RÜSSTÜFELI
13.02.2026 Bremgarten, KolumneDie Bremgarter Fasnachtsverantwortlichen haben sich im Hinblick auf die diesjährige Narrenzeit bekanntlich strukturell angepasst. Man hat einen Dachverein zur Organisation gegründet. Entsprechend viel Administratives hatten die Verantwortlichen im Vorfeld noch zusätzlich zu den ...
Die Bremgarter Fasnachtsverantwortlichen haben sich im Hinblick auf die diesjährige Narrenzeit bekanntlich strukturell angepasst. Man hat einen Dachverein zur Organisation gegründet. Entsprechend viel Administratives hatten die Verantwortlichen im Vorfeld noch zusätzlich zu den üblichen Vorbereitungen und Ämtli zu erledigen. Da wäre es verständlich, wenn in dieser Fülle auch das eine oder andere unterginge. Das Rüsstüfeli hegte bei einem Blick in den Himmel in den letzten Tagen ja schon die Befürchtung, dass im Tohuwabohu das Wichtigste überhaupt vor Bremgarter Grossanlässen versäumt worden war. Doch offensichtlich war Nepomuk gerade noch rechtzeitig zur Fasnachtseröffnung bestochen worden. Die «Chesslete» jedenfalls durfte ohne Beeinträchtigung von oben ihr Lärmprogramm abspulen. Bei einem Blick auf die Wetterprognosen scheint es aber fraglich, ob der Betrag auch genügend gross für die ganze Fasnacht gewesen ist. Vielleicht wäre es klug, zur Vorsicht nochmals ein paar Batzen für den Brückenheiligen springen zu lassen.
Das Rüsstüfeli beschäftigte sich kürzlich ja auch mit einem prominenten Wechsel an der Spitze einer anderen Bremgarter Fasnachtsinstitution. Bei der «Schpitelturm-Clique» tritt Neo-Stadtrat Sandro Schmid als Stubenmeister ab (vgl. Zeitung vom Dienstag). Das Schreiben über den Bremgarter Männerfasnachtsbund macht das Tüfeli indes regelmässig stigelisinnig. Sieht doch das «Spittel» auf Mundart mit einem «T» in seinen Augen dermassen kreuzfalsch aus, dass es solcherlei fast nicht über seine tippenden Fingerchen bringt. Anstelle des neu zu wählenden Stubenmeisters würde es daher als Erstes dringend eine Namensanpassung anregen. Wobei ... Vielleicht ist ja gerade das besonders fasnächtlich – dass man die lokale schreibende Zunft schon mit dem Namen zum Wahnsinn treibt.
Als Korrespondent für ganz Europa ist man ein viel beschäftigter Mann und im digitalen Zeitalter mehrgleisig unterwegs. So meldeten sich während des Videocalls mit dem Rüsstüfeli diverse Exponenten auf anderen elektronischen Geräten. Besonders hartnäckig dabei das «Echo der Zeit» – wobei Urs Kaufmann ganz nach dem Geschmack des Tüfeli reagierte. Er klickte den Nebenbuhler ganz einfach weg mit den Worten: «Wenn ich mit Bremgarten rede, dann hat sich niemand vorzudrängen.» Eine Einstellung, die durchaus Schule machen dürfte – auch auf anderem Parkett.
Ebenjener Kaufmann liest pro Tag bis zu 18 Tageszeitungen (siehe Antwort 4 beim Umblättern). Beim Rüsstüfeli begann angesichts dieser Auskunft unweigerlich das Kopfkino zu rattern. Vor seinem geistigen Auge stellte es sich den allmorgendlichen Gang des Zeitungholens vor. Ein Leiterwägeli zum Transport ist wohl das Mindeste, das man dabeihaben sollte. Auch der verantwortliche Briefträger kann einem leidtun. Und wie kommt wohl der Korrespondenten-Briefkasten daher? Ein handelsübliches Schweizer Exemplar dürfte jedenfalls selbst mit Milchkasten schwerlich reichen für diese tägliche Fülle. Auch den Umfang des Altpapierbündelns nach der Monatslektüre kann sich das Tüfeli kaum ausmalen. Während des Interviews musste es sich indes selbst dazu mahnen, all diese Fragen im Zaum zu halten. Schliesslich gab es Wichtigeres zu besprechen.
Marco Huwyler
