Asylunterkunft in St. Josef-Stiftung
05.05.2026 BremgartenNeue Asylunterkunft
Die Stadt Bremgarten und die St. Josef-Stiftung spannen bei der Unterbringung von Asylsuchenden zusammen. Die Stadt mietet sich zu diesem Zweck im ehemaligen Personalhaus der Stiftung ein.
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Die Stadt und die ...
Neue Asylunterkunft
Die Stadt Bremgarten und die St. Josef-Stiftung spannen bei der Unterbringung von Asylsuchenden zusammen. Die Stadt mietet sich zu diesem Zweck im ehemaligen Personalhaus der Stiftung ein.
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Die Stadt und die Stiftungsleitung schliessen einen Mietvertrag für zwei Jahre
Im ehemaligen Personalhaus der St. Josef-Stiftung werden ab Juli Asylsuchende untergebracht. Dabei handelt es sich um Frauen und Kinder aus der Ukraine. Die Stadt Bremgarten mietet dafür drei Stockwerke für maximal 45 Geflüchtete.
Marco Huwyler
«Wir sind froh und erleichtert», lächelt Stadtrat Daniel Sommerhalder. Im vergangenen Herbst hatte er gemeinsam mit Thomas Bopp bei einem unverbindlichen Kaffee jene Übereinkunft aufgegleist, die man jetzt frohen Mutes offiziell verkünden kann. Die Stadt mietet ab dem 1. Juli bis Mitte 2028 drei Stockwerke im ehemaligen Personalhaus der St. Josef-Stiftung. Damit schafft man in Bremgarten auf einen Schlag neuen Wohnraum für bis zu 45 Asylsuchende.
Im Moment scheint die Lage komfortabel zu sein
Auf den ersten Blick wäre solcherlei ja gar nicht nötig. Denn eigentlich ist Bremgarten vergleichsweise in einer komfortablen Situation, obwohl die Asylzahlen bundesweit nach wie vor rekordhoch sind und die Verteilung Gemeinden an ihre Grenzen bringt. Solange unter der Bärenmatt nämlich ein kantonales Asylzentrum betrieben wird, werden der Stadt die dortige Kapazität von 150 Plätzen auf ihr Pflichtkontingent angerechnet – auch wenn wie momentan nur 50 Plätze belegt sind. Das Pflichtkontingent von aktuell 107 Personen ist damit in Bremgarten bereits mehr als erfüllt. Zumal aktuell 84 weitere Personen quer über das ganze Stadtgebiet in einzelnen Wohnungen einquartiert sind, welche dieser Aufnahmepflicht angerechnet werden.
Nun ist man gewappnet
«Es ist dennoch wichtig, dass wir nun etwas Luft haben», sagt Sommerhalder. Denn bei der Stadt erinnert man sich noch gut an die Zeiten vor der Bärenmatt-Unterkunft. «Als wir uns für jede freie Wohnung in Bremgarten bewerben mussten und dennoch auf keinen grünen Zweig kamen.» Und die Lage im Asylwesen bleibt volatil. «Es kann sein, dass morgen die Nachricht kommt, dass das kantonale Bremgarter Zentrum geschlossen wird», sagt Sommerhalder. Denn die Anlage im Bunkersystem unter dem Alterszentrum wird eine der ersten sein, die wieder schliesst, wenn sich die Unterbringungsknappheit für Asylsuchende auf Kantonsebene entspannt. «Man will die unterirdischen Unterkünfte nicht länger als nötig betreiben», weiss Sommerhalder – und dass derzeit bereits an neuen oberirdischen Lösungen gebaut wird.
«Ein fairer Deal für beide»
Dank der jetzigen Übereinkunft mit der St. Josef-Stiftung hat Bremgarten für diesen Fall vorgesorgt – und profitiert auch kurzfristig. «Wir können so einige Wohnungen kündigen und wieder für den normalen Markt freigeben», sagt Claudia Geissmann, die stellvertretende Leiterin der sozialen Dienste bei der Stadt. Zudem sinkt der Betreuungsaufwand erheblich. «Dadurch, dass die Menschen künftig nicht mehr auf dem ganzen Stadtgebiet zerstreut wohnen, sondern sich vieles auf einen Ort kumulieren wird.» Alles in allem spart die Stadt so langfristig einiges ein. «Zumal wir einen sehr fairen Deal mit der St. Josef-Stiftung abgeschlossen haben», wie Sommerhalder betont. Auf die finanziellen Dimensionen will man aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen.
Nur Frauen und Kinder
Die Stiftung ihrerseits hat gerne Hand geboten für eine solche Lösung. «Wir sind seit jeher auch eine soziale Einrichtung», betont Stiftungsleiter Thomas Bopp, der dabei an die Tradition von den Ingenbohler Ordensschwestern bis hin zu den Kapuzinern denkt. Zudem habe man gute Erfahrungen gemacht mit einer ukrainischen Familie, die seit vier Jahren in der Stiftung wohnt. «Die Mutter arbeitet mittlerweile sogar bei uns», erzählt die Kommunikationsverantwortliche Mirjam Hegenbarth. Man geht bei der Stiftung nicht davon aus, dass die Asylunterkunft-Bewohnenden Probleme bereiten – zumal es sich dabei ausschliesslich um Frauen und Kinder handeln wird, die schon zuvor in Bremgarten gewohnt und sich hier akklimatisiert haben. «Zu Beginn per 1. Juli werden es zehn sein, die hierher ziehen. Acht Frauen und zwei Kinder», erklärt Sozialdienstleiterin Geissmann. Danach werde man die Zahl der in der St. Josef-Stiftung untergebrachten Menschen sukzessive erhöhen. «Wobei wir versuchen, die Maximalzahl nicht auszureizen.» Vorzugsweise werden Ukrainerinnen hier untergebracht. «Sofern sinnvoll» werden auch andere Nationalitäten in Erwägung gezogen. Am Anfang wird dies allerdings nicht der Fall sein.
Früher Heimat von Wohngruppen
Die hier Untergebrachten wohnen künftig in Wohneinheiten, die vor der Fertigstellung des neuen Hauses Allegra von Wohngruppen der Stiftung belegt gewesen waren. «Es sind also durchaus schöne Räumlichkeiten. Unsere Klienten haben sehr gerne dort gewohnt», sagt Bopp. Nur hätten sie zuletzt nicht mehr uneingeschränkt den modernen Anforderungen an behindertengerechtes Wohnen genügt. Anforderungen, welche für Asylsuchende nicht vonnöten sind. Zuletzt standen die nun an die Stadt vermieteten Stockwerke leer. «Für uns ist es deshalb eine ideale Zwischennutzung», betont der Stiftungsleiter. «Bis in zwei Jahren werden wir intern so weit sein, dass wir wissen, wofür wir das ehemalige Personalhaus langfristig nutzen.» Und bis dahin steht das Gebäude nicht brach.
«Chance zur Integration»
So sei es eine Win-win-Situation, das betonen alle Beteiligten. «Es ist eine prima Lösung – für die Stadt, für die Stiftung, aber auch für die Menschen, die hierher ziehen», findet Sommerhalder – wobei ihm Bopp dabei uneingeschränkt beipflichtet. «Für die Frauen und Kinder, die hier wohnen werden, ist es auch eine gute Chance zur Integration. Hier begegnet man sich und lernt jeden Tag neue Menschen kennen.»
Der Stiftungsleiter freut sich auf die Neuankömmlinge. «Das geht nicht nur mir so – die Lösung wird von den Mitarbeitenden mitgetragen, das spüre ich», sagt Bopp. Und er selbst werde offen auf die neuen Mitbewohner zugehen. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir einige von ihnen dereinst auch beruflich beschäftigen können.»

