Die Facetten des Waldes
12.05.2026 Bremgarten, NaturIm Wald zu Gast
Abwechslungsreicher Ortsbürgertag
Der Bremgarter Ortsbürgertag führte die rund 80 Teilnehmenden heuer in den Bremgarter Forst. Von Legenden und Mythen bis hin zu handfestem Aktuellen gab es dabei allerhand Spannendes zu ...
Im Wald zu Gast
Abwechslungsreicher Ortsbürgertag
Der Bremgarter Ortsbürgertag führte die rund 80 Teilnehmenden heuer in den Bremgarter Forst. Von Legenden und Mythen bis hin zu handfestem Aktuellen gab es dabei allerhand Spannendes zu erfahren. Mit dabei auch vier Stadträte inklusive Stadtammann, der am Vormittag desselben Tages bereits die Neuzuzüger im Städtli willkommen geheissen hatte.
--huy
Der Ortsbürgertag 2026 fand im Bremgarter Forst statt
Die jährliche Zusammenkunft der Bremgarter Ortsbürger führte die Teilnehmenden heuer in die Tiefen des Waldes. Neben Geselligkeit, Kulinarik und Spass gab es dabei auch allerhand Interessantes zu erfahren.
Marco Huwyler
Zu den ersten, welche die rund 80 gekommenen Ortsbürger begrüssten, gehörten auch ganz und gar unwillkommene Gäste. Die Bremgarter Mücken freuten sich offensichtlich über die unverhoffte Menschenschar und rückte derselben von Beginn an ziemlich hartnäckig zu Leibe. Wohl dem deshalb, der neben gutem Schuhwerk auch an Insektenspray gedacht hatte. Denn stechendes Getier gehört halt auch zu den Facetten des Waldes, die an jenem Samstag für die Ortsbürger erleb- und fühlbar waren.
Eine andere Spezies gestaltete ihren Beitrag zum Auftakt in diesen herrlichen Frühlingstag wesentlich angenehmer. Die «Freiämter Dachse» lieferten den Ortsbürgern eine Kostprobe ihres musikalischen Jagdhornbläser-Repertoirs. Danach war es an Stephan Troxler, den Tag verbal einzuläuten. «Herzlich willkommen in unserem schönen Bremgarter Wald», sagte der Stadtammann. «Ich bin mir sicher, dass wir zusammen einen wunderbaren Tag erleben. Mit vielen spannenden Einblicken.»
Ein «Vollernter» in Aktion
Und damit hatte Troxler nicht zu viel versprochen. Denn neben Geselligkeit unter Alteingesessenen bot der samstägliche Abstecher in die Natur auch ganz viel Lehrreiches. In fünf Gruppen absolvierten die Ortsbürger verschiedene Posten rund um das Forsthaus. Dabei erfuhr man aus erster Hand interessante Fakten und Geschichten über Mensch, Tier und Umwelt.
Neben dem Erholungsaspekt bietet der Wald dem Menschen bekanntlich auch wirtschaftlich nach wie vor einiges. Der Forstbetrieb Wagenrain schreibt mit seinen verschiedenen betrieblichen Zweigen seit Jahren schwarze Zahlen. Dafür steht den Waldarbeitern heutzutage teils spektakuläres Gerät zur Verfügung, wie man den Schaulustigen präsentierte: Ein sogenannter «Vollernter» in Aktion. Die gewaltige Maschine, welche Bäume in einem Arbeitsgang fällt, entastet, vermisst und in Abschnitte schneidet, machte Eindruck. «Das geht ja heute einiges schneller als früher mit der Axt», warf ein Ortsbürger lachend ein.
Weihnachtsbäume, Waschbären, Pilze und Sagen
Ein bisschen behutsamer muss man derweil mit anderem Waldgewächs umgehen, wenn man dessen Vorzüge geniessen will. Neben Fingerfertigkeit braucht es beim «Pilzle» auch viel Wissen – und genau dieses wurde einem am Posten des Pilzvereins nähergebracht. Ein paar Meter weiter referierte ein Vertreter vom Forstamt über das Weihnachtsgeschäft mit den Christbäumen und erklärte, wie diese am besten gedeihen. Die Jagdgesellschaft Bremgarten-Fi-Gö brachte einem die tierischen Waldbewohner näher – zu denen auch eher unliebsame Neuankömmlinge wie der invasive Waschbär gehören. Und schliesslich nahm Sagenerzähler Christoph Bruggisser die Ortsbürger mit in die Welt der Geschichten und Legenden über den Bremgarter Wald. Eine Herausforderung für einen wie ihn, der darüber tagelang erzählen könnte, war es bloss, die knapp bemessene Zeit von rund 15 Minuten nicht zu überschreiten.
Neuen Forstbetriebsleiter vorgestellt
Kurzweilig war es an allen Posten, sodass die zwei Stunden Führungen wie im Flug vergingen, bevor man sich hungrig an die Tafel setzten durfte. In der frischen Waldluft und zu den Klängen der Stadtmusik schmeckte der servierte «Aargauer Braten» oder die vegetarische Gemüse-Alternative umso besser. Und so war die Laune anschliessend vorzüglich, als Troxler nochmals einige Worte an die Ortsbürger richtete.
Bremgarter Politik war dabei für einmal sekundär. Stattdessen gab es warme Dankesworte für die «tollen Präsentationen», bevor Nico Küng auf die Bühne gebeten wurde. Der 28-Jährige hat von Vater Leonz Küng auf dieses Jahr die Leitung des Forstbetriebs übernommen. Und gehört damit zu denjenigen, welche mit den Vorzügen und Gegebenheiten des Bremgarter Waldes tagtäglich betraut sind. Den Mückenspray dürfte er deshalb kaum je vergessen.
Risotto für Neuzuzüger
Traditionell am gleichen Samstag wie der Ortsbürgertag ist auch das Willkommenheissen der Neuzuzüger angesiedelt. Rund 80 waren angemeldet. «Gekommen sind dann sogar mehr», sagt die städtische Kommunikationsverantwortliche Jessica Dätwyler lächelnd. Die Menschen, welche sich am Reussufer versammelten, gehören zu den 499 Personen, welche Bremgarten seit 2025 neu ihre Heimat nennen dürfen. Die Gelegenheit, sich das Reussstädtchen von Ortskundigen präsentieren zu lassen, war vorzüglich. Sechs Stadtführer brachten den Neuankömmlingen Vergangenheit und Gegenwart von Bremgarten näher. Dabei kamen selbst Fremdsprachige auf ihre Kosten – eine Führung wurde auf Englisch abgehalten. Danach genoss man gemeinsam im Casino ein schmackhaftes Risotto des Bremgarter Männerclubs «Hømzgø» mit Wein vom Stadtberg. Ein gebührendes Ankommen für die Neuzuzüger, das von den Teilnehmenden denn auch wärmstens gelobt wurde.
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