Der Traum von der Medaille
06.02.2026 Sport, BobAbenteuer Italien beginnt
Melanie Hasler ist die Freiämter Vertretung an den Olympischen Spielen
Die 25. Olympischen Winterspiele werden heute Freitag offiziell eröffnet. Mit der Berikerin Melanie Hasler nimmt auch eine Athletin aus dem ...
Abenteuer Italien beginnt
Melanie Hasler ist die Freiämter Vertretung an den Olympischen Spielen
Die 25. Olympischen Winterspiele werden heute Freitag offiziell eröffnet. Mit der Berikerin Melanie Hasler nimmt auch eine Athletin aus dem Freiamt daran teil.
Mit Mailand und Cortina d’Ampezzo richten zum ersten Mal in der Geschichte zwei Städte die Olympischen Spiele aus. Mittendrin in dieser historischen Olympia-Ausgabe ist die Berikerin Melanie Hasler. Die Bobpilotin nimmt nach Peking 2022 zum zweiten Mal an den Spielen teil. Sie will im Mono- und im Zweierbob mindestens wieder je ein olympisches Diplom holen. Nach guten Leistungen am Weltcup in Cortina d’Ampezzo träumt sie aber von einer Medaille. --jl
Bob: Die Berikerin Melanie Hasler an den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo
Heute Freitag werden die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo eröffnet. Die Beriker Bobpilotin Melanie Hasler vertritt das Freiamt in Italien. Es ist ihre zweite Olympia-Teilnahme. Die 27-Jährige träumt davon, eine Medaille zu gewinnen.
Josip Lasic
Es wird historisch heute Freitag. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele findet zum ersten Mal in zwei Städten gleichzeitig statt. Eine in Mailand, eine im über 400 km entfernten Cortina d’Ampezzo.
Melanie Hasler wird der Feier nicht beiwohnen. «Es ist schade, aber die Hauptzeremonie wäre ohnehin in Mailand gewesen», erzählt die Bobpilotin, die «nur» in der Bergstadt Cortina d’Ampezzo dabei gewesen wäre, wo die Bobsport-Wettkämpfe stattfinden. «In Peking war ich bei der Eröffnung, aber nicht bei der Schlussfeier. Hoffentlich bin ich dieses Mal beim Abschluss dabei.» Nach vier Nächten im Olympischen Dorf reisten sie und ihre Anschieberin Nadja Pasternack gestern Donnerstag nach Innsbruck, um dort eine Woche zu trainieren. Ihre Monobob-Wettkämpfe sind am 15. und 16. Februar. Im Zweierbob startet die Berikerin am 20. und 21. Februar. «Bis dahin wird es nur schwer möglich sein, auf der Bobbahn in Cortina zu trainieren. Deshalb weichen wir nach Innsbruck aus. Dort können wir uns auch besser erholen als im Olympischen Dorf. Sobald wir zurück sind, fahre ich zehn Tage durch. Ich habe drei Tage Training, dann den Wettkampf im Monobob. Danach folgt das Gleiche im Zweierbob.»
Das Olympia-Feeling ist schon da
Dass sie zu wenig Olympia-Atmosphäre spürt, weil sie doch über eine Woche nicht im Olympischen Dorf sein wird, glaubt sie nicht. «Darauf wurde ich schon während der Olympischen Spiele in Peking angesprochen, weil damals noch harte Coronamassnahmen in China herrschten. Aber das waren meine ersten Olympischen Spiele. Ich habe ja gar keinen Vergleich zu vorherigen Olympia-Ausgaben bezüglich der Atmosphäre», erzählt die 27-Jährige. «Ausserdem ist es sehr unwahrscheinlich, bei diesen Voraussetzungen kein Olympia-Feeling zu erhalten.» Eigentlich kennt Melanie Hasler die Bobbahn in Cortina d’Ampezzo. Der erste Weltcup dieser Saison im vergangenen November fand bereits dort statt. Damals war die Bahn allerdings noch nicht ganz fertig, weshalb keine Zuschauer zugelassen waren. «Jetzt steht dort eine Tribüne und überall ist das Branding ‹Milano Cortina 2026› drauf. Und auch sonst bekommt man im Olympischen Dorf die Atmosphäre überall zu spüren.»
Ein typisches Olympia-Erlebnis ist das Tauschen der Pins. Athleten jeder Nation haben Ansteck-Pins mit Flaggen oder anderen länderspezifischen Symbolen, die sie untereinander tauschen. «Während der Spiele trägt man sie am Band der Akkreditierung und kann sie anschliessend als Souvenir mitnehmen. Das ist ziemlich cool.» Ansonsten gab es in den ersten Tagen im Olympischen Dorf viel Administratives zu erledigen. Das erste Training auf der Bobbahn fand ebenfalls statt.
Bereit für die Wettkämpfe
Der Vorteil der Olympischen Spiele in Peking war, dass pandemiebedingt keine Zuschauer zugelassen waren. So konnten die Athleten neben ihren Wettkämpfen andere Disziplinen vor Ort anschauen. Das wird für die Berikerin diesmal nicht möglich sein. Gleich nach ihren Wettkämpfen muss sie das Olympische Dorf verlassen. «Das wurde eingeführt, damit Athleten nach ihren Wettkämpfen nicht feiern und andere bei der Vorbereitung stören. Aber einen Tag nach meinem letzten Rennen enden die Spiele ohnehin.
Das ist also nicht tragisch.» Die Sportlerin fokussiert sich ohnehin auf ihre sportlichen Ziele. Bereits Anfang des Jahres hat sie gesagt, dass sie von einer Medaille träumt. «Ich weiss, dass alles möglich ist, vor allem im Monobob. Beim Weltcup in Cortina d’Ampezzo lag ich nach dem ersten Lauf auf Rang 1. Alles ist offen und das motiviert mich sehr. Zweierbob ist schwieriger wegen des Materials, wo wir im Nachteil sind. Aber auch dort gilt: Es ist eine technische Bahn und vier Läufe, in denen alle gut runterkommen müssen. Darum ist auch dort alles möglich.»
Dass sie ihre Weltcup-Saison mit dem Doppelsieg an den Europameisterschaften in St. Moritz beendet hat, gibt ihr weitere Zuversicht. Den letzten Weltcup in Altenberg hat sie ausgelassen. Rückblickend war das eine richtige Entscheidung. «Ich war müde nach den Rennen in St. Moritz und erkältet. Ich bin froh, dass ich zu Hause war, um mich zu erholen. Es gab trotzdem genug Termine, aber ich hatte Zeit zur Regeneration. Ich fühle mich gut und bereit.» In Peking erreichte sie den 7. Rang im Monobob und den 6. Platz im Zweierbob. Das brachte ihr zwei Olympische Diplome ein. Diese will sie erneut holen. «Aber der Traum bleibt eine Medaille.»



