Jugendliche begleiten
20.07.2018 MutschellenDie offene Jugendarbeit ist nach über zwei Jahrzehnten etabliert auf dem Mutschellen. Im Treffpunkt auf der Burkertsmatt und im «Undergound» in der Kreisschule finden die Jungen immer ein offenes Ohr bei den vier Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern, welche die Jungen ...
Die offene Jugendarbeit ist nach über zwei Jahrzehnten etabliert auf dem Mutschellen. Im Treffpunkt auf der Burkertsmatt und im «Undergound» in der Kreisschule finden die Jungen immer ein offenes Ohr bei den vier Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern, welche die Jungen unterstützend begleiten auf ihrem Weg in die Welt der Erwachsenen. --eob
Die eigene Melodie finden
Aus dem Jahresbericht der Jugendarbeit Mutschellen
Der Weg vom Kind zum Erwachsenen verläuft nicht immer gerade. Neben Elternhaus und Schule unterstützt die Jugendarbeit die Heranwachsenden, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft finden.
Erika Obrist
«Alle jungen Menschen sind auf Hilfe und die wohlwollende Unterstützung ihrer Umwelt angewiesen. Nur so können sich Jugendliche im positiven Sinne entwickeln, entfalten und zu verantwortungsvollen Erwachsenen heranreifen», hält Jugendarbeiter Michael Möller zum Beginn seines Jahresberichts über die offene Jugendarbeit Mutschellen (JAM) fest.
Die Unterstützung, welche die Jugendarbeit auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen bietet, ist mannigfaltig. Den 11- bis 21-Jährigen steht am Mittwoch, Donnerstag und Freitag der Jugendtreff auf der Burkertsmatt offen. Hier können sie sich treffen, mit den Jugendarbeitern ins Gespräch kommen sowie Ideen und Wünsche einbringen. In den sechs verschiedenen Räumen können die Jungen Musik machen, kochen, boxen, die Zeit am PC verbringen, spielen, trommeln oder ganz einfach sein.
Vertrauen aufbauen
In der Kreisschule Mutschellen sind die Jugendarbeiter jeden Donnerstag von 12.15 bis 15.30 Uhr anzutreffen. Hier im Schülertreff Underground kommen sie auch mit Jugendlichen ins Gespräch, die selten oder gar nicht im Treff JAM’in auf der Burkertsmatt anzutreffen sind.
Dritter Ort, an dem die Jugendarbeiter anzutreffen sind, ist der Raum, in dem sich Junge aufhalten: im öffentlichen Verkehr, an Bahnhöfen, auf Schularealen. Zu Fuss, mit dem Velo oder im Bus suchen die Jugendarbeiter diese Treffpunkte auf und kommen mit den Jungen ins Gespräch. Im Winter stehen sie auch mal mit der Feuertonne am Bahnhof: Bei Würstli und Tee redet es sich leichter miteinander und vor allem kann Vertrauen aufgebaut werden. Vertrauen ist das A und O in der Jugendarbeit.
Beratung zu allen Fragen, die Junge beschäftigen
Ist das Vertrauen da, so können die Jugendarbeiter den Heranwachsenden mit Rat und Tag zur Seite stehen. Im letzten Jahr wurden insgesamt 686 Beratungen durchgeführt. Die Themen sind dabei so vielfältig wie das Leben: Ausbildung, Streit, Liebeskummer, Aufklärung, Verhütung, Gewalt, Missbrauch, Alkohol-, Tabak-, Drogen- und Medikamentenkonsum, Magersucht, Depressionen, Mobbing und viele Dinge mehr. Können die Jugendarbeiter nicht selber weiterhelfen, so ziehen sie Sozialarbeiter oder bei Bedarf weitere Beratungsstellen zu. Auch Eltern haben die Möglichkeit, sich bei Problemen ihrer Kinder an die Jugendarbeit Mutschellen zu wenden. «Oft hilft ein klärendes Gespräch, um eine weitere Eskalation abzuwenden», ist im Jahresbericht zu lesen.
Die Jugendarbeit ist auch im gesellschaftlichen Leben auf dem Mutschellen präsent. Letzten September war sie mit ihrem Stand am Dorffest in Berikon präsent. Traditonell steht der Treff beim «Mutschellen-Sprint» allen Kindern und Erwachsenen offen. Beim Mutscheller Kerzenziehen im November haben Jugendarbeiter und Jugendliche kräftig mitangepackt. «Es ist erfreulich, wie sich die Jungen aktiv eingebracht haben», ist im Jahresbericht nachzulesen. Dank des guten Umsatzes am Kerzenziehen kam die Jugendarbeit wieder in den Genuss einer Spende des Vereins Kerzenziehen. «Mit diesem Geld können wieder Projekte für die Jungen umgesetzt werden.» Beispielsweise eine Eisdisco.
80 Kilogramm Müll aufgelesen
Die Jungen selber können mit Sackgeldjobs ebenfalls etwas verdienen. Sei es beim Helfen im Schlittschuhverleih im Winter, beim Bündeln von Altpapier und dem Wegbringen von Sperrmüll; sei es bei der Betreuung des Kioskes im Jugendtreff oder beim «Fötzele» auf der Burkertsmatt. Letztes Jahr wurden an die 80 Kilogramm Müll eingesammelt.
Zum Team der Jugendarbeiter gehören Michael Möller (seit 2006), Bettina Pudelko (2015), Jonathan Blickensdorfer (2015) und Esther Bläsi (2009). Sie waren letztes Jahr 1489 Stunden für die Jungen im Treff und im «Underground» für die Jungen da. Fast ebenso viele Stunden nimmt die Arbeit im Hintergrund in Anspruch: Teamsitzungen, Weiterbildung, Supervision, Projekte vor- und nachbereiten, Infrastruktur in Schuss halten, Abläufe planen, Anlässe organisieren und mehr.
Abschied nach fast einem Vierteljahrhundert
Die strategische Leitung liegt in den Händen der Kommission Jugend und Freizeit Mutschellen. Bis Ende letzten Jahres stand Ursula Gehrig aus Oberwil-Lieli der Kommission vor. «Gerade in der heutigen Zeit von Facebook, Twitter, Blogs und vielem mehr ist ein Finden der eigenen Melodie und das Einhalten des eigenen Takts für die jungen Menschen nicht leicht», hält die scheidende Präsidentin in ihrem letzten Jahresbericht fest. Die Jugendarbeit war für Ursula Gehrig, bis Ende letzten Jahres Vizeammann in Oberwil-Lieli, immer eine Herzensangelegenheit. Fast ein Vierteljahrhundert lang. Für diesen Einsatz hat der Gewerbeverein Mutschellen sie zum «Charakterkopf 2012» ernannt.
Im laufenden Jahr hat sich bei der Finanzierung und der Trägerschaft der Jugendarbeit einiges geändert. Langjährige Gemeinderäte wie Ursula Gehrig aus Oberwil-Lieli und Hans Gysel aus Widen sind zurückgetreten und haben daher die Kommission Jugend und Freizeit verlassen. Die reformierte Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen ist Ende letzten Jahres als Träger der Jugendarbeit ausgeschieden. Sie hatte acht Prozent an die Gesamtkosten beigesteuert.
Kosten neu verteilt und neue Präsidentin
Ab diesem Jahr übernehmen die politischen Gemeinden Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen je 26 Prozent der Kosten, Oberwil-Lieli 13 Prozent und der Pastoralraum am Mutschellen neun Prozent.
Die Träger sind mit je einem Mitglied in der Kommission Jugend und Freizeit vertreten. Dazu kommt eine Vertretung der Kreisschule und der Eltern. Die Kommission setzt sich neu wie folgt zusammen: Gabriela Bader, (Gemeinderätin Oberwil-Lieli) Aurora Gigliotti (Vertreterin Kreisschule), Rosmarie Groux (Vizeamtsfrau Berikon), Monika Varain Nesseler (Vertreterin Pastoralraum), Beat Suter (Vizeammann Widen), Susanne Wild (Gemeinderätin Rudolfstetten) und Carin Zimmermann (Elternvertreterin). Neue Präsidentin der Kommission ist Rosmarie Groux aus Berikon.



