängerung. Und das Spiel wird zäh. Die Kräfte schwinden. Krämpfe folgen. Die Villmerger haben eine dünne Bank. Da ist es natürlich ein Vorteil, wenn der Gegner sich selbst schwächt. Nach 95 Minuten sieht der Fricker Sven Suter die Gelb-Rote Karte. Den anstehenden Freistoss von der rechten Seite verwandelt der Mann mit dem klingenden Namen Néstor Danyel Dalponte Hernandez zur vielumjubelten Führung der Villmerger (1:2).
Diesen Vorsprung lässt sich der FC Villmergen nicht mehr nehmen. Mit dem Schlusspfiff stürmen sämtliche mitgereisten Freiämter aufs Feld und bilden eine riesige Menschentraube, in der die Spieler zeitweise verschwinden. Die Freude, die Erleichterung und der pure Stolz sind grenzenlos. Es ist zwar nicht der Start in eine rauschende Partynacht (weil die meisten am nächsten Tag wieder früh aus den Federn müssen), aber es ist der Startschuss in eine neue Ära beim FC Villmergen – in der 2. Liga. Die ganz grosse Aufstiegsparty folgt an diesem Wochenende am Jugendfest. --awa
