Auf der Suche nach Grenzen
14.07.2026 Sport, Weitere SportartenTriathlon: Jannis Fischer aus Merenschwand hat den Ironman in Thun absolviert
Jannis Fischer leitet die Leichtathletik-Jugendriege des TV Merenschwand. Zugleich probiert er immer wieder Extremsportarten aus. Der 23-Jährige startete in Thun zu seinem ersten ...
Triathlon: Jannis Fischer aus Merenschwand hat den Ironman in Thun absolviert
Jannis Fischer leitet die Leichtathletik-Jugendriege des TV Merenschwand. Zugleich probiert er immer wieder Extremsportarten aus. Der 23-Jährige startete in Thun zu seinem ersten Ironman-Triathlon. Er kam deutlich schneller ins Ziel, als ursprünglich geplant.
Josip Lasic
«Es war richtig geil», sagt Jannis Fischer über den Ironman in Thun. «Für mich lief es wirklich perfekt.» Von Anfang bis Ende fühlte er sich wie im Flow. «Das ging schon am Morgen des Wettkampftages los. Ich bin aufgestanden, habe meine Pasta gegessen und war ab da im Tunnel. Alles lief wie auf Autopilot.» Daran änderten auch die Wellen im Wasser nichts, die ihm zu Beginn etwas zusetzten. «Ich dachte nur von Posten zu Posten und liess mich nicht aus der Ruhe bringen.»
Nur die schöne Aussicht unterwegs und die Kollegen am Strassenrand holten ihn zeitweise aus seinem Fokus. «Aber auch diese Dinge halfen mir in Situationen, in denen ich zu beissen hatte.» Sein Minimalziel für die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und den Marathonlauf über 42,2 km war: nach spätestens elfeinhalb Stunden im Ziel sein. Gehofft hatte er auf zehneinhalb Stunden. Am Ende stoppte die Uhr bei 10 Stunden, 15 Minuten und 31 Sekunden. Für das Schwimmen brauchte Fischer 1:11.37, auf dem Rad 5:35.22 und für den abschliessenden Marathon 3:18.02. In seiner Altersklasse der Männer von 18 bis 24 Jahren belegte er Rang 15 von insgesamt 207 Teilnehmern. Bei den Männern holte er Rang 171 und in der Gesamtwertung Rang 191 unter insgesamt 2156 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Er war stolz, seine erhoffte Zeit sogar noch unterboten zu haben.
Anfänge in Turnverein und Unihockey
Dass Fischer einmal einen kompletten Ironman bestreiten würde, zeichnete sich nicht von Anfang an ab. Seine sportlichen Wurzeln liegen beim TV Merenschwand, dem er noch immer angehört, sowie beim Unihockeyclub Ramba Zamba Merenschwand. «Unihockey habe ich rund zehn Jahre lang gespielt. Danach habe ich mich auf den Turnverein fokussiert.» Neben der Leichtathletik beim TV Merenschwand absolvierte er schon früher gern regionale Volksläufe wie den Hallwilerseelauf oder den Pfingstlauf. Während der Corona-Pandemie intensivierte er sein Lauftraining. «Man konnte ja kaum eine andere Sportart ausüben ausser zu rennen.» Relativ schnell kam ihm die Idee, einmal die Ironman-WM auf Hawaii zu absolvieren. Gleichzeitig wusste er, dass ein Start auf Hawaii für Amateure auch finanziell eine grosse Herausforderung ist.
Er begann, Schritt für Schritt auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Seinen ersten Marathon in Zürich absolvierte er noch virtuell. Den zweiten und dritten lief er in Luzern, den vierten in Wien. Daneben nahm er an einem Backyard Ultra teil. Dabei geht es darum, Stunde um Stunde eine Strecke von sechs bis sieben Kilometern zurückzulegen. Wer die nächste Runde nicht mehr rechtzeitig schafft, scheidet aus. Fischer legte in 16 Stunden 110 Kilometer zurück. 70.3, also einen Triathlon über die halbe Ironman-Distanz. Der komplette Ironman in Thun war der nächste Schritt. «Ich probiere gern Neues aus, teste Grenzen aus und setze mir Ziele, auf die ich hinarbeiten kann.»
Die Idee, am Ironman auf Hawaii zu starten, stiess in den vergangenen Jahren viele sportliche Abenteuer an. Obwohl Fischer die Halbdistanz bereits kannte, war er vor seinem ersten Start über die volle Ironman-Distanz nervös.
Für die Vorbereitung auf den Anlass in Thun absolvierte er sechs bis sieben Trainings pro Woche. Meist investierte er zehn bis zwölf Stunden, in Spitzenwochen waren es bis zu 20. Das war ein intensives Programm für Fischer, der an der Pädagogischen Hochschule Luzern studiert, sich zum Lehrer ausbilden lässt und daneben bereits an der Oberstufe in Muri unterrichtet.
Bleibt der Leichtathletik weiterhin treu
Daneben leitet er weiterhin die Leichtathletik-Jugendriege des TV Merenschwand. Fischer gehört dem Verein seit frühester Jugend an und nimmt auch an Leichtathletik-Wettkämpfen teil. Seine Disziplinen sind die 800 und 1000 Meter, dazu kommen Weitsprung, Pendelstafette und Speer. Der Vereinswettkampf ist für ihn die sportliche Basis und zugleich eine Art Ausgleich. Jetzt hat Fischer seinen ersten Ironman hinter sich. Wird er demnächst einen weiteren bestreiten? «Es wird wieder einen geben, aber ich kann noch nicht sagen, wann. Vielleicht in einem Jahr. Oder doch erst später. Gerne würde ich mal einen Neujahresmarathon rennen. Ich kann mir ebenso vorstellen, einen Ultramarathon auszuprobieren.»
Welches Ziel als Nächstes folgt, lässt Fischer vorerst offen. Demnächst absolviert er ein Auslandssemester in Cardiff. Deshalb hat er sich noch nicht auf eine neue Herausforderung festgelegt. Lange dürfte Jannis Fischer ohnehin nicht ohne ein neues sportliches Ziel bleiben.


