RÜSSTÜFELI
22.05.2026 Bremgarten, KolumneFür das Rüsstüfeli ist es ein ebenso bekanntes wie leidiges Phänomen im Rahmen von Fusionen. Die Involvierten möchten sie nicht so benannt haben. Das harmlose, an sich neutrale Wörtchen töne zu negativ, so die landläufig vorherrschende Meinung. Zu ...
Für das Rüsstüfeli ist es ein ebenso bekanntes wie leidiges Phänomen im Rahmen von Fusionen. Die Involvierten möchten sie nicht so benannt haben. Das harmlose, an sich neutrale Wörtchen töne zu negativ, so die landläufig vorherrschende Meinung. Zu verdanken haben wir dies der Wirtschaft und ihren hässlichen Auswüchsen. Schliesslich gehen Firmenfusionen des Öfteren mit Stellenabbau, Zentralisierung und Identitätsverlusten einher. Das Rüsstüfeli als Liebhaber von flüssigen Texten und schönen Sätzen bedauert die Abneigung gegen das «F»-Wort indes sehr. Tönt doch das stattdessen präferierte «Zusammenschluss» äusserst sperrig und nach der xten Wortwiederholung ziemlich monoton. Dennoch hat es den Verantwortlichen am vergangenen Dienstag den Gefallen getan (vergleiche Berichterstattung über die Kirchenfus..., ääh, den Kirchenzusammenschluss in Bremgarten). Zumal es sich lebhaft an die Standpauke der ehemaligen Frau Vizeammann aus Hermetschwil-Staffeln erinnert, die es einst erhalten hatte. Damals aus seinem tief sitzenden Sprachgefühl wegen, das offizielle Wording für einmal ignorierte und unverblümt das eine oder andere «Fusion» in die Tasten haute.
Wobei – ganz geschafft hat es das Auslassen auch diesmal nicht, wie das Tüfeli im Anschluss mit Schrecken feststellte. So waren zwar die beiden Artikel vom Dienstag makellos fusionsfrei, doch im Kommentar war ihm das verflixte Wörtchen dann doch einmal rausgerutscht. Wobei dieses Meinungsgefäss aus ganz anderen Gründen die Emotionen hochgehen liess. In Zufikon fühlt man sich auf den Schlips getreten und zu Unrecht als notorische Nein-Sager abgestempelt. Dabei hätten sie es ja selbst in der Hand, zuweilen auch mal Ja zu sagen. Das muss auch gar nicht unbedingt bei Fusionen sein. Mit dem «Kleeblatt» wurde ein löblicher Anfang vor eineinhalb Jahren gemacht. Bloss hat das Tüfeli seither nichts mehr vom initiierten Gemeinschaftswerk der fünf Gemeinden gehört. Gerne würde es darüber wieder mal berichten. Wenns sein muss auch mit einem ganz und gar wohlwollenden Ja-Kommentar und völlig ohne F-Wort.
Ein Gemeinschaftswerk von fünf Gemeinden ist auch der Forstbetrieb Wagenrain. Und ein vorzügliches Beispiel dafür, wie Synergieeffekte nach Zusammenschlüssen bestens funktionieren können. Zu Recht ist man stolz auf die schwarzen Zahlen, welche die Waldbewirtschaftung der Gemeinden Bremgarten, Wohlen, Dottikon, Waltenschwil, Hägglingen auch letztes Jahr wieder schrieb. Ist dies doch in der Branche keine Selbstverständlichkeit. Dafür verantwortlich war 2025 ein letztes Mal Leonz Küng. Das Rüsstüfeli ist gespannt darauf, ob sein Filius Nico ebenso viel wirtschaftliches Geschick an den Tag legt und wünscht ihm an dieser Stelle gutes Gelingen.
Teurer als geplant wird die Sanierung des altehrwürdigen Bremgarter Rathauses. Angesichts der ohnehin anfallenden Mehrkosten verzichtet man bei der Stadt schweren Herzens auf die gewünschte Klimaanlage, welche in Hitze-Sommern Linderung verschaffen würde. Doch rund eine Million Franken für ein paar Schweisstropfen weniger wollte man dem Steuerzahler nicht zumuten. «Vielleicht taucht dafür der eine oder andere Ventilator mehr in künftigen Budgets auf», schmunzelt Stadtammann Stephan Troxler. Das sei der Verwaltung gegönnt, wie das Rüsstüfeli findet.
Marco Huwyler
