RÜSSTÜFELI
06.02.2026 Bremgarten, KolumneBremgarten beschäftigt sich in diesen Tagen intensiv mit Pizza. Zumindest in der vom Stadtammann geführten Social-Media-Gruppe. Dabei geht es nicht bloss um das umfangreiche Angebot, das in diesen Tagen zum Bedauern einiger um einen der zahlreichen Bewerber ärmer wurde, – ...
Bremgarten beschäftigt sich in diesen Tagen intensiv mit Pizza. Zumindest in der vom Stadtammann geführten Social-Media-Gruppe. Dabei geht es nicht bloss um das umfangreiche Angebot, das in diesen Tagen zum Bedauern einiger um einen der zahlreichen Bewerber ärmer wurde, – man debattiert vor allem auch eifrig über Entsorgungsfragen. Die städtische Entsorgungsstelle nimmt nämlich angeblich keine Pizzakartons mehr an, was einige empört. Andere verstehen die Aufregung nicht und verweisen auf die normale Kartonsammlung. Doch dorthin gehören Pizzaschachteln erst recht nicht, wie wieder andere monieren. Sogar der Vizeammann persönlich fühlte sich bemüssigt, dies öffentlich ein für alle Mal klarzustellen. Womit das Städtli nach dem Ende des Unterflurcontainer-Dramas auch im neuen Jahr bereits seine erste hochemotionale Abfall-Debatte erlebt. Man beschäftigt sich in Bremgarten ganz offensichtlich einfach ziemlich gerne mit Müllfragen.
Der Bremgarter Verein des Berichtes links neben diesen Zeilen erinnert das Rüsstüfeli ja immer ziemlich stark an Fussball. Obwohl die Gründerinnen bekräftigen, daran bei der Namenssuche in keinem Moment gedacht zu haben, ist die Ähnlichkeit zur weltberühmten Hymne «You’ll never walk alone» nicht von der Hand zu weisen. Wobei die Fussballclubs, die sich die Worte jenes Liedes auf die Fahne schreiben, anders als der Bremgarter Verein keinesfalls auf so etwas wie Flohmarkt-Spendengelder angewiesen sind. So hatte doch beispielsweise der Liverpool FC – der wohl berühmteste unter den «Never walk alone»-Trällerern – alleine im letzten Sommer über 500 Millionen Franken für neue Kicker auf der hohen Kante. Man stelle sich mal vor, wie vielen Jugendlichen damit hätte geholfen werden können …
Vor ein paar Jahren hat Susanne Brem den grossen Schritt gewagt und ihr jahrzehntelanges Hobby zum Beruf gemacht (vgl. Ausgabe dieser Zeitung vom Dienstag). Die 58-Jährige ist jetzt hauptberufliche Künstlerin. Wobei das nur teilweise stimmt. Denn auf ihren Malreisen quer durch Europa, die ihre Schülerinnen und Schüler mehrmals jährlich buchen können, ist Brem nicht in erster Linie als Künstlerin, sondern als Organisatorin, Reiseleiterin, Touristenführerin, Animatorin und Psychologin in Personalunion gefragt. Verständlich, dass die Bremgarter Malerin nach solchen Trips trotz akribischer Vorbereitung jeweils ziemlich fix und fertig ist. Und dennoch möchte sie jenen Teil ihres neuen Berufes um nichts in der Welt missen.
Das Rüsstüfeli ist es sich mittlerweile gewohnt, über Restaurant-Pächterwechsel zu schreiben im Städtli. Dabei hat es jeweils reichlich Déjà-vu-Gefühle. Stets wird von neuen, überzeugenden Konzepten gesprochen. Auch erschwinglich soll es stets sein für die einfache Bevölkerung. Doch ob solche Frohlockungen dann tatsächlich umgesetzt werden und der Preis auch im Realitätscheck moderat daherkommt, zeigt sich erst nach der Eröffnung. Und der ergibt oft das Fazit «zu früh gefreut». Das Tüfeli hofft deshalb inständig, dass beim neuen/alten «Kreuz» diesmal tatsächlich ein überzeugender Gastroplan dahintersteht, der den gemeinen Bremgarter überzeugt. Und freut sich darauf, das nächste optimistische Wirteteam in Bälde kennenzulernen.
Marco Huwyler
