«Der ist ziemlich rumgeflogen»
16.06.2026 Sport, SchwingenJoel Strebel mit sackstarker Leistung am Stoos-Schwinget – er holt sich den Bergkranz auf Rang 2b
Wie ein Phönix aus der Asche. Vor zwei Monaten dachte man noch, Joel Strebel verpasst die ganze Saison. Nun schwingt er am Stoos-Schwinget wieder unter den Besten ...
Joel Strebel mit sackstarker Leistung am Stoos-Schwinget – er holt sich den Bergkranz auf Rang 2b
Wie ein Phönix aus der Asche. Vor zwei Monaten dachte man noch, Joel Strebel verpasst die ganze Saison. Nun schwingt er am Stoos-Schwinget wieder unter den Besten mit. Mit ein wenig mehr Einteilungsglück wäre gar die Schlussgangteilnahme möglich gewesen.
Stefan Sprenger
Er ist ein Phänomen, dieser Joel Strebel. Im 1. Gang am Stoos-Schwinget (90 Schwinger, 3600 Zuschauer) wirft er den starken Eidgenossen Michael Gwerder mit der Maximalnote ins Sägemehl. «Das ging zackig», meint der 29-Jährige lachend. Es ist der Startschuss in einen sagenhaften Tag des Aristauers. Mit 57,25 Punkten holt er sich den Kranz auf Rang 2b. Eindrücklich.
«Ich glaube, ich bin schon wieder besser drin»
Und unerwartet. Denn Anfang April verletzt er sich am Innenband. Es droht gar das frühzeitige Saisonende. Doch es kommt anders, als man denkt – und viel besser. Strebel erholt sich. Am Aargauer Kantonalen am 7. Juni gibt er sein Comeback und holt sich den Kranz. «Da fühlte ich mich noch nicht sonderlich gut. Jetzt am Stoos-Schwinget war das anders. Das Gefühl war von Beginn weg bestens. Ich glaube, ich bin schon wieder viel besser drin und in einem guten Rhythmus», sagt Strebel.
Und wie er im Rhythmus ist. Nach dem Startsieg gegen Eidgenosse Gwerder holt er drei weitere Siege (gegen die Teilverbandskranzer This Kolb und Marco Fankhauser sowie den unangenehmen Kranzer Luc Bissig). Gegen den Eidgenossen Marcel Bieri gibt es einen Gestellten. «Da wäre mehr dringelegen. Ich hatte mehrere Chancen auf den Sieg gegen Bieri. Am Ende wollte ich nicht mehr volles Risiko eingehen und in einen Konter laufen», analysiert der Aristauer. Auch gegen den starken Teilverbandskranzer Lukas Heinzer gibt es den Gestellten. Strebel hatte den Kampf im Griff, lanciert zahlreiche Angriffe, hat Heinzer am Rang einer Niederlage. «Der ist ziemlich rumgeflogen», sagt Strebel.
Aber Heinzer konnte sich immer wieder retten. Mit 57,25 Punkten landet Strebel am Ende auf Rang 2b. Sackstark. Spitze. Mitten unter den Besten. Er holt – wie schon 2022 (damals Rang 4 mit 57,25 Punkten) – den Kranz auf dem Stoos. «Bergkranzfeste sind immer zäh, es ist immer schwierig. Ich hatte ein super Notenblatt und bin vorne dabei. Es lief mir sehr gut. Ich bin zufrieden.»
Zwei Jahre nach dem Drama
Joel Strebel schliesst damit irgendwie auch seinen Frieden mit dem Stoos-Schwinget. Im Jahr 2024 riss er sich dort das Kreuzband und musste die Saison beenden. Ein Drama. Er verletzte sich im Duell mit Werner Schlegel. Und jener Schlegel holte sich nun (mit 58,50 Punkten) den Festsieg. Im Schlussgang bodigte er den Überraschungsmann und Kranzer Elias Lüscher innert weniger Sekunden. Fragwürdig: Der Innerschweizer Lüscher war im 5. Gang schon kranzsicher – und erhielt dennoch einen «einfachen» Gegner zugeteilt (Kranzer Bruno Suter). Dort schafft er den Sieg mit Maximalnote und den Einzug in den finalen Durchgang. Das löste in Schwingerkreisen einige Diskussionen aus über die Leistung des Einteilungsbüros. Strebel, der selbst auch Chancen auf den Schlussgang gehabt hat, meint: «Der Schwinger selbst kann ja nichts dafür. Auf dem Stoos ist es aber oft so, dass man unbedingt einen Innerschweizer in den Schlussgang boxen will.» Was Strebel davon hält? «Egal. Dazu muss ich nichts sagen. Ich habe meinen Kranz.» Mit Pascal Joho aus Sarmenstorf war noch ein zweiter Freiämter beim Stoos-Schwinget mit dabei.
Für Joho ist nach vier Gängen Schluss
Joho schafft gegen zwei Kranzer und zwei Teilverbandskranzer viermal einen Gestellten. «Am Berg muss man angreifen. Lieber einmal verlieren, aber dafür auch einmal gewinnen», sagt Strebel. Joho musste viermal über die volle Kampfdauer von sechs Minuten, «das macht müde», weiss Strebel. Für den Sarmenstorfer war nach vier Gängen Endstation.
Joel Strebel wird nun zwei Wochen lang «schlafen, essen und trainieren», wie er lachend erzählt. Am 28. Juni steht ein weiteres Highlight an. Strebel nimmt am Nordostschweizerischen Schwingfest teil. «Auch dort will ich den Kranz», sagt er. Der SK Freiamt wird am 27. Juni grösstenteils am Fricktaler Abendschwinget teilnehmen.


