Ersten Kinofilm gedreht
23.07.2019 ZufikonViviane Andereggen führte Regie bei «Die drei Ausrufezeichen»
Am 25. Juli feiert Viviane Andereggens erster Kinofilm Premiere. Für sie ist das ein ganz spezieller Moment.
Roger Wetli
«Das Kino hat nach ...
Viviane Andereggen führte Regie bei «Die drei Ausrufezeichen»
Am 25. Juli feiert Viviane Andereggens erster Kinofilm Premiere. Für sie ist das ein ganz spezieller Moment.
Roger Wetli
«Das Kino hat nach wie vor etwas Magisches», ist Viviane Andereggen begeistert. Mit ihrem Familienfilm «Die drei Ausrufezeichen» wird sie mit einer turbulenten Geschichte die Zuschauer verzaubern. Andereggen arbeitete als Regisseurin eineinhalb Jahre am Film. Sie war bei allen Arbeitsschritten dabei.
Der Film handelt von drei Mädchen, die einen Detektivfall lösen. Er basiert auf der gleichnamigen Buchreihe, erzählt aber eine ganz eigene Geschichte. Im Film spielen die drei Hauptdarstellerinnen während den Sommerfeiern in einem Theater mit. Bald schon merken sie, dass jemand die Premiere sabotieren möchte. Die Mädchen nehmen die Ermittlungen auf. Verschiedene mögliche Täter würden in Frage kommen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Denn die Premiere sollte unbedingt stattfinden.
Von Berlin aus
Für Viviane Andereggen war die Zusammenarbeit mit den jungen Leuten äusserst bereichernd. Sie arbeitete aber bereits früher mit Kindern zusammen. Schon 2015 handelte ihre Fernseh-Filmkomödie «Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut» von einem 12-Jährigen.
Viviane Andereggen ist in Zufikon aufgewachsen, wo nach wie vor ihre Eltern und ihr Bruder wohnen. Sie studierte Postindustrielles Design in Basel. Anschliessend zog sie nach Hamburg, so sie den Studiengang Film an der Hochschule für bildende Künste abschloss und ein Studium in Regie an der Media School anschloss. Damals entstanden verschiedene Kurz- und ein Spielfilm. Es folgten weitere drei Filme fürs Fernsehen und dieses Jahr ihr erster Kinofilm. Andereggen wohnt in Berlin, reist aber für ihre Filme an verschiedene Orte. So wurde ein Grossteil von «Die drei Ausrufezeichen» in der Nähe von Köln gedreht.
Völlig aus dem Häuschen
Am Donnerstag feiert der erste Kinofilm von Viviane Andereggen Premiere
«Die drei Ausrufezeichen» ist die Verfilmung der gleichnamigen Buchreihe. Viviane Andereggen ist in Zufikon aufgewachsen. Es ist der erste Kinofilm, bei dem sie Regie führte.
Roger Wetli
«Ich hoffe, dass der Film vielen Kindern gefallen wird», gibt sich Viviane Andereggen bescheiden. Hinter ihr liegen eineinhalb Jahre intensive Arbeit. Als Regisseurin war sie bei sämtlichen Arbeitsschritten dabei – vom Drehbuch über den Dreh bis zum Schnitt. «Er ist für mich voll aktuell. Am vorletzten Wochenende haben wir ihn der ganzen Crew in einem riesigen Kino in Köln gezeigt. Über 1000 Leute waren da. Es war eine Riesenpremiere.»
Adaption für Mädchen
Eine erste Testvorführung gab es bereits im Februar. «Wir haben den Schnitt danach noch ein bisschen verfeinert.» Viviane Andereggen hat bisher Filme für das Fernsehen gedreht. «Im Vergleich dazu war das Budget diesmal grösser. Das bedeutet vor allem, dass wir für alles mehr Zeit hatten.»
«Die drei Ausrufezeichen» ist ein Familienfilm. Er handelt von den drei Mädchen Franzi, Kim und Marie. Diese lösen einen mysteriösen Detektivfall. Es ist eine Geschichte, die auf der gleichnamigen Kinderbuchreihe basiert. Diese erschien 2006 zum ersten Mal und ist eine Adaption der «Die drei ???»-Reihe für Mädchen. «Als Kind hatte ich das Original gelesen. Vor dem Film kannte ich die Mädchenreihe aber altersbedingt nicht.» Die Bücher und Hörspiele kannten die Kinder meiner Freunde. «Deren Mädchen waren völlig aus dem Häuschen, als ich ihnen erzählt habe, dass ich Regie bei diesem Kino- film führe.»
Moderne Erzählweise
Andereggen hatte Erfahrung mit Familienfilmen. Bereits die TV-Produktionen «Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut» und «Kein Herz für Inder» gingen in diese Richtung. Die Drehbuchautorinnen kannte sie aus früheren Projekten. «Die Geschichte und deren Seele fand ich frisch und modern. Es hat mich gereizt, mal einen grossen kommerziellen Kinderfilm zu drehen.»
Die Zusammenarbeit mit den drei Hauptdarstellerinnen sei toll gewesen. «Sie verfügen über einen gesunden Ehrgeiz. Und es sind schöne Freundschaften entstanden.» Für eine der drei sei es gar der erste Auftritt vor einer Kamera gewesen. Im Unterschied zu ausgebildeten erwachsenen Schauspielern bräuchten Kinder allerdings viel mehr Anweisungen. «Es ist fordernd, macht aber Spass.» Ihre Rolle als Regisseurin sieht sie als eine Art Dirigentin, die viele Spezialisten anweist.
Immer wieder Neues wagen
Gedreht wurde der Film vor einem Jahr während 41 Tagen. Dabei gastierten sie lange in einem Theater in Mettmann in der Nähe von Köln. «Neben den Hauptdarstellerinnen waren auch alle anderen Kinder im selben Hotel untergebracht. Es war eine super Zeit.»
Andereggen dreht nicht nur Familienkomödien. Mit «Rufmord» feierte einer ihrer Filme in diesem Frühling TV-Premiere und erhielt zahlreiche Preise. Mit Mobbing thematisiert der Film eine sehr ernste Sache. «Ich finde diese Abwechslung sehr spannend. Ich will immer wieder etwas Neues machen, spannende Geschichten erzählen und verschiedene Formate ausprobieren.» Mit dem Ergebnis von «Die drei Ausrufezeichen» ist sie sehr zufrieden. «Gewisse Dinge hat man selber in der Hand, andere nicht. Über Erfolg und Misserfolg werden schliesslich die jüngeren und älteren Zuschauer entscheiden.» Ein Film für das Kino würde viel mehr mediale Aufmerksamkeit mit sich bringen als einer für das Fernsehen. «Wobei das vor allem die Schauspieler betrifft.»
Sie plant bereits wieder neue Filme zu drehen. Welche das sind, darf sie noch nicht verraten. «Es wäre toll, auch mal einen Film in der Schweiz zu machen», resümiert sie. Sie findet es spannend, die eigenen Filme mit dem Publikum zu sehen und dessen Reaktionen darauf eins zu eins erleben zu können. «Das Kino hat nach wie vor etwas Magisches und einen ganz eigenen Zauber. Der Film ‹Die drei Ausrufenzeichen› verzaubert und erzählt eine Geschichte mit humorvollen, schlauen und selbstbewussten Mädchen.»



