Es bleibe Licht
25.11.2022 BremgartenIn weniger als einer Woche startet der Bremgarter Christchindli-Märt in seine 27. Ausgabe
Aufgrund der aktuellen Situation präsentiert sich der Christchindli-Märt heuer lichtertechnisch in reduzierter Form.
Es ist bekanntlich der grösste ...
In weniger als einer Woche startet der Bremgarter Christchindli-Märt in seine 27. Ausgabe
Aufgrund der aktuellen Situation präsentiert sich der Christchindli-Märt heuer lichtertechnisch in reduzierter Form.
Es ist bekanntlich der grösste und schönste Weihnachtsmarkt der Schweiz. Und auch in seiner 27. Ausgabe wird den Besucherinnen und Besuchern so einiges geboten. Nebst 250 weihnachtlichen Ständen aller Art, die sich eng aneinanderreihend durch die Gassen Bremgartens ziehen werden, kann an allen vier Markttagen kleineren Events wie dem Besuch beim Samichlaus, kleinen Platzkonzerten und Märlistunden im Adventshaus beigewohnt werden. Nur puncto Weihnachtslichter fällt der Markt heuer in etwas reduzierter Form aus. Nebst dem ausna h m slosen Ei n set zen von LED-Lämpchen und der geringeren Leuchtdauer konzentriert sich die Beleuchtung vor allem auf die Holzbrücke und die Marktgasse sowie am Markt noch auf das Casino-Areal und den Schulhausplatz. «Ja, die Herausforderungen gehen uns nicht aus», meint die Präsidentin des Vereins Christchindli-Märt und OK-Präsidentin Sabina Glarner. Doch die Lichter sind bekanntlich ja nicht die einzigen Highlights, auf die sich die zahlreichen Besuchenden freuen dürfen. Ein ganz grosses wird sicher der Besuch von SRF mit dem «Dorfplatz» sein. Dieser sendet über die ganze Marktdauer hinweg aus Bremgarten senden und ist für alle Beteiligten eine ganz grosse Sache. --red
«Wieder kein normales Jahr»
Bremgarten freut sich auf den Christchindli-Märt in einer Woche
Für OK-Präsidentin Sabina Glarner ist auch der diesjährige Weihnachtsmarkt wieder ein aussergewöhnlicher. Doch die Vorfreude auf vier Tage unvergleichlichen Adventszauber ist auch bei ihr zu spüren.
Marco Huwyler
Seit bald drei Jahren amtet Sabina Glarner nun schon als Christchindli-Märt-Präsidentin. Doch so etwas wie Routine und Gewohnheit wollte sich in jener Zeit rund um den schönsten Weihnachtsmarkt der Schweiz partout nicht einstellen. Zuerst die pandemiebedingte Mini-Ausgabe 2020, dann kurzfristig 2G und Maskenpf licht im Vorjahr aus denselben Gründen und nun, wo das Schreckgespenst Corona einstweilen endlich gebannt zu sein scheint, ist Stromsparen angesagt. «Ja, die Herausforderungen gehen uns nicht aus», lacht Sabina Glarner, darauf angesprochen.
Ein Baum weniger
Gemeinsam mit der Stadt haben die Christchindli-Märt-Verantwortlichen deshalb in den vergangenen Wochen und Monaten ein Konzept erarbeitet, wie man das Städtli heuer gebührend weihnachtlich beleuchten kann, ohne dabei übermässig mit der Energie zu geuden. «In erster Linie ist zu erwähnen, dass wir dieses Jahr wirklich nur noch LED-Lämpli im Einsatz haben», berichtet Glarner. «Dann natürlich die geringere Leuchtdauer.» (Am Christchindli-Märt wird die Weihnachtsbeleuchtung bis um Mitternacht brennen, statt wie bis anhin die ganze Nacht, Anm. d. Red.) «Und schliesslich werden auch die Hinteren Gassen nicht wie bisher beleuchtet sein. Die Beleuchtung konzentriert sich heuer auf die Holzbrücke und die Marktgasse – am Markt selbst auch noch aufs Casino-Areal und den Schulhausplatz.» Dazu kommen weitere kleinere Massnahmen und Anpassungen. Beispielsweise gibt es heuer nur noch 3 statt wie bisher 4 grosse Weihnachtsbäume. Diejenigen auf dem Schellenhausplatz, dem Obertorplatz und vor dem Casino bleiben. Derjenige in der Marktgasse fällt weg. «Damit haben die Feuerwehr und die Polizei schon länger geliebäugelt», verrät Glarner.
«Für uns ist die Durchfahrt in der Adventszeit mit Baum zwischen Borner und Schwager immer fast zu eng.» Für sie sei das ein Grund, aber nicht der Hauptgrund. «Stromsparen, Platz, Sichtbarkeit der Beleuchtung sind Gründe und dieses Jahr auch noch die Baustellen in der Marktgasse und in der Antonigasse. Da ist die Durchfahrt mit den grossen Fahrzeugen zum Aufstellen nicht möglich und wenn der Baum noch da wäre, wäre dies auch in der Marktgasse nicht möglich», so Glarner. Dass der Markt heuer kein gewöhnlicher sein wird, hat jedoch nicht bloss mit der Strommangellage, sondern auch mit etwas Erfreulichem zu tun. Dass SRF mit dem «Dorfplatz» über die volle Marktdauer hinweg zu Besuch sein wird, ist für alle Beteiligten eine grosse Sache. (Vgl. hierzu auch die Ausgabe dieser Zeitung vom 15. November.) Glarner selbst weiss bereits seit rund einem Jahr von dem Projekt. «Ich war schon involviert, als die Sendung aufgegleist wurde», verrät sie. Ihr Know-how und ihre Beziehungen als Präsidentin und Ortskundige waren in der Folge immer wieder gefragt. «Ich habe schon einige Inputs gegeben.» Deshalb sei sie nun auch umso gespannter, wie die Umsetzung ausfalle. «Ein Jammer bloss, dass ich während des Marktes zu beschäftigt sein werde, um Radio zu hören», lacht Glarner. Zum Glück für die Präsidentin gibt es heutzutage das Internet und dessen Gedächtnis.
Motiv Braunschweig-Scheune
Mindestens einer jener SRF-Musikwellen-Beiträge wird dabei auch dem berühmten Christchindli-Märt-Glühwein gewidmet (wobei das Geheimrezept auch dem Staatssender selbstverständlich nicht verraten wird). 4700Liter davon wurden letztes Jahr über die vier Markttage hinweg verkauft. Glarner geht von ähnlichen Dimensionen auch heuer aus. «Zumal wir zum ersten Mal auch flächendeckend an allen Glühwein-Ständen neben dem Punsch und dem Roten auch einen Weissen ausschenken werden. Das Experiment damit hat sich in den Vorjahren bewährt.» Wahre Bremgarter Geniesser wissen selbstverständlich auch, dass dieser in der offiziellen Christchindli-Märt-Tasse gar noch etwas besser schmeckt als ohnehin schon – und nebenbei Sammelleidenschaften befriedigt. Darauf abgebildet wird heuer die Braunschweig-Scheune sein. Mit dem ehemaligen Stallgebäude mit Jahreszahl 1611 an der Ecke Rechengasse/Metzgergasse als Motiv will das OK (in der Person von Markus Spalinger) daran erinnern, dass im Städtli früher auch Landwirtschaft betrieben wurde. 3000Exemplare davon sind bestellt, dieselbe Anzahl wie letztes Jahr. Sabina Glarner geht davon aus, dass sie auch heuer nicht zum Ladenhüter werden. «Die gehen weg wie warme Weggli.» Wer sich ein Exemplar ergattern möchte, muss sich unter Umständen rechtzeitig darum bemühen.
Neues Gewand für Krippenfiguren
Wie im Vorjahr erwartet die Besucher des Christchindli-Märts auch heuer wieder ein Sammelsurium von 250 weihnachtlichen Ständen aller Art, zahlreiche Köstlichkeiten und ein reichhaltiges kulturelles Programm, das Gross und Klein begeistert. Für Letztere werden im Adventshäuschen beim Obertor heuer auch wieder Märchen erzählt. Und die Krippenfiguren der grossen Krippe gleich daneben erhielten für die diesjährige Ausgabe neue Gewänder.
Für einen zauberhaften Weihnachtsmarkt ist also auch heuer wieder alles angerichtet. Sabina Glarner fiebert dem Auftakt am 1. Dezember mit einer Mischung aus Nervosität und Vorfreude entgegen. «Ich bin gespannt, ob es wegen der SRF-Berichterstattung noch mehr Leute haben wird als eh schon. Oder ob gar weniger kommen, weil sie sich sagen ‹In dieses Gstürm möchte ich lieber nicht›?» Das Risiko für zweitere Möglichkeit dürfte allerdings nicht allzu gross sein. Denn wer bringt sich schon gerne selbst um ein schweizweit einmaliges Weihnachtserlebnis.
Weitere Informationen und das Marktprogramm unter www.weihnachtsmarkt.ch.



