Den Rechtsstaat schützen
06.01.2026 Dottikon, Region UnterfreiamtNeujahrsapéro in Dottikon
Erstmals begrüsste Patrick Keller als neuer Ammann die Bevölkerung. Er zog dabei einen Bogen vom weltweiten Geschehen zu den lokalen Verhältnissen. Und forderte alle zum konstruktiven Dialog auf.
Ist es ...
Neujahrsapéro in Dottikon
Erstmals begrüsste Patrick Keller als neuer Ammann die Bevölkerung. Er zog dabei einen Bogen vom weltweiten Geschehen zu den lokalen Verhältnissen. Und forderte alle zum konstruktiven Dialog auf.
Ist es angebracht, nur einen Tag nach der schrecklichen Brandkatastrophe im Wallis zu feiern? «Wir haben uns tatsächlich eine Absage überlegt. Aber uns dagegen entschieden. Es geht auch in dieser Zeit um gelebte Gemeinschaft», betonte Patrick Keller vor den rund 100 Gästen.
Der neu gewählte Ammann wies auf die vielen globalen Probleme hin. Und auf die Tatsache, dass einige der Mächtigsten der Welt sich über vieles hinwegsetzen, was bisher als Konsens galt. «Es gibt willkürliche Beschlüsse, welche die Grundpfeiler der juristischen und ökonomischen Rechtsstaatlichkeit untergraben», kritisierte er. Diese Rechtsstaatlichkeit müsse man beschützen und auch immer wieder erneuern, betonte er. Die Bevölkerung müsse den Behörden, den Abläufen und Entscheidungen vertrauen können. In Dottikon sei dies zum Glück noch der Fall, stellte er fest. Das bewiesen auch die Wahlen im Herbst.
Sich freuen auf Dialog
Damit dies so bleibe, brauche es aber eine transparente Entscheidungsfindung und eine offene Kommunikation. Sowie eine Politik, die sich an der Allgemeinheit orientiert und nicht an den Interessen Einzelner. Dazu sei der Gemeinderat in Dottikon bereit. Man wolle in den kommenden Jahren gezielt in die Infrastruktur investieren. Aber im Zentrum solle der Mensch stehen. «Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen und auf konstruktive Vorschläge und Ideen aus Ihren Reihen», wandte er sich an die Bevölkerung.
«Dottikon steht finanziell auf grundsolidem Fundament. Der Gemeinderat will die anstehenden Investitionen priorisieren, transparente Entscheidungsgrundlagen schaffen und die Bevölkerung frühzeitig informieren und einbinden», so Keller. Hinsichtlich Schule und Betreuung will der Gemeinderat mit einer vorausschauenden Schulraumplanung und längerfristig mit einem guten Angebot an Tagesstrukturen und der engen Zusammenarbeit mit den Schulen am Maiengrün und den Eltern die Qualität des Bildungsstandorts sichern. Ein wichtiger Fokus wird hier auch die Sprachförderung sein.
Klare Schwerpunkte setzen
Von ihrem Gemeinderat dürfen die Einwohnerinnen und Einwohner eine verlässliche und transparente Führung (Exekutive) und eine zeitgemäss digitalisierte und dienstleistungsorientierte Verwaltung erwarten. «Entwicklungen in Gesellschaft, Digitalisierung und Infrastruktur machen auch vor Dottikon nicht halt. Offenheit für neue Wege trägt dazu bei, dass die Gemeinde zukunftsfähig bleibt», so Keller im persönlichen Gespräch. 2026 ist auch ein Start in eine neue Amtsperiode. Welche Schlagzeile möchte der neue Gemeindeammann nach diesen vier Jahren gerne lesen? «No news is good news – so wären wohl keine Schlagzeilen am besten», entgegnet er. Gefallen würden ihm aber Überschriften wie «Dottikon investiert gezielt – Finanzen bleiben im Lot», dies würde zeigen, dass es gelingt, notwendige Investitionen in Infrastruktur und Angebote zu tätigen und trotzdem verantwortungsvoll mit den Gemeindefinanzen umzugehen. Oder auch «Schule Dottikon gerüstet für die Zukunft» – damit verbunden wäre der Nachweis, dass Schulraum, Betreuung und Qualität stimmen und Familien Dottikon als attraktiven Wohn- und Bildungsort wahrnehmen. Gefallen würde ihm aber auch «Dottiker Bevölkerung gestaltet ihre Gemeinde aktiv mit» – dies stünde für eine lebendige Beteiligungskultur, in der Bevölkerung und Gemeinderat gemeinsam Lösungen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Und genau dies liegt Keller und dem gesamten Gemeinderat am Herzen. --chh

