Sanfte Erneuerungen
12.11.2019 KüntenEine Frau und drei Männer möchten Gemeinderat werden
Auf Ende Jahr treten Gemeinderat Werner Schüpfer und Vizeammann Markus Staubli zurück. Die Ersatzwahlen finden am 24. November statt. Für die beiden Plätze im Gemeinderat bewerben sich ...
Eine Frau und drei Männer möchten Gemeinderat werden
Auf Ende Jahr treten Gemeinderat Werner Schüpfer und Vizeammann Markus Staubli zurück. Die Ersatzwahlen finden am 24. November statt. Für die beiden Plätze im Gemeinderat bewerben sich William Castaneda, Jens Malek, Daniel Schüepp und Seraina van Baar.
Roger Wetli
Den Posten als Vizeammann soll Gemeinderat Yves Moser übernehmen. Er wird 2021 als einziges aktuelles Mitglied im Rat verweilen. Denn auch Gemeinderätin Maria Schneller und Gemeindeammann Werner Fischer treten zurück. Dies aber nicht jetzt, sondern auf Ende der regulären Amtsperiode. Die Behörde hatte in den letzten Jahren Mühe, Kandidaten für ihre Ämter zu finden. Das aktuelle Interesse von vier Personen ist deshalb nicht selbstverständlich.
Verständnis für Toleranz
Seit zehn Jahren wohnt der 50-jährige William Castaneda in Künten. Der Elektroingenieur und Verkäufer der ABB erhielt das Schweizer Bürgerrecht in diesem Jahr. «Es erscheint mir selbstverständlich, jetzt Teil des Rates von Künten sein zu wollen.» Der Vater von zwei Söhnen engagiert sich als Trainer und Schiedsrichter im Kinderfussball beim FC Mutschellen und unterstützt einen Fussballverein in Kolumbien. Er sei kein Politiker und könne seine Erfahrungen aus Beruf, verschiedener Kulturen und sein Verständnis für Toleranz und Adaptierbarkeit in den Rat einbringen. Im Dorf möchte William Castaneda nicht viel verändern. Die Infrastruktur des Dorfes könne aber noch besser an die Bedürfnisse der jüngeren Kinder angepasst werden. «In diesem Sinne gibt es jedoch bereits Projekte in Bearbeitung und neue in der Studienphase.» An Künten schätzt er vor allem den Familiencharakter.
Wünsche der Bevölkerung
In diesem April zugezogen ist Jens Malek. Der Postauto-Chauffeur weiss nicht, woher sein Nachname kommt. «Mein Grossvater ist im Zweiten Weltkrieg aus Wien in die Schweiz gekommen.» Er lege gerne Hand an und möchte sich mit seiner Kandidatur für den freundlichen und warmen Empfang in Künten bedanken. «Ich bin ein guter Kommunikator und arbeite gerne im Team.» Er habe langjährige Führungserfahrung. Seine Anfänge machte er in der IT-Branche. Später erhielt er das Diplom als Fachmann für Sicherheit und Bewachung. Aktuell schliesst er eine Ausbildung in Erwachsenenbildung ab. Der Vater eines Sohnes möchte im Dorf nicht viel ändern, sondern dafür sorgen, dass es ländlich und freundlich bleibt. «Sollte etwas nach Wunsch der Bevölkerung geändert werden, werde ich mich sicherlich damit auseinandersetzten und die nötigen Schritte begleiten und Unterstützung leisten.» Er und seine Frau würden sich in Künten so fühlen, als seien sie schon seit Jahren hier.
Genügend Zeit für das Amt
Ebenfalls in diesem Frühling ins Dorf gezogen ist Daniel Schüepp. Aufgewachsen ist er in Villmergen und Sarmenstorf. Er lebte lange im Kanton Zürich und ist seit 2000 selbstständiger Treuhänder mit vier Angestellten in Zufikon. Der Vater zweier erwachsener Söhne ist nach der Trennung von seiner Ehefrau nach Künten gezogen. Erfahrungen in einem öffentlichen Amt sammelte er in Stallikon. Dort war er acht Jahre Präsident der Finanzkommission. Trotzdem schielt er jetzt nicht auf das Ressort Finanzen, sondern auf das Sozialwesen. Dieses wird durch den zurücktretenden Werner Schüpfer betreut. Man müsse dort genau hinschauen und prüfen, wo noch Geld gespart werden könne. In Künten angekommen, hat Daniel Schüepp gleich die SVP-Ortspartei Künten-Stetten-Bellikon wiederbelebt, für die er jetzt auch kandidiert. Zeit für das Amt werde er sicher genügend freihalten können. «Ich lebe alleine und kann auch mit meinem Geschäft flexibel auf Termine reagieren.»
Naturnahe Freiräume erhalten
Einzige Frau im Kandidatenquartett ist Seraina van Baar. Die Mutter zweier Söhne, 9- und 11-jährig, wohnt seit zehn Jahren im Dorf und hat sich nach der Geburt des ersten Kindes entschieden, zu Hause zu bleiben.
Im Damenturnverein engagiert sie sich seit neun Jahren als Muki-Leiterin und ist auch im Vorstand tätig. Im Sommer begann sie, in der Schule eine Ateliergruppe zu leiten.
Für den Gemeinderat kandidiert sie, weil sie nicht einfach nur zuschauen möchte. «Wer Lösungen will, muss was tun. Mir ist es wichtig, dass im Gemeinderat verschiedene Berufe vertreten sind. Denn er ist der Spiegel der Gesellschaft», so die ehemalige Psychiatrieschwester.
Aus diesem Beruf bringe sie Kommunikationsfähigkeit wie Abgrenzung, Sachlichkeit und Empathie mit. Sie möchte, dass in Künten eine massvolle Siedlungsentwicklung stattfindet und naturnahe Freiräume beibehalten werden.




