RÜSSTÜFELI
01.05.2026 Bremgarten, KolumneEs wäre seine erste öffentliche Veranstaltung als referierender Stadtrat gewesen. Sandro Schmid stand bereit am Montagabend, als es darum ging, seinem Ressort entsprechend Auskunft zu geben über den neuen Gestaltungsplan des Bremgarter Bahnhofareals. Bloss – seine ...
Es wäre seine erste öffentliche Veranstaltung als referierender Stadtrat gewesen. Sandro Schmid stand bereit am Montagabend, als es darum ging, seinem Ressort entsprechend Auskunft zu geben über den neuen Gestaltungsplan des Bremgarter Bahnhofareals. Bloss – seine Stimme war es nicht. Das merkte man spätestens, als er der bemitleidenswerten Manuela Ronchetti zur Seite springen wollte, die sich gegen einen regelrechten Frage- und Kritikhagel zur Wehr setzen musste. Tapfer versuchte Schmid lautstark entgegenzuhalten. Was hörbar krächzend eher schlecht als recht gelang. Fast schon bösartig daher der erbarmungslose Einwand einer Zuschauerin: «Können Sie bitte lauter sprechen!»
Da kam es der gequälten Stimme Schmids gerade recht, dass der Abend alles andere als nach Drehbuch verlief. Planerin Ronchetti stand statt der geplanten zehn Minuten der vielen Einwände wegen fast eine Stunde lang am Rednerpult. Um die Veranstaltung nicht ausufern zu lassen, kürzte Stadtammann Stephan Troxler diese nach etlichen Voten unvermittelt ab. «Weiter gehts beim Apéro», sagte er und spulte die Folien der Präsentation – für die nach Ronchetti Schmid zuständig gewesen wäre – kurzerhand vor. So wird dieser seine öffenliche Feuertaufe eben ein anderes Mal erleben – hoffentlich mit genesenem Stimmorgan.
Plichtbewusst wie es ist, konsultiert das Rüsstüfeli im Rahmen seines Berufes regelmässig den städtischen Veranstaltungskalender. Dort stiess es kürzlich auf eine Veranstaltung in der Bibliothek, die sein Herz als Fussballfan höherschlagen liess. Am 6. Mai soll in der Stadtbibliothek eine Fussballbildli-Tauschbörse stattfinden. Freudig wollte es schon auf dieses Ereignis in seiner Zeitung hinweisen – bevor es zu stutzen begann. So hat es doch dieses Jahr noch gar nirgends ein Fussballbildli gesehen ... Und tatsächlich – eine kurze Recherche ergab, dass die beliebten Sticker erst am 7. Mai in den Handel gelangen. Was man in Bremgarten einen Tag vorher schon tauschen will, bleibt das Geheimnis der Verantwortlichen. Ob der Kalender nach der Publikation dieser Zeilen wohl alsbald eine Anpassung erfährt?
Der Verein Erlebnis Freiamt tagte in Wohlen. Die Verantwortlichen konnten verkünden, dass bei ihren Projekten alles bestens verläuft. Freiämterweg, Kinderweg, Veloweg, Sagenweg sind begehrt. Auch das Jahresprogramm wurde vorgestellt. Und genau das passte Citymanager Ralph Nikolaiski so gar nicht. Was denn eigentlich mit den Bremgarter Grossanlässen sei, fragte er kritisch. Ein Beispiel: «Dort findet nicht einmal der ‹Markt der Vielfalt› Aufnahme.» Dies, obwohl die Stadt Bremgarten einen wesentlichen finanziellen Beitrag an Erlebnis Freiamt leiste. Das sei auch an Erwartungen geknüpft. Am Vorstandstisch nahm man sein Anliegen auf. Man will sich bessern. Auch dank Nikolaiski, der das gemacht hat, was sein Pflichtenheft als Standortförderer verlangt.
Überhaupt könnten Bremgarter Anliegen künftig vermehrt Gehör finden. Das Reussstädtchen bekommt nun nämlich Verstärkung im Vorstand von Erlebnis Freiamt. Der Bremgarter Fredy Zobrist ist bereits Vorstandsmitglied. Nun wurde Guido Wirth noch zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Er ist im Städtli aufgewachen und war jahrelang Gesamtschulleiter. Anzunehmen und wünschenswert, dass er sich stark für Bremgarten einsetzen wird. --huy/dm
