Der «Duracell-Hase» des Waldes
24.03.2026 Mutschellen, EnergieEin 1A-Waldlobbyist
Der Waldpreis von Wald Freiamt-Lenzburg geht an Christoph Schmid
Wenn von Engagement für den Wald die Rede ist, fällt sein Name schnell: Christoph Schmid. Der Förster und Betriebsleiter des Forstbetriebs ...
Ein 1A-Waldlobbyist
Der Waldpreis von Wald Freiamt-Lenzburg geht an Christoph Schmid
Wenn von Engagement für den Wald die Rede ist, fällt sein Name schnell: Christoph Schmid. Der Förster und Betriebsleiter des Forstbetriebs Mutschellen ist an der Mitgliederversammlung von Wald Freiamt-Lenzburg mit dem Waldpreis ausgezeichnet worden. Als Anerkennung für seinen aussergewöhnlichen Einsatz.
Sabrina Salm
Mit dem Waldpreis ehrt Wald Freiamt-Lenzburg Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für den Wald, die Forstwirtschaft oder den Umgang mit dem Naturraum einsetzen. Die Kriterien sind hoch: nachhaltig, innovativ, regional verankert – und mit Wirkung über den eigenen Betrieb hinaus. Christoph Schmid erfüllt all das in eindrücklicher Weise. Deshalb war für den Vorstand der Vereinigung der öffentlichen und privaten Waldbesitzer der Region Freiamt-Lenzburg schnell klar, dass der diesjährige Waldpreis an den Bremgarter geht.
Er weiss, wovon er spricht
Schmid setze sich mit «Beharrlichkeit, klaren Worten und klarer Linie» für eine nachhaltige Forstwirtschaft ein, hiess es. Als Präsident des Aargauer Forstpersonalverbandes und des Freiämter Forstvereins sowie als Vertreter im Vorstand von WaldAargau bringe er die Anliegen des Waldes in Politik und Gesellschaft ein und verschaffe ihnen Gehör. In der Laudatio wurde besonders seine Glaubwürdigkeit hervorgehoben. «Er weiss, wovon er spricht und lässt nicht locker», sagte Matthias
Ott, Förster in Lenzburg und im Vorstand von Wald Freiamt-Lenzburg für den Waldpreis. «Es ist eine Knochenarbeit.»
Schmid sei einer, der aus der Praxis komme und wisse, wovon er spreche. Diese Nähe zum Alltag der Forstbetriebe mache ihn zu einer starken Stimme der Branche. «Er ist ein 1A-Waldlobbyist.» Voller Dankbarkeit nahm Christoph Schmid seinen Preis entgegen. Dass sein Einsatz beachtet und mit dem Waldpreis gewürdigt wird, freut ihn: «Es ist schön zu sehen, dass es wahrgenommen wird.» Und es gibt ihm zusätzlichen Antrieb, sich weiter für den Wald und eine Branche, die oft im Spannungsfeld unterschiedlichster Erwartungen steht, einzusetzen.
Förster Christoph Schmid mit dem Preis von Wald Freiamt-Lenzburg ausgezeichnet
Er ist Förster, Betriebsleiter, Präsident – und vor allem ein unermüdlicher Kämpfer für den Wald: Christoph Schmid erhält an der Mitgliederversammlung von Wald Freiamt-Lenzburg den Waldpreis. Eine Würdigung für Herzblut, Beharrlichkeit und Glaubwürdigkeit.
Sabrina Salm
Der Förster und Betriebsleiter des Forstbetriebs Mutschellen steht wie kaum ein anderer für Engagement zugunsten des Waldes. Und das weit über seine tägliche Arbeit hinaus. In seiner Laudatio machte Matthias Ott, Förster in Lenzburg und im Vorstand von Wald Freiamt-Lenzburg für den Waldpreis zuständig, deutlich, weshalb die Wahl auf Schmid fiel: «Christoph Schmid hat den Waldpreis nicht wegen dem Sammeln seiner Ämtli verdient, sondern weil er sie ausfüllt.» Tatsächlich trägt Schmid eine beachtliche Verantwortung: Er präsidiert den Aargauer Forstpersonalverband, steht dem Freiämter Forstverein vor und vertritt die Branche im Vorstand von WaldAargau. Dazu kommt seine Tätigkeit als Betriebsleiter – eine vierfache Belastung, die er scheinbar mühelos meistert.
Spagat zwischen unterschiedlichen Ansprüchen
Doch es sind nicht die Funktionen allein, die ihn auszeichnen. Es ist die Art, wie er sie lebt. «Er vertritt den Wald gegenüber Politik und Verwaltung mit viel Beharrlichkeit, Herzblut und Verstand», betonte Ott. Schmid sei ein «Waldlobbyist» im besten Sinne – einer, der nicht mit lauten Parolen, sondern mit Argumenten und Standhaftigkeit für gute Rahmenbedingungen kämpft. «Einer, der mittendrin ist und weiss, wovon er redet.» Diese Bodenständigkeit verleiht ihm Glaubwürdigkeit.
Schmid kennt den Wald nicht nur aus Sitzungszimmern, sondern aus der täglichen Arbeit. Seit über 20 Jahren ist er im Forstbetrieb Mutschellen tätig. Er weiss, was es bedeutet, zwischen wirtschaftlichen Anforderungen, ökologischen Zielen und gesellschaftlichen Erwartungen zu vermitteln. «Er ist eine Stimme des Waldes, die gehört wird.»
Dass Christoph Schmid dabei oft an seine Grenzen geht, wurde in der Laudatio mit einem augenzwinkernden Vergleich deutlich: «Wer mit ihm zusammenarbeitet, weiss, dass er wie ein Duracell-Häschen ist.» Und doch schwang in diesem Bild auch Anerkennung mit – für jemanden, der unermüdlich im Einsatz ist. «Auch die stärksten Batterien müssen ab und zu aufgeladen werden», gab Ott ihm mit auf den Weg.
Aus tiefer Überzeugung
Schmid selbst zeigte sich sichtlich bewegt von der Auszeichnung. «Ich hätte nicht damit gerechnet – ich geniesse es sehr», sagte er. Für ihn sei es wichtig zu sehen, dass sein Einsatz wahrgenommen werde: «Sonst weiss man ja nicht unbedingt, ob man es richtig macht.» Seine Motivation speist sich aus einer tiefen Überzeugung. «Ich bin ein Harmoniemensch», erklärte er, «doch ich kämpfe für eine Sache, wenn ich weiss, dass es das wert ist.» Und der Wald ist es für ihn. Gerade in einer Zeit, in der die Ansprüche an den Wald stetig steigen, sieht er die Förster in einer Schlüsselrolle: «Wir müssen das Gesamte anschauen. Alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach.» Dabei gehe es nicht um kurzfristige Erfolge. «Man arbeitet für etwas, das lange nach uns noch bestehen wird», sagte Schmid. Der Wald verlange langfristiges Denken – ein Gegenentwurf zur schnelllebigen Zeit. «Es lohnt sich, sich für den Wald einzusetzen.» Gleichzeitig appellierte der in Hermetschwil-Staffeln wohnhafte Schmid an Behörden und Entscheidungsträger: «Schaut auf eure Förster. Förster sind Macher-Typen, keine Abklärungs-Typen.» Es brauche Unterstützung für innovative Ideen und Vertrauen in die Fachleute vor Ort.
Entscheid über Fusion auf 2027 geplant
Mitgliederversammlung Wald Freiamt-Lenzburg im Überblick
Die Mitgliederversammlung von Wald Freiamt-Lenzburg stand neben der Preisverleihung im Zeichen personeller Kontinuität und strategischer Weichenstellungen. Sämtliche bisherigen Vorstandsmitglieder stellten sich zur Wiederwahl, um insbesondere im Hinblick auf die laufenden Fusionsabklärungen Stabilität zu gewährleisten. Neu zur Wahl vorgeschlagen wurde Daniel Füglistaler, Gemeinderat von Villmergen, als Vertreter sowie als Delegierter bei WaldAargau.
Präsident Pius Wiss blickte auf ein Jahr mit hoher Holznachfrage zurück. Die Waldbesitzer konnten ihr Holz gut absetzen, auch wenn die Witterungsbedingungen die Arbeiten erschwerten. Der häufige Regen begünstigte zwar das Baumwachstum, stellte die Forstbetriebe jedoch vor Herausforderungen bei der Holzernte. Aus Sicht der Waldbesitzer sollten die Einschränkungen der Sommerholzernte gelockert oder besser ganz aufgehoben werden.
Ein zentrales Thema bleibt die geplante Fusion mit dem Freiämter Forstverein. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe hat bereits Statuten erarbeitet, die in den Vorständen positiv aufgenommen wurden. Der Entscheid der Mitgliederversammlungen ist für 2027 vorgesehen. Die Verschiebung um ein Jahr hängt mit einem grossen Holzerwettbewerb zusammen, den der Forstverein 2026 organisiert. «Eine Vermischung wäre nicht sinnvoll», hiess es dazu.
Grundsätzlich wird die Fusion von beiden Seiten als sinnvoll erachtet – auch weil bereits heute eng zusammengearbeitet wird. Falls ein positiver Entscheid gefällt wird, würde der Zusammenschluss der beiden Verbände Freiämter Forstverein und Wald Freiamt-Lenzburg auf Januar 2028 erfolgen. --sab


