Tanzen, rennen, feiern
30.08.2022 Region BremgartenEggenwil weihte die sanierte Kantonsstrasse ein
Rund zwei Jahre dauerte die Sanierung der Kantonsstrasse innerorts. Jetzt feierten die Eggenwiler.
Nach viel Lärm und Staub dominierten am Wochenende in Eggenwil ganz andere, nicht minder laute ...
Eggenwil weihte die sanierte Kantonsstrasse ein
Rund zwei Jahre dauerte die Sanierung der Kantonsstrasse innerorts. Jetzt feierten die Eggenwiler.
Nach viel Lärm und Staub dominierten am Wochenende in Eggenwil ganz andere, nicht minder laute Geräusche. Das Dorf feierte den Abschluss der Kantonsstrassensanierung mit einem Dorffest. Neben der offiziellen Einweihung mit Gästen präsentierten fast alle Eggenwiler Vereine ihr Können. Gleichzeitig kämpften die Kinder um den Titel «De schnellscht Eggenwiler». Bis spät in die Nacht wurde in den Beizli das Dorfleben genossen.
«Das Werk ist gelungen»
Eggenwil feierte den Abschluss der Sanierung der Kantonsstrasse mit einem Dorffest
Rund sieben Millionen Franken hat die Sanierung der Kantonsstrasse innerorts samt Erneuerung der Werkleitungen und der Strassenbeleuchtung gekostet. «Das wohl teuerste Generationenprojekt» nannte es Ammann Roger Hausherr. Grund genug, den Abschluss der Arbeiten zünftig zu feiern.
Erika Obrist
Ein schwarzes Band mitten durchs Dorf mit viel Auto- und Lastwagenverkehr hat wohl niemand wirklich gern. Erst recht nicht, wenn dieses Band das Dorf in zwei Teile schneidet und kaum eine Beziehung zulässt zwischen oberhalb und unterhalb der Strasse. Trotzdem hat dieses Band auch Vorteile: Es verbindet das Dorf mit den näher liegenden und weiter entfernten Zentren. Seit Jahrhunderten, wie Gemeindeammann Roger Hausherr bei der Einweihung der sanierten Kantonsstrasse am letzten Samstag zurückblickte.
Visionen und Illusionen
«Heute findet das wohl teuerste Generationenprojekt in der Geschichte der Gemeinde Eggenwil seinen erfolgreichen und würdigen Abschluss», so Hausherr weiter. Rund sieben Millionen Franken hat es gekostet. 4,5 Millionen Franken muss die Gemeinde tragen. Von diesem Betrag gehen rund 2,2 Millionen zulasten der Werkanlagen.
Von den ersten Gesprächen zur Sanierung der Innerortsstrecke bis zum Baustart vergingen an die 15 Jahre. Machbarkeitsstudien wurden ausgeschaffen. Ein Kreisel beim Restaurant Sternen? Zu teuer. Womöglich ein «spanisches Nüssli» auf der Kreuzung? Nicht doch. «Aus Visionen können gute Lösungen entstehen», so Hausherr; gelegentlich seien die Visionen zu Illusionen geworden.
Umgesetzt wurden in der zweijährigen Bauzeit die Instandstellung und die Anpassung der Fahrbahn samt Einmündungen der Gemeindestrassen. Es hat zusätzliche Gehwege gegeben und einen Fussgängerstreifen mit Mittelinsel beim «Sternen». Die Bushaltestellen sind behindertengerecht ausgebaut worden, es gibt eine Einfahrtsbremse, eine Kernfahrbahn ohne Mittelstreifen, dafür beidseitig einen Radstreifen. Erneuert wurden die Werkleitungen für Wasser, Abwasser und Elektrizität; die Strassenbeleuchtung wurde auf LED umgerüstet und erweitert. Ausserdem hat es zusätzliche Bäume und Rabatten.
Fluchen und beten
«Das Werk ist gelungen», freute sich Elmin Jelecevic, Oberbauleiter der kantonalen Abteilung Tief bau. Es habe viele Gespräche gebraucht, bis ein baureifes Projekt vorlag. Nicht weniger als 14 Fachstellen des Kantons haben mitgeredet und geschaut, dass die Gesetze eingehalten, Unfälle vermieden und das Ortsbild geschützt wird. «Der Kanton entscheidet im allgemeinen Interesse; da können nicht alle Wünsche erfüllt werden.» Jelecevic lobte die Gemeinde und auch die beteiligten Handwerker. «Ich hatte eine schöne Zeit hier mit guten Partnern.»
Vor dem symbolischen Durchschneiden des Bands segneten der reformierte Pfarrer Ruedi Bertschi und die katholische Seelsorgerin Jessica Zemp die sanierte Strasse. Bertschi sprach über rechte Strassen und sichere Wege. Manch einer, der auf der Strasse unterwegs sei, fluche hin und wieder, beispielsweise vor dem Rotlicht. Manch einer bete aber auch für ein sicheres Ankommen. Mit unterschiedlichen Gefährten und Geräten seien Menschen und allerlei Getier unterwegs, so Jessica Zemp bei der Segnung der Teilnehmenden und der Strasse.
Tanzen, rennen, kämpfen, feiern
Die Einweihung, zu der auch die Behörden der benachbarten Gemeinden sowie die an der Sanierung beteiligten Unternehmen eingeladen waren, wurde musikalisch umrahmt von der Musikgesellschaft. Diese hatte es streng an diesem Tag, denn kurze Zeit später spielte sie auf dem Festgelände beim Schulhaus auf. Zudem begleitete sie die Volkstanzgruppe Eggenwil musikalisch bei einem Tanz. Auch die Kindervolkstanzgruppe trat auf und die Karateka zeigten ihr Können.
Derweil ermittelten am anderen Ende des Schulareals die Mädchen und Buben, wer am schnellsten rennen kann. 77 Kinder nahmen am «schnällschte Eggenwiler» teil, so viele wie noch nie in der Vergangenheit. Gewonnen bei den Mädchen hat Cathalina Tasca, bei den Knaben war es Amin Hossaini.
Bis in die Nacht hinein
Das «Strassefäscht», an dem sich alle Dorfvereine beteiligten, hatte bereits am Vorabend begonnen mit Bar- und Grillbetrieb sowie Party. Am Samstag nach den Darbietungen der Vereine und der Rangverkündigung des Laufwettbewerbs ging es weiter mit dem Feiern bei angeregten Gesprächen bis in die Nacht hinein.



