Die Verantwortlichen des Festivals i de Marktgass (FIDM) haben allen Grund zu strahlen. Schliesslich konnte ihr Anlass zum ersten Mal seit Corona wieder kostendeckend durchgeführt werden. Überhaupt ist das FIDM ein Musikfest, bei dem das Strahlen allgegenwärtig ist. ...
Die Verantwortlichen des Festivals i de Marktgass (FIDM) haben allen Grund zu strahlen. Schliesslich konnte ihr Anlass zum ersten Mal seit Corona wieder kostendeckend durchgeführt werden. Überhaupt ist das FIDM ein Musikfest, bei dem das Strahlen allgegenwärtig ist. Fröhliche, feierlustige Menschen überall, gut aufgelegte Künstler angesichts der strahlenden Altstadtkulisse, vor der sie auftreten dürfen – und die Sonne, die strahlt momentan bekanntlich sowieso immer und überall in unserem Lande. Auch am Bremgarter Altstadtfestival. Bloss etwas kam heuer etwas trist daher am FIDM im Vergleich zu sonst … Die Sonnenblumen. Bekanntlich ja eigentlich DIE Sonnenfans schlechthin (nomen est omen). Sie, die seit vielen Jahren als Markenzeichen des Bremgarter Festivals fungieren, machten am FIDM 2026 bald einmal einen ziemlich lampigen Eindruck – obwohl sie (wenn gerade nicht im Takt geschwenkt) stets in frisches Wasser getaucht waren. Man merke: Der beispiellose Hitzesommer ist also selbst der klassischen Sommerblume zuweilen etwas der Sonne zu viel.
Wer Kinder in seinem Umfeld gewohnt ist, der kennt ihn bestens: den täglichen Kampf mit dem Chaos. Nur logisch, dass auch der Kinder- und Jugendzirkus Arabas hinter den Kulissen zuweilen nicht den allerordentlichsten Eindruck macht – angesichts von gleich etwa 50 Heranwachsenden, die sich hier auf engstem Raum über eine längere Zeitspanne begegnen. So konnte das Rüsstüfeli am Rande der kürzlichen Premiere einen Blick auf das Plätzchen erhaschen, das den Kindern offensichtlich dazu dient, die Alltagsschlappen gegen Zirkus-«Grätschüeli» einzutauschen. Das Tüfeli hofft im Sinne eines blasenfreien Heimwegs, dass auch alle Kleinen jeweils wieder das richtige Schuhwerk nach der Vorstellung finden. Angesichts des Offenbarten hegt es aber so seine Zweifel daran.
Martin Indlekofer hat den Arabas einst vor 30 Jahren mitbegründet. Die Verantwortung für sein «Baby» hat er indes vor ein paar Jahren an jüngere Kräfte weitergereicht. Und doch trifft auf Indlekofer, wer in diesen Tagen eine der Dutzend Vorstellungen des Bremgarter Zirkus in Mellingen besucht. Zumindest, wenn es einen dabei auch nach Verpflegung gelüstet. Dort steht der langjährige Zirkusdirektor nämlich höchstpersönlich am Herd. Das Rüsstüfeli hat den Geschmackstest gewagt – und wurde überzeugt. Der Mann weiss nicht nur mit Jonglierbällen, sondern auch mit dem Kochlöffel durchaus umzugehen.
Marco Huwyler