Das Dorf vorwärtsbringen
16.01.2026 Oberlunkhofen, KelleramtReferendum in Oberlunkhofen: Kredit für Mehrzweckhalle soll an die Urne gehen
Wenn es nach dem Kernteam «Referendumskomitee PRO Turnhalle» um Andrea Gassmann, Yvonne Kaufmann und Erich Rey geht, dann könnte Oberlunkhofen nach der Volksabstimmung vom ...
Referendum in Oberlunkhofen: Kredit für Mehrzweckhalle soll an die Urne gehen
Wenn es nach dem Kernteam «Referendumskomitee PRO Turnhalle» um Andrea Gassmann, Yvonne Kaufmann und Erich Rey geht, dann könnte Oberlunkhofen nach der Volksabstimmung vom 8. März mit dem Bau seiner Mehrzweckhalle beginnen. Das Komitee hebt hervor, dass es das Dorf vorwärtsbringen will – und dass es ans Projekt Doppelhalle glaubt.
Verena Anna Wigger
Zustande kam die Referendumsgruppe direkt nach der Ablehnung des Projektentscheids an der letzten Winter- «Gmeind». «Unser Dorf sollte es doch schaffen, mal einem Kredit zuzustimmen», davon ist die Gruppe um Yvonne Kaufmann, Andrea Gassmann und Erich Rey überzeugt. Für sie ist nicht nachvollziehbar, wie es zur Ablehnung kommen konnte. Erich Rey sagt: «Die Bevölkerung war laufend in den Prozess eingebunden. Das Projekt, welches der Gemeinderat 2024 vorgestellt und zur Abstimmung gebracht hat, haben die Einwohner mit einem Kredit von 14,25 Millionen Franken angenommen.» Abgelehnt wurde das Budget im November 2024, weil es mit einer achtprozentigen Steuerfusserhöhung verbunden war. Der Raumbedarf für Schule, Vereine und Gemeinde sei unumstritten. Zumal das Projekt für Oberlunkhofen einen grossen Nutzten darstellen werde. So beinhaltet es doch eine Doppelturnhalle, 200 Zivilschutzunterkünfte, Jugendräume und mehrere Vereinsräume. Die Präsentation des Projekts habe auch gezeigt, dass es sich um einen raffinierten Bau handle, der mehrere Anforderungen erfülle. Somit seien vielfältige Nutzungssynergien erfüllt. Zu einem späteren Zeitpunkt können diese weiterentwickelt werden. Der Bau sei eine Aufwertung des Dorfeingangs aus Richtung Jonen zur Gemeinde Oberlunkhofen.
Tragbares Projekt für die Gemeinde
Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Referendum ergriffen, aufgrund der Kopplung des Projekts mit der geplanten Steuererhöhung. Wie sich nun aber zeige, sei diese Erhöhung nicht vonnöten. Würde das Projekt realisiert, werde die Gemeinde wohl für ein paar Jahre mit einer höheren Verschuldung leben müssen, doch diese sei durchaus tragbar. Zumal in Oberlunkhofen aktuell neuer Wohnraum entstehe und weitere Wohneinheiten geplant sind. Damit sei auch zu erwarten, dass die Steuereinnahmen im Rahmen des Bisherigen bleiben oder gar zunehmen, ist die Gruppe überzeugt.
Weitere wichtige Punkte in der Argumentation der Gruppe sind Kosten, Kostenentwicklung und Wirtschaftlichkeit. Auch wenn das Projekt mit 14,25 Millionen heute «teuer» erscheine, müsse man die gestiegenen Kosten durch die aktuelle Weltwirtschaftslage und steigende Materialkosten in Betracht ziehen. «Kostet ein Nachfolgeprojekt nicht mehr als das aktuelle, gelungene Projekt?», fragt die Gruppe. Beim vorliegenden Projekt «Liebelle» könnten auch lokale Unternehmen berücksichtigt werden, was für die Region wirtschaftlich ebenfalls von Interesse sei. Eine solide und qualitative gute Bauweise vermindere dazu die Folge- und Unterhaltskosten. Zudem sind die Initiierenden der Auffassung, dass mit dem Überweisungsantrag die gewünschten vier Millionen Franken nicht eingespart werden können. Die Bevölkerung könnte von den bereits getätigten Planungskosten von rund 1,5 Millionen profitieren und müsste sich diese nicht ans Bein streichen.
Stimmung wahrnehmen in der Bevölkerung
Dass das Anliegen in der Bevölkerung auf grosses Interesse stösst, habe die Unterschriftensammlung gezeigt. Benötigt wurden 155 Unterschriften. Innerhalb von wenigen Tagen hätten sie 270 gültige Unterschriften erhalten. Die Stimmung in der Bevölkerung sei jedoch so, dass sie des Öfteren gehört hätten, ob es nicht eine «Zwängerei» sei. Die Argumente, welche sie präsentierten, hätten die Einwohner jedoch überzeugt. Ein Argument aus der Bevölkerung sei auch, dass man sich der Kosten für die Halle ja auch bewusst gewesen sei. Und eine Steuerfusserhöhung sei definitiv nicht notwendig, wie aktualisierte Zahlen zeigen.
Wichtig ist der Gruppe von rund 20 Personen, dass sie das Referendum ergriffen hat, um ihr Dorf vorwärtszubringen. Sie vertreten weder die Interessen von Vereinen noch ihre eigenen. Ihnen sei es vielmehr wichtig, dass Oberlunkhofen für seine Bevölkerung auch in Zukunft eine attraktive Wohnortgemeinde bleibe.


