Die Stadt ruft zum Wassersparen auf
04.08.2026 BremgartenMassnahmen gegen Grundwasserknappheit – vorerst keine Verbote
Die Trockenheit hat die Schweiz fest im Griff – auch Bremgarten. Im dortigen Rathaus hat man nun beschlossen, erneut an die Bevölkerung zu appellieren.
Die Auswirkungen der ...
Massnahmen gegen Grundwasserknappheit – vorerst keine Verbote
Die Trockenheit hat die Schweiz fest im Griff – auch Bremgarten. Im dortigen Rathaus hat man nun beschlossen, erneut an die Bevölkerung zu appellieren.
Die Auswirkungen der Trockenheit sind zunehmend auch in Bremgarten sichtund spürbar: Ausgetrocknete Böden, braune Wiesen und Felder sowie Bäche, in denen kein Wasser mehr fliesst, sind die offensichtlichsten Anzeichen. Eine Wasserknappheit, die auch in Bremgarten und dem Ortsteil Hermetschwil-Staffeln langsam bedenkliches Ausmass annimmt.
«In unserer Region fiel in diesem Jahr bislang lediglich rund die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge», teilt man im Rathaus mit. Bereits Anfang Juli hat der Stadtrat die Bevölkerung deshalb dazu aufgerufen, mit dem kostbaren Trinkwasser sparsam umzugehen. Seither hat sich die Lage weiter verschärft. «Die Grundwasserstände in Bremgarten sind seit Monaten rückläufig», der wenig überraschende Befund. Die Stadt setzt bereits seit mehreren Wochen verschiedene Wassersparmassnahmen um. So wurde beispielsweise die Wasserabgabe bei den öffentlichen Brunnen auf 1 bis 2 Liter pro Minute reduziert. «Auf das Abstellen der Brunnen wird vorerst jedoch verzichtet, da stehendes Wasser aufgrund der Algenbildung abgelassen werden müsste», begründet man im Rathaus. Zudem würden die Brunnen der Bevölkerung nicht mehr zur Erfrischung zur Verfügung stehen, was man aktuell noch vermeiden möchte.
Lage verschärft sich weiter
Auch die Bewässerung von Sportplätzen, Pflanzentrögen und Rabatten wurde auf dem Stadtgebiet Bremgartens auf das notwendige Minimum beschränkt. Gegossen wird nur noch punktuell, «um Totalschäden zu verhindern und kostspielige Wiederherstellungsmassnahmen zu vermeiden.»
Erschwerend zur Knappheit kommt hinzu: Der Wasserverbrauch ist aufgrund der aktuellen Wetterlage deutlich angestiegen – obwohl sich derzeit noch viele Bremgarterinnen und Bremgarter noch in den Ferien befinden. «Es ist davon auszugehen, dass der Verbrauch nach Schulbeginn weiter zunehmen wird, insbesondere wenn in den kommenden Wochen keine ergiebigen Niederschläge fallen», prognostiziert die Stadt. Und nach Regen sieht es zurzeit leider nicht aus.
Deshalb appelliert der Stadtrat an die Bevölkerung: «Jede und jeder kann durch bewusstes Verhalten täglich Wasser sparen. Bereits mit kleinen Anpassungen im Alltag lässt sich ein wichtiger Beitrag zum schonenden Umgang mit dieser lebenswichtigen Ressource leisten.» Ein Beispiel verdeutliche dies: Im Monat Juli wurden durch die Wasserversorgung Bremgarten rund 97 000 m? Wasser aus den Grund- und Quellwasserpumpwerken gefördert. Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 360 Litern pro Einwohnerin bzw. Einwohner und Tag. Würde dieser Verbrauch um lediglich 30 Liter pro Person und Tag reduziert, könnte innerhalb eines Monats eine Wassermenge eingespart werden, die dem Dreifachen des Volumens aller Aussenbecken des Freibads Bremgarten entspricht.
Weitere Massnahmen möglich
In mehreren Aargauer Gemeinden wurden bereits verbindliche Wassersparvorschriften erlassen. Der Stadtrat Bremgarten sieht derzeit davon ab, solche Allgemeinverbote zu verfügen. Stattdessen wird die Bevölkerung erneut aufgerufen, Trinkwasser möglichst sparsam zu verwenden. Dazu schlägt er eine Reihe von Massnahmen vor, wie Wasser im Alltag gespart werden kann. Diese sind auf www.bremgarten.ch zu finden.
Der Stadtrat hofft auf verantwortungsbewusstes Verhalten seiner Einwohner und bedankt sich im Voraus für den Beitrag jedes Einzelnen. Zudem hält die Bremgarter Regierung fest: Verschärft sich die Lage weiter, müssen auch im Bezirkshauptort Verbote in Betracht gezogen werden. «Bei unveränderter Wetterlage und insbesondere dann, wenn die Grundwasserstände ein kritisches Niveau erreichen», schreibt man im Rathaus.
Trinkwasser ist unser wichtigstes und kostbarstes Gut. Der Klimawandel führt auch in der Schweiz dazu, dass sauberes Trinkwasser nicht mehr als selbstverständlich betrachtet werden kann. Ein sorgsamer Umgang mit dieser wertvollen Ressource ist deshalb wichtiger denn je», schliesst die Meldung der Stadt.
--sk/red
