Der grosse Befreiungsschlag
19.05.2026 Sport, Fussball1. Liga classic: FC Black Stars Basel – FC Wohlen 0:1 (0:1)
Nach zuletzt eher schwachen Vorstellungen zeigte der FC Wohlen in Basel eine klare Leistungssteigerung. Mit dem insgesamt zehnten Saisonsieg gelang der Piu-Elf eine Wende zum Guten und zum definitiven ...
1. Liga classic: FC Black Stars Basel – FC Wohlen 0:1 (0:1)
Nach zuletzt eher schwachen Vorstellungen zeigte der FC Wohlen in Basel eine klare Leistungssteigerung. Mit dem insgesamt zehnten Saisonsieg gelang der Piu-Elf eine Wende zum Guten und zum definitiven Klassenerhalt. Dramane Sissoko war mit seinem Treffer der Matchwinner.
Da sass er kurz nach Spielschluss auf der Spielerbank und nahm die Gratulationen der Mitspieler zum erzielten Siegestreffer entgegen. Und Dramane Sissoko strahlte zufrieden. Er habe halt schon lange nicht mehr getroffen, darum sei dieser Treffer für ihn persönlich schon wichtig, sagte ein glücklicher Matchwinner. Ab und zu habe ihm in seinen Aktionen in der Vergangenheit auch das Glück gefehlt, so Sissoko weiter. «Dieses Glück hatte ich dafür jetzt.» Sein Tor sei wichtig gewesen, aber die Mannschaft habe auch gut verteidigt, gab er die Komplimente weiter. Und er sprach damit einen wesentlichen Punkt an: Der FC Wohlen trat als Einheit in Basel auf. Dies war die Basis für den Erfolg. Und für den Befreiungsschlag nach den jüngsten ungenügenden Leistungen.
Genugtuung und mit Herz
Der Siegestreffer könnte rein theoretisch auch eine grosse Genugtuung sein für Wohlens besten Torschützen der Saison. Denn in den letzten Spielen schaffte es der Topstürmer nicht immer in die Startelf oder er wurde oft früh ausgewechselt. Von einer Genugtuung will er jedoch nichts wissen. Vielleicht habe er es auch ein wenig verdient, dass er es in den beiden letzten Heimspielen nicht in die Anfangsformation geschafft habe, sagte er selbstkritisch und mit einem Schmunzeln. Die Form habe eben nicht immer ganz gestimmt. «Aber heute haben wir alle mit Herz gespielt.» Und zwar über die gesamte Spielzeit.
Der FC Wohlen musste sich den Vollerfolg vor allem in der zweiten Halbzeit hart erkämpfen und verdienen. Die Basler hatten nach dem Seitenwechsel deutlich mehr Ballbesitz, sie taten sich aber gegen ein gut organisiertes Gästeteam schwer, gute Torgelegenheit herauszuspielen. Wohlens Verteidigungsarbeit war über die gesamte Spielzeit grundsolid. Und dies war auch der Grund, dass die Einheimischen in der Schlussphase trotz Dauerdruck nicht zum Ausgleich kamen.
Wende auch dank Captain Pnishi
Wohlens Stabilität in der Defensive hatte auch einen Namen: Routinier und Captain Alban Pnishi gab nach seiner Verletzungspause sein Comeback. Und er zeigte mit seiner souveränen Leistung, dass er für die Mannschaft äusserst wertvoll ist. Alban Pnishi, der Boss auf dem Platz. «Ja, vielleicht liegt es doch an mir», sagte Captain Alban Pnishi. «Mit meiner Rückkehr ist die Wende gekommen», sagte er lächelnd, um sofort die gute Mannschaftsleistung in den Vordergrund zu rücken. «Auswärts zu gewinnen, das ist immer wichtig. In der zweiten Halbzeit haben wir zwar phasenweise gelitten. Aber das gehört auch mal dazu. Und wenn du dann so gewinnst, ist der Sieg umso wichtiger und wertvoller.»
Die Piu-Elf hat den Sieg in der zweiten Halbzeit gut verteidigt. Und in der ersten Halbzeit legte sie den Grundstein. Spielerisch war die erste Halbzeit eine klare Steigerung gegenüber dem letzten, schwachen Heimspiel gegen Courtételle. Mit diesem Auftritt rehabilitierte sich der FCW sofort. Und die dritte Offensivaktion führte auch zum Erfolg. Sissoko und Dalvand prüften den Basler Schlussmann zuerst. Gegen den Abschluss von Sissoko war Torwart Sahin dann machtlos (32.). Bei einem Lattenkopfball der Basler (40.) nahmen die Wohler einiges an Glück in Anspruch, ähnliche Topchancen boten sich den Basler aber nicht mehr. Auch in der stürmischen Schlussphase mit acht Minuten Nachspielzeit hielten die Wohler gut dagegen. Und was auf das Tor kam, hielt Torwart Bonorand souverän.
Guter Saisonabschluss ist erklärtes Ziel
«Das war doch eine reife Leistung», fasste Wohlens Bijan Dalvand das Spiel passend zusammen. «Die erste Halbzeit haben wir stark gespielt, und nach der Pause wurde es ein wenig kompliziert.» Aber Wohlens Offensivtrumpf war mit der Gangart der Mannschaft dennoch sehr zufrieden. «Wir haben vorne einen Treffer montiert und dann gut und clever verteidigt.» Genau so habe man sich das ausgedacht. «Hauptsache, gewonnen», betonte er. «Und die heutige Leistung zeigt auch, dass wir unbedingt einen guten Saisonabschluss wollen.»
--dm
«Team hat sich belohnt»
Nach spannenden und intensiven 90 Minuten zeigte sich FCW-Trainer Piu völlig entspannt. Logisch, denn er konnte mit seiner Mannschaft auch zufrieden sein. «Die erste Halbzeit war recht gut und in der zweiten Halbzeit haben wir gelitten», erklärte er. «Wir haben es uns halt auch schwergemacht, weil wir den Lucky Punch verpasst haben.» Chancen dazu waren da, vor allem Sissoko und Komatovic waren nahe am 0:2. «Aber die Jungs haben vorbildlich gekämpft.» Und dass Captain Alban Pnishi nach seiner Verletzungspause zurück im Team war, «das hat allen nur gutgetan», so des Trainers Urteil. Sein Captain habe eine tolle Vorstellung gezeigt, so Piu.
Letztes Heimspiel gegen Concordia
Mit dem Sieg in Basel dürfte auch der letzte Stein vom Herzen gefallen sein. Denn nun sind alle Abstiegseventualitäten weggefegt. Das jedoch dementiert Piu. Er habe nie, wirklich gar nie irgendwie damit gerechnet, «dass wir Abstiegssorgen bekommen könnten». Denn es sei doch eine Frage der Zeit gewesen, «bis sich die Mannschaft wieder selbst belohnt». Und genau das hat sie in Basel gemacht.
Nun stehen noch zwei Spiele an. Am nächsten Samstag (16 Uhr) gegen Concordia Basel wird der FCW sein letztes Heimspiel dieser Saison bestreiten. Gegen Concordia Basel wird Piu nach drei Jahren letztmals im Stadion Niedermatten als FCW-Trainer tätig sein. Er erhofft sich einen positiven Abschluss in «seinem» Stadion. Danach folgt noch der Gang nach Bassecourt.
Fragezeichen und Zusage
Die Zukunft von Piu ist also geklärt. Der Grossteil der Mannschaft wird zusammenbleiben. Und wie sieht die Zukunft von Wohlens Top-Offensive Dramane Sissoko und Bijan Dalvand aus? Bei ihm sei noch nicht entschieden, ob er bleibe oder nicht, sagt Sissoko. «Die Chancen stehen bei 50 zu 50.» Bijan Dalvand verkündet dagegen voller Zuversicht: «Ich bleibe auch nächste Saison beim FC Wohlen.» Das freut wohl den Staff, den neuen Trainer Jérôme Oswald, die Mannschaft und die Fans.
--dm

