RÜSSTÜFELI
31.07.2026 Bremgarten, KolumneKürzlich ist das Rüsstüfeli der Frage nachgegangen, wie es denn um das Wohl der Bäume am Ufer seines Flusses bestellt sei (vgl. Ausgabe vom vergangenen Freitag). Schliesslich hat es ihm schon ein wenig Sorge bereitet, dass kurz vor dem Reussfoodfestival ein tonnenschwerer ...
Kürzlich ist das Rüsstüfeli der Frage nachgegangen, wie es denn um das Wohl der Bäume am Ufer seines Flusses bestellt sei (vgl. Ausgabe vom vergangenen Freitag). Schliesslich hat es ihm schon ein wenig Sorge bereitet, dass kurz vor dem Reussfoodfestival ein tonnenschwerer Ahorn dorthin gekracht war, wo wenig später Hunderte Menschen feierten und die Annehmlichkeiten des Lebens in Bremgarten genossen. Zumal mit den Jubiläumskonzerten des «Stiefelchnächts» bald weitere Grossveranstaltungen dort steigen – und das Ufer vor der zauberhaften Städtli-Schoggiseite auch im Alltag vorzüglich frequentiert ist. Umso mehr, da seit dieser Woche auch die beliebten Seelenbaumel-Gelegenheiten Holz-Herz und -Schaukel endlich wieder zum Verweilen einladen. Beruhigend, dass der Werkhof die potenzielle Gefahr auf dem Radar hat und mögliche Massnahmen prüft. Aber ebenso wohltuend, dass man nun nicht gleich in Aktionismus verfiel und die verbleibenden Ahorn-Nachbarn des gefallenen Kollegen vorerst bleiben dürfen. Schliesslich wäre es mit der Aufenthaltsqualität nicht mehr weit her, wenn die Schattenspender kollektiv eliminiert würden. Da würde es sogar das (einer bekanntlich hitzeliebenden Spezies angehörende) Tüfeli nicht mehr lange auf der Panorama-Schaukel aushalten – angesichts der Temperaturen, die uns diesen Sommer hartnäckig heimsuchen.
Ein Jammer, dass da ausgerechnet der wohltuend abkühlende Summer Splash ins Wasser fällt (vgl. Artikel beim Umblättern). Zumal der Absage äusserst unglückliche Umstände zugrunde liegen. Das Rüsstüfeli hofft, dass die Kommunikation zwischen Summer-Splash-OK und Rathaus im Hinblick auf die Zukunft optimiert wird. Die Zeichen dafür stehen ja eigentlich bestens. Schliesslich sitzt im Stadtrat seit diesem Jahr ein gewisser Sandro Schmid – seines Zeichens Mitorganisator des Hermetschwil-Staffler Somergaudis. Da sollte es doch eigentlich möglich sein, Bautätigkeiten und Rutschspass aneinander vorbeizubringen. Oder allermindestens sicherzustellen, dass am Ende nicht nochmals beides nicht stattfindet.
Grund für den wohl doppelten Summer-Splash-Ausfall ist letzten Endes ein an sich ziemlich unspektakuläres Projekt. Als es vor rund zwei Jahren erstmals flüchtig davon vernahm, hätte sich das Rüsstüfeli nicht ausmalen können, dass es noch vor dessen Umsetzung gleich mehrfach kontrovers darüber berichten würde. Doch der an sich hehre Umbau eines Regenauslasses zur Hochwasserentlastung gab bereits im Dezember 2024 zu reden. Weil der Stadtrat damals für das Projekt einen seltsam hohen Landerwerbspreis miteinkalkuliert hatte, den niemand schlüssig erklären konnte, wurde es an der Gemeindeversammlung erst mal zurückgewiesen. Nachdem man dann festgestellt hatte, dass ein Landerwerb eigentlich gar nicht mal so sinnvoll ist, wurde es ein halbes Jahr später in angepasster Form vom Souverän gutgeheissen. Nun ist dem unscheinbaren Regenauslass mit Verschiebungen und als Verursacher von Summer-Splash-Absage(n) erneut die Aufmerksamkeit gewiss. Das Rüsstüfeli ist gespannt, was ihm dieses Wolf-im-Schafspelz-Projekt dann erst für Schlagzeilen liefert, wenn es dereinst einmal seine Umsetzung erfährt.
Marco Huwyler
