Begeisterung dank viel Kunst
06.03.2026 Kunst, Wohlen«Arts Day» an der Kantonsschule Wohlen: Über 700 Schülerinnen und Schüler erleben einen aussergewöhnlichen Tag
«Ein historischer Tag», sagt Kantirektor Matthias Angst schon früh am Morgen. Der «Arts Day» am Mittwoch ...
«Arts Day» an der Kantonsschule Wohlen: Über 700 Schülerinnen und Schüler erleben einen aussergewöhnlichen Tag
«Ein historischer Tag», sagt Kantirektor Matthias Angst schon früh am Morgen. Der «Arts Day» am Mittwoch war für beinahe 1000 Menschen ein Highlight. Und es liegt fast auf der Hand, dass dieser Anlass in Zukunft wohl wiederholt wird.
Stefan Sprenger, Daniel Marti
Stift, Papier – und fünf Minuten durchschreiben. «Einfach machen», sagt Gina Walter. Die Slam-Poetin aus dem Kanton Baselland leitet einen der total 47 Workshops am «Arts Day» an der Kantonsschule in Wohlen. Als alle im Raum fünf Minuten ihre Gedanken aufs Papier gebracht haben, gibt es erstaunte Gesichter. «Megaspannend, was herausgekommen ist», meint ein Kantischüler, der sich diesen Workshop ausgesucht hat, weil er Gina Walter schon einmal auf der Bühne sah und begeistert war angesichts ihrer Fähigkeiten, mit Wörtern zu jonglieren.
Und man spürt in diesem Raum, dass alle mit Begeisterung und grossem Interesse dabei sind. Der Rahmen ist locker. Man muss nicht, man darf. So sieht es wohl in allen 47 Workshops und 12 Sessions am «Arts Day» aus. Die Vielfalt ist gigantisch: Musik, Grafik, Film, Tanz, Fotografie, bildende Kunst, Design, Literatur – und mehr.
Unter den rund 50 Kunstschaffenden, die der Schülerschaft ihr Wissen in den jeweiligen Künsten vermitteln, sind auch einige Freiämter. Pirmin Breu (Wohlen, Graffiti und Street Art als neue Kunstform), Jeremy Chavez (Villmergen, Politik und Comedy, mit Jokes gegen die Tagesschau), Hannah Dobbertin (Muri, wie aus einem Script ein Film wird), Titus Bütler (Wohlen, Video-Editor) oder Lars Christen (Wohlen, wie Songs entstehen).
Kantirektor Angst: «Wiederholung liegt in der Luft»
Es ist ein Erfolg, dieser «Arts Day» an der Kantonsschule Wohlen. Am Morgen erfolgt der Auftakt mit Jeremy Chavez. Der Künstler rappte auf dem Dach, alle Schülerinnen und Schüler waren auf der Piazza Calatrava. Ein toller Moment für Kantirektor Matthias Angst: «Das ist ein historischer Tag», sagte er. Denn erstmals in seiner Amtszeit als Rektor, seit 2017, ist die ganze Schule auf einem Platz versammelt. «Das ist für mich eine wunderbare Premiere. Ich werde diesen Tag geniessen.» Angst realisiert, dass an jenem Tag ebenfalls das farbenfrohe Holi-Fest in Indien stattfand. «Ebenso bunt und vielfältig wie das Holi-Fest verlief auch unser ‹Arts Day›, der auch vom perfekten Wetter profitierte. Dutzende von Kunstschaffenden aus irgendwelchen Branchen berichteten von tollen Begegnungen und spannenden Ergebnissen in der Zusammenarbeit mit den mehr als 700 Jugendlichen. Auf das Feedback der Schülerschaft sind wir gespannt. Die ersten Reaktionen waren sehr positiv. Eine Wiederholung in einigen Jahren liegt in der Luft.»
Das hören die Organisatoren natürlich gerne. Martin Steiner (aus Bremgarten) und Gabriela Rey (aus Beinwil am See) – die beide seit über 10 Jahren an der Kanti Wohlen unterrichten – teilen sich das Amt der OK-Leitung dieses Anlasses. Steiner hatte vor mehreren Jahren die Idee dazu. Und er strahlte über beide Ohren an diesem Tag.
Steiner: «Starke Teamarbeit»
«Die Vorbereitungen laufen seit rund 1,5 Jahren. Es war eine starke Teamarbeit, alle haben viel Herzblut investiert. Wir sind stolz und zufrieden.» Gabriela Rey steht daneben und meint: «Ich habe die letzten Nächte schlecht geschlafen – aber aus positiven Gründen. Denn die Umsetzung dieses ‹Arts Days› ist für uns eine wunderbare Sache und die Vorfreude war gross», erklärt sie. Steiner fügt an: «Wir haben im Vorfeld alles unternommen, damit es ein toller Tag wird. Mehr geht nicht.» Die Fülle an Angeboten ist riesig und die Organisation wird sehr gross gewesen sein. Der «Arts Day» wird finanziell unterstützt von Stiftungen aus dem Freiamt, von «Kultur macht Schule» sowie von zwei Chorkonzerten.
Der Tag brilliert mit besonderer Atmosphäre, mit einer riesigen Fülle an Kunst-Angeboten, die wohl für jeden Geschmack etwas anzubieten hat. Und die Schülerinnen und Schüler durften zwei Workshops ihrer Wahl besuchen und so reinschnuppern in jene Themen, die ihnen besonders gefallen. So entstanden auch viele bleibende Begegnungen und Erinnerungen.
Steiner und Rey hoffen, dass auch nachhaltig etwas bleiben wird von diesem Tag. Sie betonen, dass der Support der Kanti für dieses Projekt von Anfang an da war. «Das ist eben der tolle Geist dieser Schule», wie Rey meint. Am «Arts Day» erhielt die Kanti ein anderes, farbenfroheres Gesicht. Und womöglich nicht zum letzten Mal. «Wir warten erst mal die Feedbacks ab», sagt Steiner. Aber wenn man in die Gesichter sieht, entdeckt man viel Zufriedenheit, Freude und Begeisterung. Wie von Rektor Angst angedeutet, könnte der «Arts Day» auch in Zukunft durchgeführt werden – vielleicht sogar auch mit einem Teil, wo die breite Öffentlichkeit teilnehmen kann? Man ist «offen für vieles», wie Steiner sagt. Das ist die Grundvoraussetzung, denn es ist genau jene Offenheit, die solch gewinnbringende Anlässe überhaupt erst möglich macht.





