RÜSSTÜFELI
29.05.2026 Bremgarten, KolumneHeute in zwei Wochen wissen wir, ob Bremgarten in absehbarer Zeit einen Altstadt-Bus erhalten wird. Geht es nach dem Stadtrat, wird dies nicht der Fall sein. Zähneknirschend empfiehlt man das an sich wünschenswerte Projekt zur Ablehnung – weil es schlicht zu teuer würde ...
Heute in zwei Wochen wissen wir, ob Bremgarten in absehbarer Zeit einen Altstadt-Bus erhalten wird. Geht es nach dem Stadtrat, wird dies nicht der Fall sein. Zähneknirschend empfiehlt man das an sich wünschenswerte Projekt zur Ablehnung – weil es schlicht zu teuer würde (vergleiche Berichterstattung vom vergangenen Freitag). Dabei machte man sich den Entscheid nicht leicht und versuchte auch die Kosten zu drücken. «Wir haben ganz viele Varianten geprüft», sagt Stephan Troxler. So habe man auch über selbst fahrende Busse nachgedacht. «Doch am Ende war es uns zu heikel», erklärt der Stadtammann. Er erinnert dabei an Erfahrungen eines Pilotprojekts in Sitten, wo ein autonomer Bus so seine Schwierigkeiten hatte mit den sich verändernden Umständen einer urbanen Altstadtumgebung. Unerwartete Hindernisse wie geöffnete Türen, Fussgängergruppen oder sonstiges menschenverursachtes Chaos bereiteten dem Gefährt dort zuweilen unlösbare
Probleme, bevor es schliesslich gar mit einem geöffneten Heck eines Lieferwagens kollidierte. «Da ist unsere Altstadt wohl noch keine geeignete Umgebung dafür», schmunzelte Troxler – und verweist dabei auf die zahlreichen verschiedenen Anlässe und Aktionen, die im Städtli jedes Jahr stattfinden. Durchaus zu begrüssen, dass diese künftig nicht von einem überforderten Roboterbus sabotiert werden.
Wie jedes Jahr gibt es auch 2025 in der städtischen Rechnung einige Posten, die einen stutzig machen, weil sie stark vom Budget abweichen. Das ist bei der Buchhaltung mit so vielen Positionen, Faktoren und Unabwägbarkeiten schlicht nicht zu vermeiden. Zu diesen gehört 2025 die Informatik der Schulen. Gleich um 140 600 Franken sind die Aufwände hier höher als budgetiert. Woran das bei einem solchen Posten wohl liegen mag? Bevor das Kopfkino allzu sehr überhandnahm, fragte das Tüfeli kurzerhand nach. Und in der Tat sind es nicht grobe Schüler, die zu sehr auf die Tastaturen einprügeln oder ihre Geräte anderweitig misshandeln. Und auch nicht irgendwelche russische Trojaner, die es auf Bremgarter Teenager abgesehen haben. «Schuld ist ganz eine Reihe Montagsgeräte, die wir erwischt haben», begründet Stadtschreiber Beat Neuenschwander. So habe ein Laptop nach dem anderen den Geist aufgegeben. Zum Glück sei der Hersteller kulant gewesen, sonst wäre der Schaden noch höher ausgefallen. Stellt sich dem Rüsstüfeli nun die Frage, wie man denn versichert war bzw. wie es mit der Garantie aussah, wenn solcherlei die städtische Rechnung immer noch in diesem Ausmass belasten kann. Es nimmt sich fest vor, dies als Nächstes abzuklären.
Vor Wochenfrist thematisierte das Tüfeli an dieser Stelle sein grosses Bedürfnis nach sprachlicher Integrität – sodass es sich daran störte, als ihm die Verwendung eines Wortes untersagt worden war. Da kann sich der geneigte Leser lebhaft vorstellen, wie es ihm erst ging, als es beim Aufklappen derselben Zeitung mit Schrecken feststellte, dass ihm an anderer Stelle jemand im Titel rumgepfuscht hatte. Statt «Trostpflaster für den FCB?» hiess es da auf der frisch gedruckten Seite 5 plötzlich «Trostpflaster für den Rasen des FCB?» – was die Bedeutung völlig veränderte und keinen Sinn mehr ergab. Natürlich ging es dem Ganzen auf den Grund und machte unglückliche Umstände aus. Dennoch ist es dem Tüfeli ein Anliegen, der Leserschaft mitzuteilen, dass es ihr in der Regel keine Lektüre mit sinnfreien Titeln zumutet, welche Rasenplätzen tröstende Pflästerli bescheinigen.
Marco Huwyler
