Historisches Schützenfest im neuen Glanz – Erinnerungsschiessen am 9. Mai
Auf dem Waffenplatz findet am 9. Mai zum vierten Mal das Historische Erinnerungsschiessen «Staudenschlacht» statt. Die Schützengesellschaft Bremgarten erwartet Frauen und ...
Historisches Schützenfest im neuen Glanz – Erinnerungsschiessen am 9. Mai
Auf dem Waffenplatz findet am 9. Mai zum vierten Mal das Historische Erinnerungsschiessen «Staudenschlacht» statt. Die Schützengesellschaft Bremgarten erwartet Frauen und Männer aus der ganzen Schweiz zu diesem denkwürdigen Schützenfest – das nur unweit des Schlachtfeldes stattfindet, auf dem einst ein tragisches Gemetzel zu beklagen war.
Es war der 26. Mai 1712, der Samstag nach Fronleichnam, als auf dem Feld zwischen Fischbach-Göslikon 87 tote reformierte Berner und über 400 gefallene katholische Innerschweizer lagen. Die Schlacht dauerte lediglich zwei Stunden und steht als Staudenschlacht in den Geschichtsbüchern. In der oberen Ebene von Bremgarten steht ein unscheinbarer Gedenkstein. Seit Ostern erstrahlt er in neuem Glanz und weist auf etwas Grosses im Schweizerischen Schiesssport hin: das vierte Historische Erinnerungsschiessen Staudenschlacht auf dem Waffenplatz Bremgarten. Dieses findet am 9. Mai statt.
Schon als Jungschütze davon geträumt
In der Schweiz gibt es nur 20 solche historischen Schützenfeste. Eines davon ist besagtes «Staudenschlacht»-Schiessen in Bremgarten. Und das ist vor allem Stefan Hausherr zu verdanken. Seit er als 16-jähriger Jungschütze am historischen Schützenfest in Morgarten mitmachen durfte, hat ein Wunsch ihn nicht mehr losgelassen: so ein Schützenfest auch in Bremgarten zu organisieren. Er habe seine Schützenkollegen später so lange genervt, bis er sie überzeugen konnte und grünes Licht bekam, berichten seine Weggefährten schmunzelnd.
Beliebt in der ganzen Schweiz
Auch Corona konnte das Vorhaben nicht stoppen, und so steht am 9. Mai bereits das vierte «Schützenfest Staudenschlacht» an. Ein Erinnerungsschiessen, das sich inzwischen zu einem der beliebtesten Anlässe der Schützen in der ganzen Schweiz gemausert hat.
«Mit unserem speziellen Scheibenbild, unüblichen Distanzen und dadurch dass der Schütze erst am Absenden sein Resultat erfährt, haben wir ein einzigartiges Schützenfest in die Welt gerufen», sagt OK-Präsident Stefan Hausherr stolz.
Der Gedenkstein strahlt wieder
Die organisierende Schützengesellschaft Bremgarten unterlässt nichts, um diesen Anlass in einem würdigen Rahmen stattfinden zu lassen. Vor Ostern machten sich einige OK-Mitglieder, Helfer und zwei Kinder auf in den Wald, um den Gedenkstein zu putzen. Nach drei Stunden Arbeit bei guter Laune erstrahlt der Stein wieder in altem Glanz und erinnert Passanten an das fürchterliche Gemetzel vor Bremgarten vom Mai 1712. --zg/red
Die Stunde der Freiämter?
Die ersten drei Erinnerungsschiessen haben die Berner dominiert. Deshalb ist OK-Präsident Stefan Hausherr der Ansicht, dass die «Schlacht» im Schiessstand nun auch einmal zugunsten der Luzerner oder Freiämter ausgehen darf. Als Motivation hat das OK mit den «Lozärner Tätschchappe» eine spezielle Musikformation engagiert. Und was wird dem Publikum geboten? Stefan Hausherr: «Ein interessanter Wettkampf, eine unglaublich gute Musikkapelle, gute Stimmung, interessante Diskussionen und die Festansprache von Nationalrat Christoph Riner.»