Alle Hände voll zu tun
27.03.2026 Region Bremgarten, Baugewerbe, VerkehrMit vielen Themen beschäftigt
Der Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt berichtet über wichtige Zukunftsprojekte: Ab 2029 steht die 12 Millionen Franken teure Sanierung der Umfahrung Bremgarten an, welche die ganze Region stark tangieren wird. ...
Mit vielen Themen beschäftigt
Der Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt berichtet über wichtige Zukunftsprojekte: Ab 2029 steht die 12 Millionen Franken teure Sanierung der Umfahrung Bremgarten an, welche die ganze Region stark tangieren wird. Im Bereich Gesundheit wird die Versorgung der Generation 65+ analysiert. Dies und weitere Informationen erhielten die Vorstandsmitglieder an ihrer Sitzung in Niederwil. --sab
Von Gesundheit über Verkehr bis Raumplanung – der Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt traf sich
Der Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt ist mit Elan in die neue Legislatur gestartet. An der jüngsten Vorstandssitzung standen vor allem die Berichte der Arbeitsgruppen im Fokus. Dabei berichteten sie über den Stand der Dinge vieler wichtigen Projekte, wie etwa über die Sanierung der Umfahrung Bremgarten.
Sabrina Salm
Zu Beginn einer neuen Amtsperiode ist der Informationsbedarf gross. Viele Gemeindevertreter nahmen erstmals an einer Vorstandssitzung des Regionalplanungsverbands Mutschellen-Reusstal-Kelleramt (Repla MRK) teil. Stefan Bossard, Präsident der Geschäftsleitung, nutzte die Gelegenheit, um den Zweck und die vielfältigen Aufgaben des Verbandes zu erläutern. Er blickte dabei auf ein ebenso spannendes wie herausforderndes Jahr zurück. Neben zwei neuen Mitgliedern in der Geschäftsleitung und ein neues Sekretariat wurden auch neue Arbeitsgruppen geschaffen. Diese liefern nun erste Einblicke in laufende Projekte und zukünftige Herausforderungen.
Verkehr vor grossen Eingriffen
Gewichtige Neuigkeiten lieferte Alain Maître, Mitglied der Geschäftsleitung und Gemeindeammann von Oberlunkhofen. Er informierte über die anstehende Sanierung der Umfahrung Bremgarten, was zwar bereits bekannt ist, jedoch nun konkreter würde. Nach über 30 Jahren in Betrieb müssen die Tunnel Chessel und Bibenlos sowie diverse Brücken instand gesetzt werden. «Die Sanierungsarbeiten werden die Region stark beschäftigen», weiss Maître. Der Baustart ist für 2029 vorgesehen, die Bauzeit wird auf 35 bis 40 Wochen geschätzt. Das logistische Konzept sehe vor, dass der Verkehr tagsüber ohne Ampeln fliessen kann. Erst ab 21 Uhr wird auf ein Wechselverkehr-System mit Ampeln umgestellt.
Dennoch sind drei Vollsperrungen unumgänglich. Das Projekt ist mit rund 12 Millionen Franken budgetiert.
Parallel dazu bleibt das Verkehrsmanagement Mutschellen ein Dauerthema, zu dem der Kanton im Mai weitere Informationen liefern will. Hierbei fliesst auch das Gesamtverkehrskonzept Limmattal ein, um die überregionalen Verkehrsströme besser zu bändigen.
Die Frage nach Zuständigkeit
Ein zentrales Thema bleibt die Gesundheitsversorgung. Die zuständige Arbeitsgruppe, gemeinsam mit der Repla unteres Bünztal organisiert, behält insbesondere den Bedarf an Pflegeplätzen im Blick. Aktuell zeigt sich die Lage stabil: Mit einer Auslastung von 93,2 Prozent gilt die Versorgung als ausreichend. Besonders intensiv beschäftigt sich die Arbeitsgruppe derzeit mit dem kantonalen Gesamtplan Gesundheit (GGpl) 2030. Im Rahmen dessen sollen im Aargau sogenannte Versorgungsregionen entstehen, die künftig als Anlauf- und Informationsstellen dienen. «Es ist bereits festgesetzt, dass es ein Muss ist», erklärt Regionalplaner Giovanni Di Carlo. Gleichzeitig sei aber noch vieles offen: «Was es genau wird, muss noch erarbeitet werden.» Die Konzeptphase läuft bis 2027, wobei die Debatten durchaus kontrovers sind. Fragen nach Zuständigkeiten zwischen Kanton, Gemeinden und Regionalplanungsverbänden stehen im Raum. Aus Sicht von Stefan Bossard und Giovanni Di Carlo ist es nicht die Aufgabe der Replas.
Um dennoch fundierte Grundlagen zu schaffen, startet die Repla eine grossangelegte Bevölkerungsumfrage bei der Altersgruppe 65+. In einem Stichprobenverfahren werden 4000 Personen in den Regionen MRK und Unteres Bünztal befragt. «Damit hätten wir unsere Hausaufgaben gemacht», betonte Di Carlo. Ziel ist es, vor den Sommerferien die Bedürfnisse der älteren Generation präzise abzuholen.
Unterstützung bei der Innenentwicklung
Neue Impulse setzt die Arbeitsgruppe Standortförderung unter der Leitung von Christian Moser. Ihr Fokus liegt auf der Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie auf Themen wie Tourismus, Naherholung und regionale Produkte. Ein zentrales Instrument soll ein sogenanntes Soundingboard werden – eine Plattform, um Ideen zu testen und Rückmeldungen einzuholen. Ebenfalls neu ist die Arbeitsgruppe für nachhaltige Raumentwicklung. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Innenentwicklung, Klimaanpassung und langfristigen Siedlungsplanung. Die Ausgangslage zeigt, dass die Region kontinuierlich wächst. Zwischen 2000 und 2024 stieg die Bevölkerung von rund 39 000 auf über 52 000 Personen – ein Wachstum von 35 Prozent. «Wir erfüllen den Richtplan», fasst Giovanni Di Carlo zusammen. Bis 2040 wird ein weiterer Anstieg auf etwa 55 600 Einwohner erwartet. Die vorhandenen Bauzonen reichen dafür aus. Dennoch sei jetzt der richtige Moment, Revisionen der Bau- und Nutzungsordnungen (BNO) in Angriff zu nehmen.
Das Thema wird die Gemeinden weiterhin beschäftigen. Ziel ist es, die Qualität der Innenentwicklung zu sichern und die Gemeinden gezielt zu unterstützen. Die Arbeitsgruppe wird in den Gemeinden Umfragen lancieren, damit eine Auslegeordnung Übersicht liefert. Bis zum Herbst möchte die Gruppe die Schwerpunkte vertiefen und sie dann den Gemeinden präsentieren.
Abgerundet wurde die Sitzung durch Berichte zum regionalen Sporthallenkonzept (RESAK) und der Überarbeitung der Regionalen Entwicklungsstrategie (RES). Bei RESAK geht es nun primär um die Finanzierung. Man wolle transparente Modelle evaluieren, um die Lasten fair auf die Gemeinden zu verteilen. Die RES wiederum bleibt die behördenverbindliche Basis für alle Planungen – eine gemeinsame Absichtserklärung, die sicherstellt, dass die 19 Gemeinden des Mutschellen, Reusstals und Kelleramts auch in Zukunft in die gleiche Richtung steuern.
Digital und praxisnah
Inputreferat von Simon Boog
Der Kanton Aargau modernisiert die Landschaftsentwicklungsprogramme (LEP). An der Repla-Sitzung präsentierte Simon Boog vom Kanton, wie Gemeinden künftig digital und praxisnah unterstützt werden sollen. Das Ziel der Modernisierung war, die teils veralteten Landschaftsentwicklungsprogramme (LEP) niederschwelliger und kommunikativ stärker zu machen. Als Inspiration dient ein Pilotprojekt aus der Region Lenzburg-Seetal.
Das neue LEP fungiert als regionale Fachgrundlage und Arbeitshilfe. Es bietet Gemeinden konkrete Handlungsempfehlungen zu Themen wie Naturschutz, Vernetzung und Klimawandel. Ein zentrales Element ist der neue, «knackige» Auftritt, wie Boog meint. Eine zentrale Website bündelt künftig alle Berichte, Karten und einen spezifischen Gemeindespiegel. Obwohl das LEP nicht behördenverbindlich ist, sieht Boog darin einen grossen Mehrwert: «Es bietet eine übersichtliche Basis für regionale Schwerpunkte.»
Besonders attraktiv ist die Finanzierung: Der Kanton übernimmt 80 Prozent der Kosten. Die Repla müsste einen einmaligen Beitrag sowie spätere individuelle Anpassungen leisten. Die Geschäftsleitung der Repla MRK wird das Konzept nun prüfen und über eine mögliche Umsetzung beraten. --sab

