«Dankbar und genial»
17.02.2026 SportOlympia: Der Freiämter Philipp Stöckli ist seit zwei Wochen in Cortina und erlebt die Spiele hautnah
Philipp Stöckli (46) hat in seinen über 20 Jahren beim Schweizer Fernsehen schon einiges erlebt. Aktuell ist er an den Olympischen Spielen in Cortina ...
Olympia: Der Freiämter Philipp Stöckli ist seit zwei Wochen in Cortina und erlebt die Spiele hautnah
Philipp Stöckli (46) hat in seinen über 20 Jahren beim Schweizer Fernsehen schon einiges erlebt. Aktuell ist er an den Olympischen Spielen in Cortina mit dabei. «Weil die Schweizer Athletinnen und Athleten fleissig Medaillen sammeln, fällt auch uns die Arbeit etwas einfacher», sagt der Aristauer. «Und Franjo Von Allmen mit seinen drei Goldmedaillen war schlicht genial.»
Stefan Sprenger
«House of Switzerland», Cortina d’Ampezzo. Ein schöner, holziger Bau. Davor eine Curling-Anlage. Im Innern treffen sich Fans und Athleten – und können ein Fondue bei hübscher Atmosphäre geniessen. Philipp Stöckli begrüsst gestern Montag und lädt zu einem kurzen Kaffee ein. «Die vielen Schweizer Erfolge und Medaillengewinne haben uns natürlich gefreut», sagt er lächelnd. Für Stöckli ist Cortina d’Ampezzo seit dem 31. Januar quasi sein Zuhause. Denn beim Nations Village stehen auch die Containerbüros des Schweizer Fernsehens, das mit rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Olympia dabei ist. Vieles – wie etwa die Regie und die Live-Sendungen – wird von Zürich aus gesteuert.
Schon viel erlebt
Philipp Stöckli arbeitete einst als Sportredaktor bei dieser Zeitung. Seit über 20 Jahren ist er beim Schweizer Fernsehen, war Hauptverantwortlicher bei grossen Kisten wie der Fussball-WM und den Eidgenössischen Schwingfesten. Die Winterspiele erlebte er erstmals in Vancouver 2010, war auch in Sotschi 2014 und Peking (2022) dabei. Wobei dort machte Stöckli nationale Schlagzeilen, weil er aufgrund eines positiven Covid-Tests (aber keinerlei Symptome) knapp zwei Wochen in Isolation verbringen musste.
Mehr Tradition in Italien
Der erfahrene Produzent und Projektleiter beim Schweizer Fernsehen hat an Olympia 2026 eher eine Rolle im Hintergrund. Er erledigt Planungsarbeiten. «Ich verteile Aufträge, setze die richtigen Leute am richtigen Ort ein, kontaktiere Verbände und mache die Tagesplanung. Es sind Kleinigkeiten, die zum grossen Ganzen beitragen», erklärt er. Olympia in Italien erlebt er als sehr angenehm. «Nach Russland und Asien kehren die Olympischen Spiele nach Europa zurück. Man spürt, dass die Wintersportarten hier mehr Tradition haben. Es gibt zudem viele Schweizer Fans, was für uns die Arbeit cooler macht. Und dass die Schweizer Athletinnen und Athleten bislang an Olympia viele Medaillen abräumen, ist auch für unsere Arbeit natürlich spannender und angenehmer», erzählt er. In Cortina d’Ampezzo sei «kein Menschengewusel», sondern alles relativ gut organisiert und weitläufig, wie er sagt. An Olympia gelten etwas strengere Regeln, diejenigen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). «Das macht alles ein wenig aufwendiger, aber das war uns bewusst. Wir können hier sehr gut arbeiten und es gibt wenig Nebenschauplätze.»
Heisst: Man kann sich auf den Kern fokussieren. Nämlich die sportlichen Höchstleistungen in die Schweizer Stuben zu bringen. Und von diesen gab es einige. Stöckli erzählt vom dreifachen Olympiasieger Franjo von Allmen. «Ein super sympathischer Kerl, der drei Mal Gold holt. Eine tolle Geschichte. Er weiss wohl selbst nicht so recht, was mit ihm in den letzten Tagen passiert ist», sagt Stöckli. Auch die Bronzemedaille von Skispringer Gregor Deschwanden ist ihm in bester Erinnerung geblieben. «Das kam aus dem Nichts und war eine von ganz vielen coolen Geschichten. Das ist Olympia.» Die Medaillenausbeute und Leistungen stuft er hoch ein. «Es sind erfolgreiche Spiele. Im Fall von Von Allmen gar historisch.»
«Es macht riesigen Spass»
Dass die Freizeit knapp ist und er immer die Spätschicht des Tages übernimmt, stört ihn gar nicht. «Es macht riesigen Spass.» Bei sportlichen Grossereignissen dabei zu sein, erfüllt ihn auch noch nach zwei Jahrzehnten mit grosser Dankbarkeit. «Es ist ein Privileg, und ich weiss es zu schätzen», sagt er.

