Der Hoffnungsträger
01.05.2026 Sport, SchwingenPascal Joho vor dem Solothurner Kantonalschwingfest in Stüsslingen am Sonntag
Das erste Kranzfest der Saison steht bevor. Am Solothurner Kantonalen erzielten die Freiämter in den vergangenen Jahren stets gute Resultate. Doch die drei Eidgenossen Joel Strebel ...
Pascal Joho vor dem Solothurner Kantonalschwingfest in Stüsslingen am Sonntag
Das erste Kranzfest der Saison steht bevor. Am Solothurner Kantonalen erzielten die Freiämter in den vergangenen Jahren stets gute Resultate. Doch die drei Eidgenossen Joel Strebel sowie Lukas und Andreas Döbeli fallen verletzt aus. Dadurch rückt der Sarmenstorfer Pascal Joho in den Fokus. Druck verspürt er deshalb nicht.
Josip Lasic
Freud und Leid liegen oft nah beieinander. Der Schwingklub Freiamt hat drei aktive «Eidgenossen» in seinen Reihen. Eine Leistung mit der nur zwei weitere Vereine in der Schweiz mithalten können: Schwarzenburg hat ebenfalls drei, Sumisberg sogar vier Eidgenossen. Zurzeit können sich die Freiämter über diese Bilanz aber nicht freuen. Alle drei Eidgenossen sind verletzt.
Vor dem ersten Kranzfest in Stüsslingen übermorgen Sonntag sind die Erwartungen beim SK Freiamt deshalb gedämpfter als sonst. Der Verein hat aber immerhin sieben weitere Kranzschwinger. Als grösster Favorit auf einen Kranzgewinn am 129. Solothurner Kantonalschwingfest dürfte Pascal Joho gelten. Er hat bisher sieben Kränze gewonnen, zwei davon an Teilverbandsschwingfesten. In der Hierarchie folgt er damit auf das Eidgenossen-Trio. «Zumindest anhand der Zahlen ist das so», sagt er bescheiden.
Doch nicht nur die Kranzzahl spricht für ihn. Joho bestreitet eine der fünf Spitzenpaarungen im ersten Gang des Solothurner Kantonalschwingfests. Er trifft auf den Baselländer Eidgenossen Lars Voggensperger. Der Sarmenstorfer setzt sich aber nicht unter Druck. «Ich freue mich, dass die Kranzfeste wieder beginnen, und konzentriere mich auf meine Leistung. »
Persönliche Liste an Zielen
Im letzten Jahr stand Andreas Döbeli beim «Solothurner» im Schlussgang gegen den späteren Sieger Nick Alpiger. Ein Jahr zuvor gewann Joel Strebel das Fest. Will Joho ebenfalls um den Sieg mitschwingen? Der 21-Jährige lacht: «Ich würde zu einem Festsieg sicher nicht Nein sagen, aber gleichzeitig bin ich auch realistisch. Für so einen Erfolg muss man mehrere Eidgenossen bezwingen können. Die Konkurrenz in der Nordwestschweiz ist auch bei den Nichteidgenossen sehr stark. Da kommen genug andere Leute für den Sieg infrage. Ich arbeite in dieser Saison meine eigene Liste an Zielen ab.»
Der erste Punkt auf dieser Liste: Joho will nach seiner Verletzung zurückkehren. Diese hat er im Winter auskuriert. Bisher ist er auf Kurs. Zwei Schwingfeste hat er in diesem Jahr bestritten. Am Guggibad-Schwinget verlor er nur gegen den späteren Sieger Sinisha Lüscher und teilte sich Platz 2 mit Lukas Döbeli. Am Schwinget im Zurzibiet lief es mit Rang 6 nicht optimal, doch die Leistungen stimmten. «Im Anschwingen traf ich gleich auf Nick Alpiger, der das Fest am Ende gewonnen hat. Mit meiner Leistung gegen ihn war ich zufrieden. Ich habe zwar dennoch verloren, aber es blieb mein einziger verlorener Gang.» Das zweite Ziel: an die Grenzen gehen und wieder Kränze gewinnen. Auch dafür stehen die Chancen gut. Besonders an das Solothurner Kantonale hat Joho gute Erinnerungen. Bei seiner letzten Teilnahme 2024 erreichte er den geteilten 3. Platz mit Andreas Döbeli und zwei weiteren Topschwingern. Nur Festsieger Joel Strebel und Schlussganggegner Simon Schmutz lagen vor ihm. Unter anderem konnte er damals gegen Lars Voggensperger stellen. Gegen den Schwinger, auf den er übermorgen Sonntag im ersten Gang trifft. «Da hatte ich einen guten Tag mit starken Leistungen. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich dort anknüpfen könnte.» Weitere Ziele: «Ich möchte mich für alle drei Bergfeste qualifizieren. Und da ich aktuell bei sieben Kränzen stehe, will ich diese Saison mindestens drei weitere holen. Zehn Kränze wären ein schöner Meilenstein.»
Freiämter auch so ein starkes Team
Im Schwingkeller des SK Freiamt hängt ein Ziel für die Gesamtzahl der Kränze, die der Verein in dieser Saison holen möchte. «Die genaue Zahl verrate ich nicht. Aber nach den Verletzungen unserer drei Aushängeschilder müssen wir sie wohl etwas nach unten korrigieren.» Trotzdem traut Joho seinen Teamkollegen viel zu. Neben ihm stehen mit seinem Bruder Philip Joho, Jonas Wüthrich, Kevin Stadler, Remo Vogel, Dominic Strebel und Niklas Stocker weitere Kranzschwinger bereit. «Ausserdem haben wir viele junge Schwinger, die noch keinen Kranz gewonnen haben, aber das Potenzial dazu haben. Ich freue mich auf die Schwingfeste mit meinem Bruder und der ganzen Truppe.»
Als aktuell erfolgreichster Freiämter übernimmt Joho vor Ort etwas mehr Verantwortung als eine Art Teamleader. «Das hält sich aber in Grenzen. Andreas Döbeli ist jeweils als Trainer dabei und macht das grossartig. Auch die anderen unterstützen uns als Betreuer. Wir bleiben ein starkes Team.»
Ein Kranz sollte drinliegen
Der SK Freiamt wird insgesamt mit zehn Schwingern in Stüsslingen antreten. Abgesehen vom verletzten Eidgenossen-Trio werden auch alle Kranzschwinger vertreten sein. «Ein Kranzgewinn sollte unter diesen Umständen schon drin sein. Ein zweiter Kranz wäre ein grosser Erfolg», sagt Andreas Döbeli, Technischer Leiter der Aktiven. --jl

