RÜSSTÜFELI
20.03.2026 Bremgarten, Kolumne«Ich werde meine Äusserungen jetzt so wählen, dass niemand auf einzelne Gebäude und Bauherrschaften schliessen kann», schmunzelte Alt-Stadträtin Doris Stöckli einleitend zu ihrem Vortrag über die Altstadtkommission vor den Mitgliedern des Vereins ...
«Ich werde meine Äusserungen jetzt so wählen, dass niemand auf einzelne Gebäude und Bauherrschaften schliessen kann», schmunzelte Alt-Stadträtin Doris Stöckli einleitend zu ihrem Vortrag über die Altstadtkommission vor den Mitgliedern des Vereins Stadtmuseum Bremgarten. Und tatsächlich konnte zumindest das Rüsstüfeli keine Rückschlüsse auf bestimmte Personen ziehen, wenn Stöckli so neutral wie möglich betonte, dass die Bauherrschaften meist selber für Verzögerungen von Baubewilligungen sorgen, weil sie ihre Unterlagen unvollständig einreichen. Aus Erfahrungen des Rüsstüfeli gilt dies nicht nur für Bauvorhaben innerhalb der Bremgarter Altstadt, sondern generell beim Bauen in allen Gemeinden. Auch viele Einsprachen würden sich verhindern lassen, wenn die Bauherrschaften die geltenden Gesetze einhalten und die Nachbarschaft vorgängig offen und ehrlich informieren würden. Somit schaffte Doris Stöckli an diesem Abend eine Punktlandung, auch wenn verschiedene Anwesenden wohl bei ihren Ausführungen an das ein oder andere konkrete Projekt erinnert wurden.
Doris Stöckli betonte, dass die Altstadtkommission dafür sorgen möchte, dass die Geschichte von Bremgarten mit ihren historischen Kostbarkeiten respektvoll weitergeschrieben werden könne. Um das zu ermöglichen, arbeitet die Stadt Bremgarten mit allen 13 Aargauer Altstädten zusammen und tauscht sich regelmässig aus. «Viele beschäftigen dabei sehr ähnliche Themen wie uns.» Jede Altstadt wünsche sich Menschen, die sich für ein lebendiges Miteinander einsetzen und dafür starkmachen. «Nicht alle können dabei auf die Unterstützung eines Vereins Fachgeschäfte Altstadt Bremgarten (FAB), eines Citymanagers oder einer Organisation wie Bremgarten Tourismus zählen. Doch alle bemühen sich, ihre Altstädte mit den dort ansässigen Bewohnern am Leben zu halten.» Das Rüsstüfeli findet, dass dies in Bremgarten sehr gut gelingt.
Zum Gelingen einer lebendigen Bremgarter Altstadt tragen auch die zahlreichen Märkte, Konzerte und weiteren Anlässe bei. In Bremgarten hält man sich gerne in der Altstadt auf. Auch dies ist nicht selbstverständlich, wie Doris Stöckli dem Rüsstüfeli nach dem Vortrag verriet. «Es gibt im Aargau Altstädte, die Mühe haben, mit ihren Anlässen genügend Publikum anzulocken», wusste sie. Diese Aussage könnte vielleicht gar diejenigen Bewohner etwas beruhigen, welchen vor ihrer Altstadtwohnung manchmal zu viel los ist. Denn wenn die Alternative Leere und Stille bedeutet, wird auch kritisch eingestellten Einwohnern ein Teil Lebensqualität genommen – es sei denn, sie suchen genau diese Werte.
scheint im Frühlingsputz-Fieber zu sein – und das ziemlich charmant, findet das Rüsstüfeli. Im Städtli wird nicht nur gewischt, sondern vor allem getauscht, gefeilscht und weitergegeben. Schon letztes Wochenende zeigten Tauschmarkt und Velobörse: Was zu Hause Staub ansetzt, kann andernorts für glänzende Augen sorgen. Dieses Wochenende geht’s in die nächste Runde – jetzt ist der Kleiderschrank an der Reihe. Flohmarkt, Kinderkleider- und Spielzeugbörse sowie die Kleidertauschbörse «Walk-in Closet» im Zeughaussaal laden zum Stöbern, Weggeben und neues Kaufen ein. Überall wird geräumt, entdeckt und neu kombiniert. Somit ist klar: Der Frühling darf kommen. --rwi/sab
