Der 1. August als Workshop
04.08.2026 Bremgarten1. August am Reussufer
Vielfältige und stimmungsvolle Bremgarter Feier
Der Nationalfeiertag in Bremgarten lockte über 500 Besucherinnen und Besucher ans Reussufer. Ein Mitmachzirkus, Lampions, gelungene Ansprachen, gemeinsames Singen, reichlich ...
1. August am Reussufer
Vielfältige und stimmungsvolle Bremgarter Feier
Der Nationalfeiertag in Bremgarten lockte über 500 Besucherinnen und Besucher ans Reussufer. Ein Mitmachzirkus, Lampions, gelungene Ansprachen, gemeinsames Singen, reichlich Speis und Trank und eine Lasershow sorgten für Unterhaltung und ein harmonisches Miteinander. Der Geburtstag der Schweiz wurde in Bremgarten gewohnt gelungen gefeiert.
--huy
Bremgarten feiert sein Land, sein Städtli und seine Gemeinschaft
Gut 500 Menschen begehen den Nationalfeiertag zusammen beim Casino-Reussufer. Ein überaus harmonisches und abwechslungsreiches Fest mit einer gelungenen Ansprache – das trotz Feuerwerksverbot nicht ohne buntes Spektakel auskommen musste.
Marco Huwyler
In Zufikon tritt ein bekannter Komiker auf. In Wohlen der kreativste und erfolgreichste Werber der Schweiz. Andernorts CEOs von grossen Firmen, Politiker – Gross-, Regierungs- oder gar Bundesräte. «Und hier bei euch, einfach einer, der in Bremgarten wohnt», stellte Jonas Meier, Festredner der diesjährigen Bundesfeier im Städtli, in seiner Ansprache fest.
Er, der «einfach in Bremgarten wohnt», tritt zwar damit gutschweizerisch bescheiden auf (was natürlich vorzüglich zum Anlass passt), ist aber von all dem anderen eigentlich auch ein bisschen etwas. Nicht CEO einer Grossfirma – aber Geschäftsführer der Integra. Kein Bundesrat – aber Lokalpolitiker in einer Ortspartei. Und kein Komiker zwar – aber unterhaltsam und witzig ist das, was Jonas Meier am Casino-Ufer zum Besten gibt, allemal.
Stolz auf Glück?
Seine Rede nimmt uns und unsere Eigenarten auf die Schippe. Mit Pointen von Aromat über Zopf bis zur SBB. Sie handelt von unserem «Grüezi», Zungenbrechern, Twint, der Millionärsdichte, höflichen Weihnachtsglückwünschen – und einem gewissen Stolz auf all dies. Bzw. eben nicht – weil es im Prinzip schlicht Glück ist, hier leben zu dürfen. Meier stellt sich und den Anwesenden die Frage – weshalb eigentlich an jenem Nationalfeiertag all die Menschen landauf, landab einem Festredner wie ihm zuhören. «Würde es nicht besser zu uns passen gemeinsam zu diskutieren, Kompromisse zu schmieden und Lösungen zu erarbeiten?»
Workshops an den Festbänken schlägt er zu diesem Zweck vor. Und bildet fiktiv schon mal Arbeitsgruppen, bei denen er die anwesenden Lokalpolitiker in die Pflicht nimmt – von Stadtammann Stephan Troxler über Stadträtin Claudia Bamert bis hin zu Stadtrat Daniel Sommerhalder.
Von Infantino bis Troxler
Diese nehmens mit einem herzhaften Schmunzeln zur Kenntnis. Zwar leiten sie an diesem Abend keine Workshops – und doch sind sie hier, gelöst, geben sich volksnah und halten so manchen Schwatz an den Festbänken. Schliesslich ist es eine dankbare Gelegenheit, die sich auch der gesundheitlich leicht angeschlagene Stadtammann nicht nehmen lassen will. In seinem Grusswort thematisiert Stephan Troxler die sich schnell drehende Welt, in der sich die zumeist negativen Themenfelder einen Schlagabtausch liefern. «Von der Strasse von Hormus über Bomben in der Ukraine bis hin zu Gianni Infantino.» Auch sein eigener kleiner Troxler-Kosmos habe sich rasant gedreht in den letzten Jahren, bemerkt er bei dieser Gelegenheit. Er, der die Feier als Bremgarten-Tourismus-Präsident jahrelang organisierte, stehe plötzlich in ganz anderer Funktion da – zuerst als Stadtrat und nun gar als Stadtammann. Als solcher lobte er die gelebte Solidarität im Städtli. «Die uns beispielsweise die Vereine aus Hermetschwil-Staffeln heute wieder schön vor Augen führen.»
Grosser Hunger
Jene sind heuer im Verbund für die Gastronomie der 1.-August-Feier am Reussufer zuständig. Eine Aufgabe, die sie vorzüglich managen. Mit dem Wermutstropfen, dass wohl der Aufmarsch bzw. der Appetit der Menschen etwas unterschätzt wurde. Schon relativ früh gehen die Pommes frites zur Neige. Und auch Bratwürste sind noch weit vor Festende nicht mehr zu haben.
Laser über der Reuss
Und doch braucht das Reussufer niemand hungrig zu verlassen, schliesslich ist das Angebot gross. So wird auch nach den festlichen Ansprachen fleissig gegessen, getrunken und gelacht. Nach dem Eindunkeln ist der Einheimische Michael Brem dafür verantwortlich, dass trotz abgesagtem Feuerspektakel ein buntes Highlight folgt – seine Lasershow über der Reuss und vor der Schoggisiite bildet den krönenden Abschluss des Schweizer Geburtstages am Ufer des Städtli. Ein schönes, farbiges Spektakel – wenngleich zu wenige Luftpartikel am Ende verhindern, dass es sich in seiner ganzen Pracht entfalten kann. Das fällt aber insgesamt kaum ins Gewicht. Der 1. August in Bremgarten war einmal mehr ein fröhlicher und einender Anlass. Einer an dem nicht nur die Nationalhymne, sondern auch das Bremgarter Lied zusammen gesungen wird. Da passt es doch vorzüglich, dass die Ansprache «nur» jemand hält, «der einfach hier wohnt.»




