RÜSSTÜFELI
27.03.2026 Bremgarten, KolumneEtwas frisch war es am Dienstagmorgen im Standortkafi im Hexenturm. Die meisten Anwesenden hatten damit gerechnet – und waren entsprechend dick eingepackt. Trotzdem musste sich Citymanager Ralph Nikolaiski rechtfertigen, als er den in der warmen Jahreszeit für ...
Etwas frisch war es am Dienstagmorgen im Standortkafi im Hexenturm. Die meisten Anwesenden hatten damit gerechnet – und waren entsprechend dick eingepackt. Trotzdem musste sich Citymanager Ralph Nikolaiski rechtfertigen, als er den in der warmen Jahreszeit für Anlasse beliebten Turm mietete. «Die Kälte ist kein Problem», habe er erklärt. «Dann bleiben die Gäste auch nicht so lange», schmunzelte er. Wobei viele nach dem Standortkafi noch Termine hatten – und entsprechend sowieso bald gehen mussten.
Die Gewerbler kamen am Dienstagmorgen auch in den Genuss einer sehr kurzen Führung durch den Hexenturm. Ralph Nikolaiski buchte diese, weil er bei einigen Anmeldungen Reaktionen wie «Oh cool, da war ich noch nie drin» oder «Oh toll, da war ich schon lange nicht mehr drin» hörte. Stadtführerin Luzia Mühlemann nutzte ihre noch verbleibenden 10 bis 15 Minuten, um das Allerwichtigste über den Turm zu erzählen. So ist der heutige Hexenturm 39 Meter hoch und wurde durch die Habsburger gebaut. Die älteste bekannte Erwähnung stammt von 1415. Er gehörte zur Stadtbefestigung und stand neben dem Himmelrychtor. Er hiess deshalb auch einst Himmelrychturm. Überliefert sind 13 Hexen, die in diesem Turm eingesperrt waren und gefoltert wurden. Das führte schliesslisch zum heutigen Namen. Erstaunen löste auch aus, aus welcher Höhe die Gefangenen einst an einem Seil in den Kerker heruntergelassen wurden.
Ralph Nikolaiski wies auf ein Gastroverzeichnis hin, das er laufend aktuell hält und deshalb auf der Website der Stadt heruntergeladen werden kann. Rund 40 Gastrobetriebe sind aufgeführt. «Bewusst habe ich den McDonald’s und verschiedene Kleinstimbisse auf die Liste genommen», erklärte der Citymanager anlässlich des Standortkafis. Er betonte: «Auch die kleinen Imbisse bieten teilweise sehr gute Speisen.»
Eine weitere von ihm geführte und aktuell gehaltene Liste ist das Unterkünfte-Verzeichnis. Darauf sind vom Bed & Breakfast mit zwei Zimmern bis zum Hotel Stalden in Berikon mit 40 Zimmern und dem Hotel Villmergen mit 57 Zimmern Unterkünfte verschiedener Grössen aufgezeichnet. Aber auch auf die Campingplätze der Umgebung wird hingewiesen.
In der neuen Legislatur des Regionalplanungsverbands Mutschellen-Reusstal-Kelleramt weht ein frischer Wind. Bei der Vorstellungsrunde der Gemeinderäte zeigte sich eine verblüffende Einigkeit: Das liebste Hobby ist «Gutes Essen und Trinken». Wobei beim Trinken nicht unbedingt die Rede von Mineralwasser war. Aus Jugendschutzgründen verzichtet das Rüsstüfeli darauf, «auszudeutschen», was genau gemeint war. Das überlässt es der Fantasie.
Immerhin wurden aber noch andere gemeinsame Interessen gefunden. Das Nachgehen von Hobbys sei für viele seit Amtsantritt jedoch schwieriger geworden. Da bekommt die Bezeichnung «Gutes Essen» als Freizeitbeschäftigung gleich eine andere Bedeutung. Zwischen endlosen Sitzungen und Terminen bleibt oft nur Zeit für ein Sandwich oder eben für einen Apéro. Gut, wenigstens kann dabei dem Hobby «Trinken» gefrönt werden. Na dann: «Prost!» --rwi/sab
