Doppelte Erlösung
24.02.2026 Sport, Fussball1. Liga classic: FC Wohlen – FC Schötz 1:0 (1:0)
Lange war unklar, ob das Spiel zwischen Wohlen und Schötz stattfinden würde. Die Freiämter wollten trotz schwieriger Platzverhältnisse antreten. Es hat sich für sie als die richtige ...
1. Liga classic: FC Wohlen – FC Schötz 1:0 (1:0)
Lange war unklar, ob das Spiel zwischen Wohlen und Schötz stattfinden würde. Die Freiämter wollten trotz schwieriger Platzverhältnisse antreten. Es hat sich für sie als die richtige Entscheidung herausgestellt. Wohlen gewinnt und zeigt eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt. Bijan Dalvand beendet zudem seine Torflaute.
Josip Lasic
Er kann sein Lächeln nach dem Spiel nicht verbergen. Mit seinem Tor sorgte Bijan Dalvand gleich doppelt für Erleichterung. Er sicherte dem FC Wohlen den Sieg und beendete ausserdem seine eigene Durststrecke. Es ist sein erster Treffer in dieser Saison. «Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mich nicht freue», sagt Dalvand. «Der Teamerfolg hat oberste Priorität. Ich hätte mich auch gefreut, wenn ein Mitspieler getroffen hätte. Aber ich bin auf dem Platz, um der Mannschaft zu helfen. Mit Skorerpunkten ist mir das bisher nicht gelungen. Schön, dass ich das jetzt ändern konnte.»
Der Ex-Profi ist mit seinen Führungsqualitäten und seiner Erfahrung generell ein wichtiger Spieler für den FC Wohlen. Doch auch ein Routinier wie er profitiert von zusätzlichem Selbstvertrauen. Das konnte er mit dem Tor tanken.
Sperre trübt Freude über das Siegtor
Es gibt aber einen Wermutstropfen. Dalvand hat nicht nur ein Tor erzielt. Er hat sich gegen Schötz auch die vierte Gelbe Karte abgeholt. Das nächste Spiel wird er gesperrt verpassen. Treten die Freiämter am Samstag in Münsingen ähnlich auf wie gegen die Luzerner, sollten sie auch ohne ihren Spielmacher bestehen können. Dalvand ist nach dem Spiel jedenfalls optimistisch: «Meiner Meinung nach war es ein sehr reifer und cleverer Auftritt von uns. Wir sind früh in Führung gegangen und konnten hinten die Null halten. Es gab ein paar kleinere Schwächephasen, wie direkt nach der Pause. Da hatten wir unnötige Ballverluste. Aber das Gesamtfazit ist positiv.» Die Bedingungen für das Spiel waren nicht die besten. Der Regen der letzten Tage ist nicht spurlos am Niedermatten-Rasen vorbeigegangen. Im Vorfeld der Partie wurde der Platz mehrfach inspiziert, um sicherzugehen, dass das Spiel durchführbar ist. «Das letzte Spiel vor der Winterpause gegen Bassecourt war ähnlich. Auch da war der Platz in schlechtem Zustand, und wir haben trotzdem gewonnen. Wir haben uns bewiesen, dass wir über den Kampfgeist etwas holen können, wenn es spielerisch nicht optimal läuft. Das müssen wir jetzt mitnehmen.» Der Mittelfeldspieler schneidet ein wichtiges Thema an. Auch in der Vorrunde hatte Wohlen gute Spiele. Sogar bessere als das gegen Schötz. Was den Freiämtern fehlte, war die Konstanz. «Das war jetzt nur ein Spiel. Alles, was wir gegen Schötz richtig gemacht haben, müssen wir Woche für Woche abrufen. Das ist schwierig. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir in der Vorbereitung mental einen grossen Schritt nach vorne gemacht haben und bin deshalb zuversichtlich.»
An dieser Leistung anknüpfen
Es gibt auch weitere Gründe für Optimismus. Der 20-jährige Marlon Rizzo, der den gesperrten Goalgetter Dramane Sissoko vertreten durfte, löste seine Aufgabe gut und gab den Assist zu Dalvands Tor. In der Vorrunde schien der FCW komplett von Sissoko abhängig. Gegen Schötz haben sie bewiesen, dass sie auch ohne den Franzosen überlebensfähig sind und Spiele gewinnen können. Nächste Woche gegen Münsingen wird aber auch er dem Team wieder helfen können.
Ein fussballerischer Leckerbissen war im ersten Spiel nach der Winterpause bei schlechten Platzverhältnissen nicht zu erwarten. Der FC Wohlen zeigte jedoch eine gute Leistung, holte drei Punkte und deutete an, dass sie sich noch steigern können. Der Auftakt ist gelungen.
«Damit lässt sich weiterarbeiten»
Wohlen-Trainer Piu sieht noch Luft nach oben
«Wir nehmen die drei Punkte gern», sagt Piu, bleibt aber mit der Euphorie zurückhaltend. Der Auftritt seiner Mannschaft war in seinen Augen ausbaufähig. «In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel im Griff. Nach der Pause liessen wir Schötz aber durch einige Fehlpässe zurück ins Spiel kommen. Wenn es blöd läuft, kassieren wir den Ausgleich. Aber nach einem Sieg will ich nicht jammern. Insgesamt war es ein solider Auftritt. Bei besseren Platzverhältnissen hätten wir auch besser gespielt. Aber die Mannschaft hat sich gut angepasst, den Kampf angenommen und nicht aufgegeben.»
Piu betont, dass einige Spieler nicht ihre Bestform abrufen konnten. «Das lag nicht immer am Rasen. Der war nicht überall schlecht und kann nicht für alles als Ausrede dienen.»
Der breite Kader hilft ihm. Ob Absenzen oder Formtiefs: Der Trainer hat genug Optionen, um zu reagieren. Spieler müssen um ihren Platz kämpfen. Dramane Sissoko fehlte gesperrt, Nicola Assaiante und Stefano Cirelli verletzt, Luca Nascimento krankheitsbedingt. Noah Jappert hat Trainingsrückstand wegen Militär. Und Djellon Shahini «hat es diesmal nicht in den Spieltagskader geschafft. Wir können nur 18 Leute aufbieten. Der Konkurrenzkampf ist momentan gross. Kommende Woche kehrt Sissoko zurück. Es wird nicht einfacher.»
Der Trainer sieht darin aber Vorteile. «Es ist wichtig, dass die Spieler das selbstkritisch annehmen und als Ansporn sehen. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Wird er ausgewechselt, bekommt der Teamkollege seine Chance, sich zu beweisen. Im Training und im nächsten Spiel kann sich der Spieler mit guten Leistungen seinen Platz zurückerobern. Davon profitieren alle.»
Dass im ersten Spiel nach der Winterpause nicht alles perfekt lief, ist für Piu normal. «Aber es war ein guter Start. Mit dem, was wir gezeigt haben, lässt sich weiterarbeiten.» --jl

