Ehrenvolle Auszeichnung
09.07.2021 BremgartenArmando Caravetta erhält für sein Wirken einen Verdienstorden der Republik Italien
Seit Jahrzehnten hilft Armando Caravetta mit einer Beratungsstelle seinen Landsleuten und führt das Centro Italiano in der Unterstadt. Nun hat ihm Italien den Titel ...
Armando Caravetta erhält für sein Wirken einen Verdienstorden der Republik Italien
Seit Jahrzehnten hilft Armando Caravetta mit einer Beratungsstelle seinen Landsleuten und führt das Centro Italiano in der Unterstadt. Nun hat ihm Italien den Titel «Cavaliere» verliehen.
André Widmer
Er ist aus Bremgarten nicht wegzudenken: Armando Caravetta. Mittlerweile schon 80-jährig, führt er nach wie vor das Centro Italiano mit Restaurant in der Unterstadt, genauer an der Schenkgasse 6. Und wenn gerade keine Pandemie herrscht, organisiert er den traditionellen Unterstadtplausch mit italienischen Spezialitäten.
Mindestens so wichtig allerdings ist seine Tätigkeit für die «Associazione Italiana Tutela Emigrati Famiglie». Als Korrespondent des italienischen Konsulats in Basel betreut Armando Caravetta seine Landsleute in der Region Bremgarten in administrativen Belangen und hilft ihnen auch in sozialer Hinsicht, so bei Botengängen zu Behörden. Die Republik Italien hat Caravetta nun für sein langjähriges und beständiges Wirken mit einem Verdienstorden der Republik Italien mit dem Titel «Cavaliere» ausgezeichnet.
Er dankt seinen Mithelfern
«Ich habe Freude empfunden», sagt Armando Caravetta zur Ehrung. Allerdings betont er, dass das Wirken ohne viele Freiwillige, die mithelfen, in der Art gar nicht möglich sei. «Ich danke den anderen Leuten, die mitmachen.» Es ist nicht die erste Auszeichnung, die der rüstige und umtriebige Armando Caravetta erhält. 2019 bekam er vom Bürgermeister der Feriendestination Gabicce Mare für seine Treue durch die alljährliche Reise mit einer grossen Reisegruppe aus der Schweiz eine Urkunde. 2020 dann folgte die Auszeichnung mit dem Sozi-Preis, den er für sein grosses Engagement mit dem Centro Italiano erhielt. Nun also ist Armando Caravetta «Cavaliere». Diese verdienstvolle Auszeichnung haben in früheren Jahren auch schon Prominente wie der frühere Fussballstar Roberto Biaggio oder der aktuelle italienische Nationaltrainer Roberto Mancini erhalten.
Ein Cavaliere in der Unterstadt
Verdienstorden der Republik Italien für Armando Caravetta
Das langjährige und verdienstvolle Wirken von Armando Caravetta für die Diaspora in der Region Bremgarten wird auch von seinem Heimatland gewürdigt: Er hat den Titel «Cavaliere» und damit einen Verdienstorden der Republik Italien erhalten.
André Widmer
322 Mal. So viele Beratungen und damit nicht sehr viel weniger als in «normalen» Zeiten führte Armando Caravetta im letzten Jahr, dem «Coronajahr», in seinem Büro an der Schenkgasse 6 durch. Mittlerweile schon 80-jährig, hilft er seinen Mitmenschen aus der italienischen Diaspora. Sei es bei Botengängen und Anliegen mit Schweizer Behörden, Kontakten zu Sozialämtern oder auch im Zusammenhang mit dem italienischen Staat und den dortigen Behörden. So für amtliche Ausweise oder auch wenn es darum geht, in den jeweiligen Heimatorten amtliche Dokumente wie Familienscheine undsoweiter zu organisieren. Denn Armando Caravetta ist in Bremgarten nicht nur für die «Associazione Italiana Tutela Emigrati Famiglia» tätig, er führt auch eine Korrespondentstelle des italienischen Konsulates Basel.
«Ich danke den anderen Leuten»
Nun also ehrt sein Heimatland den schier unermüdlichen Schaffer Armando Caravetta mit der Auszeichnung als «Cavaliere», einem Verdienstordern der Republik Italien. Diese Ehre wurde auch schon dem ehemaligen Fussballstar Roberto Biaggio oder dem aktuellen Nationaltrainer Roberto Mancini zuteil. «Ich habe Freude empfunden», sagt Armando Caravetta zur Ehrung.
Allerdings betont er, dass das Wirken ohne viele Freiwillige, die mithelfen, in der Art gar nicht möglich sei. «Ich danke den anderen Leuten, die mitmachen.» In Bremgarten nahm Armando Caravetta den Sternorden im Beisein von Luisa Gregis vom Consulato in Wettingen sow ie Vizeammann Doros Stöckli und Stadtrat Theo Rau entgegen. Die Ehrenurkunde erhielt Caravetta kürzlich im Konsulat in Basel von Konsul Pietro Maria Paolucci und einer Vertreterin des Comites, der Organisation für Auslandsitaliener. «Es ist eine Ehre und Anerkennung, was er hier seit 50 Jahren macht», erklärt Peter Hochuli, ein Wegbegleiter, zur Auszeichnung Caravettas. «Gerade in so schwierigen Zeiten ist gelebte Solidarität wichtig. Armando Caravetta ist in dieser Hinsicht ein Vorbild. Für ihn war stets der Mensch im Mittelpunkt seines Handelns», erklärte unlängst Stefan Dietrich bei der Verleihung des Sozipreises. Das Centro Italiano gründete Caravetta 1972, schon vorher fungierte er als Anlaufstelle. Geboren wurde Armando Caravetta als sechstes von zehn Kindern einer Familie in Kalabrien im Süden Italiens. 1960 kam er in die Schweiz. Caravetta arbeitete zuerst bei einem Bauern, danach als Maurer. Während 35 Jahren führte er in Wohlen einen italienischen Feinkostladen.
Das Centro, der Treffpunkt
Das soziale Schaffen Armando Caravettas beschränkt sich allerdings nicht einfach «nur» auf die Hilfeleistungen in behördlichen Dingen. Längst offiziell pensioniert führt Armando Caravetta zusammen mit seiner Freundin Gigliola Piagno gleich neben dem Büro das Restaurant. Dort gibt es Pizza, Spaghetti und Gnocchi. Das Centro Italiano ist ein Treffpunkt für Italiener und auch Schweizer geworden. Allerdings kommen mittlerweile nicht mehr so viele Italiener wie auch schon vorbei, denn viele ältere Landsleute sind nach der Pensionierung nach Italien zurückgekehrt. Caravetta und seine Mithelfenden organisieren alljährlich den traditionellen Unterstadtplausch mit italienischen Speisen. Dann koordiniert Caravetta seit 1992 auch Gruppenreisen in die Feriendestination Gabicce Mare, wofür er vom dortigen Bürgermeister auch schon geehrt wurde. Nach dem letztjährigen Unterbruch soll es dieses Jahr wieder losgehen, wenn sich in den nächsten Tagen noch einige Reisewillige mehr anmelden sollten.
Armando Caravetta wünscht sich einen Nachfolger für seine Tätigkeiten. Allerdings müsste dieser sämtliche Aufgaben übernehmen. Ein wohl nicht ganz so einfaches Unterfangen. Deshalb führt Armando Caravetta das Centro Italiano weiter – bis auf Weiteres.



