25 Jahre Kult gepflegt
21.04.2026 Künten, Vereine, MotorsportGemütlich unterwegs
Töffclub feiert seinen 25. Geburtstag
Der Verein «Freunde italienischer Motorräder Reusstal» wurde 2001 von ein paar Freunden in Künten gegründet. Bis heute treffen sich die Mitglieder ...
Gemütlich unterwegs
Töffclub feiert seinen 25. Geburtstag
Der Verein «Freunde italienischer Motorräder Reusstal» wurde 2001 von ein paar Freunden in Künten gegründet. Bis heute treffen sich die Mitglieder regelmässig zu Höcks und zu Ausfahrten. Geblieben ist auch die Faszination für Motorräder italienischer Herkunft – auch wenn mittlerweile ebenfalls Fahrer anderer Marken willkommen sind. Im Verein wird gefahren und nicht gerast.
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Den Verein «Freunde italienischer Motorräder Reusstal» gibt es seit einem Vierteljahrhundert
2001 gründeten in Künten ein paar Liebhaber von Töffs südländischer Herkunft die «Freunde italienischer Motorräder Reusstal». Deren Mitglieder wurden in all der Zeit zwar älter, geblieben sind aber die Freude an den Boliden und der Hauptanspruch an den Verein.
Roger Wetli
«Der Sinn unserer Gruppe war von Anfang an, ein lockerer Club zu sein», lacht Robert Stauffer, Präsident der «Freunde italienischer Motorräder Reusstal». «Niemand muss in unserem Verein bei allen Anlässen und Treffen mitmachen, darf aber. Egal wie oft man kommt, man ist doch dabei.» Diese Freiheit schätzt auch Präsident Robert Stauffer: «Wir sind sehr lose organisiert und haben nur wenige Mitglieder.» Diese schwankten in den 25 Jahren Vereinsgeschichte immer zwischen 15 und 19. Das älteste Mitglied fuhr mit 80 Jahren noch Motorrad. Die meisten kommen über persönliche Kontakte zu den «Freunden italienischer Motorräder Reusstal». So sind auch einige ehemalige und aktive Polizisten dabei, welche privat italienische Motorräder fahren.
Geschichtsträchtig und spezielle Motoren
Aber wieso eigentlich Motorräder aus Italien? Aktuar und Gründungsmitglied Markus Schüpbach versucht zu erklären: «Der Reiz der Italiener sind die Technik, die Geschichte dieser Firmen und eine Art Kult, welcher diese umgibt.» Gerade die Technik unterscheide sich gegenüber japanischen Motorrädern sehr. «Sie ist sehr speziell», weiss Vereinsmitglied Theo Schedle. Markus Schüpbach erklärt, dass viele italienische Motorradmarken nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind und der Verkauf von Töffs ab den 50er-Jahren ein aufstrebendes Geschäft gewesen sei. «Noch älter ist die Marke ‹Ducati›. Sie feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.»
Bei den «Freunden italienischer Motorräder Reusstal» gibt es einige Mitglieder, die an ihren Motorrädern alles selbst machen, andere geben sie in den Service. «Bei modernen Töffs hört es aber auf mit dem Selberschrauben», erklärt Robert Stauffer. «Natürlich tauscht man sich in unserem Verein über die Motorräder aus.» Gelegenheit dazu gibt es unter anderem bei den Höcks, welche alle zwei Wochen stattfinden – auch im Winter. «Es kommen manchmal viele Mitglieder, manchmal nur zwei», sagt Guido Schmuki.
Regelmässig fahren die «Freunde italienischer Motorräder Reusstal» gemeinsam aus. Zweimal pro Jahr ist man zwei Tage unterwegs. Dann verbindet man die Fahrt mit etwas Kulturellem, das man anschaut. Damit für Letzteres noch Zeit bleibt, sind die Motorradfahrer meist nur zwischen 8 und zirka 16 Uhr unterwegs. Organisiert werden diese Ausfahrten jeweils von zwei Personen, wobei sich jeder dafür melden kann. «In all den Jahren hatten wir glücklicherweise noch nie einen Unfall und die Motorräder blieben technisch halbwegs ganz», lacht Markus Schüpbach. Treffpunkt für diese Ausfahrten ist der Camping Sulz. Dieser spielt für den Verein seit Beginn eine wichtige Rolle.
Durch drei Freunde gegründet
Ausschlag für den Verein Freunde italienischer Motorräder Reusstal gaben 2001 drei junge Männer aus Künten mit italienischen Töffs. Urs Eigenmann fuhr eine Moto Guzzi, Ivo Kohler eine Moto Guzzi sowie eine Laverda und René Schweizer eine Moto Guzzi. Kohler war damals Polizist und übernahm später mit seinem Bruder Hansjörg den Familienbetrieb Camping Sulz. «Ivo Kohler und Urs Eigenmann schauten damals, wer sonst noch eine italienische Maschine fährt. So wurde auch ich angefragt», erinnert sich Guido Schmuki. «Wir wollten unserer Gruppe damals mit dem Verein eine offizielle Struktur geben.» Bis heute kommt die Mehrheit der Mitglieder aus Künten und seiner Umgebung.
Den Namen wählten sie mit Bedacht. Bewusst wurden sie kein Motorradclub (MC), da diese Bezeichnung problematisch gegenüber anderen MCs ist. Schüpbach erinnert sich zudem, dass man anfangs nur Aktivmitglied werden konnte, wenn man auch tatsächlich einen Italiener fuhr. «Heute sind wir offen für alle Marken. Der Motor muss einfach 125 ccm oder mehr haben.» Präsident Robert Stauffer lacht: «Also ich besass noch nie ein italienisches Motorrad. Ich bin hier durch Kontakte hineingerutscht.»
Seit der Gründung fuhren auch immer Frauen bei den «Freunden italienischer Motorräder Reusstal» mit. Aktuell ist es aber leider ein reiner Männerverein. «Das ergab sich einfach so», weiss Guido Schmuki. «Mit Edith Biron hatten wir lange die einzige Frau im Verein. Sie war gleichzeitig auch die Präsidentin.»
Unterstützung von ihren Partnerinnen erhielten die Mitglieder bei den Festen, die sie einst regelmässig organisierten. Zu Beginn war es das «Töff-Fest» in Künten, ab 2015 bis 2019 für einige Jahre das «Western Fest» auf dem Camping Sulz. Selbst solche Anlässe zu organisieren, ist den «Freunden italienischer Motorräder Reusstal» heute zu aufwendig. «Wir betreiben deshalb auch keine Bar am Künter Dorffest», so Robert Stauffer. Gerne besuchen sie aber gemeinsam Anlässe wie etwa den GP-Mutschellen am 3. Mai. Dort werden sie aber selbst nicht mitfahren, obwohl einige Mitglieder durchaus über Motorräder verfügen, die als historisch gelten. «Das Alter der Maschinen spielt in unserem Verein keine Rolle. Viele besitzen neben älteren auch neuere Modelle», weiss Robert Stauffer.
Mindestes einen Tag Regen
Seine Mitstreiter und er freuen sich auf September. Dann werden sie zum Vereinsjubiläum von Freitag bis Sonntag nach Bologna fahren – und dort bei den Werken von Ducati deren Museum besuchen. «Wahrscheinlich wird es dann wieder an mindestens einem Tag regnen», lacht Markus Schüpbach. «Das ist bei uns fast immer der Fall.» Umso mehr würden sie dann im Trockenen die Gemeinschaft geniessen. Er, Guido Schmuki und Robert Stauffer sind sehr zufrieden damit, wo der Verein aktuell steht. «Es wäre schön, wenn wir im bisherigen Stil weitermachen könnten», so Robert Stauffer. «Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen, sie müssen aber reinpassen und fahren zuerst ein Jahr mit. Wir sind ein loser lockerer Haufen, der trotzdem zusammenhält.»
Kontakt: www.motoclub-fim.ch.



