RÜSSTÜFELI
16.01.2026 Bremgarten, KolumneZu Wochenbeginn wagte das Rüsstüfeli am Obertorplatz in seiner Funktion als Reporter ausnahmsweise einen verbotenen Blick in die Damentoilette. Gwundrig, ob es dort wohl auch so grauenhaft aussieht wie im Herren-Pendant auf der anderen Seite (vgl. Berichterstattung vom Dienstag). ...
Zu Wochenbeginn wagte das Rüsstüfeli am Obertorplatz in seiner Funktion als Reporter ausnahmsweise einen verbotenen Blick in die Damentoilette. Gwundrig, ob es dort wohl auch so grauenhaft aussieht wie im Herren-Pendant auf der anderen Seite (vgl. Berichterstattung vom Dienstag). Doch weit gefehlt. Schmierereien sucht man auf Frauenseite vergebens. Bloss die Eingangstür von aussen ist mit halbschlauen Stickern verklebt. Das zeigt dem Tüfeli zweierlei. Erstens, dass es wie üblich mal wieder die Männer sind, welche die grossen und kleinen Schweinereien auf diesem Planeten zu verantworten haben. Zweitens aber auch, dass die Täter doch einen gewissen Restanstand bewahrt haben. Immerhin schrecken sie davor zurück, ihr vandalisches Unwesen auch am intimen stillen Örtchen des anderen Geschlechts zu treiben. Vielleicht ist ja für deren Charakter doch noch nicht Hopfen und Malz verloren.
Der Austausch mit dem kantonalen Sozialdienst für die Berichterstattung links war ein angenehmer, auch wenn es wie üblich beim Kanton nur über ein paar
Ecken ging. Doch im Rechnen scheinen sie dort keine grossen Leuchten zu sein. Zumindest beim Sozialdienst und der Kommunikationsabteilung nicht. So teilte man dem Rüsstüfeli mit, dass die Kapazitäten der Asylunterkunft nur zu drei Vierteln ausgeschöpft werden – was bei einer Maximalzahl von 120 Unterbringungen dem Äquivalent von 100 entspreche. Bleibt zu hoffen, dass man so nicht kalkuliert, wenn es dann an die tatsächliche Einrichtung und Belegung geht. Fehlende Betten und dergleichen sind schliesslich das Letzte, was man den bemitleidenswerten Individuen wünschen würde, die alsbald hier einquartiert werden.
«Die unterstädtische Anwohnergruppe hat mal wieder an alles gedacht», dachte sich das Rüsstüfeli seinerseits, als es vor dem Termin (für die Berichterstattung beim Umblättern) beim Unterflurcontainer die Anwesenden schon von Weitem erspähte. Nicht bloss, dass sie zum Gespräch mit dem Tüfeli trotz frostiger Temperaturen gleich zu siebt erschienen waren – auch einen Abfallsack schienen sie mitgebracht zu haben, um die Thematik für das Foto passend zu illustrieren. Doch wie sich herausstellte, stammte der Müllsack nicht von den Gekommenen. Es handelte sich um illegal entsorgten Unrat, der bereits zuvor neben den UFC entsorgt worden war. Schade, dass die an sich praktische Sammelstelle auch für derlei missbraucht wird.
Seit zwei Wochen ist nicht nur ein angepasstes Abfall-, sondern auch ein neues Gassenreglement in Kraft. Doch anders als im Falle des Unrats in der Unterstadt – welcher nun von der Müllabfuhr wieder geräuschvoll ab den frühen Morgenstunden in den engen Gässchen abgeholt wird – ist für den gemeinen Bremgarter im Alltag noch nicht allzu viel von den Änderungen der Vorschriften bezüglich Wirten zu sehen. Kein Wunder – die klirrende Kälte der letzten Tage lud auch nicht gerade zum Draussen-Höckeln ein, was theoretisch im Gegensatz zu früher ab sofort auch in den Wintermonaten erlaubt wäre. Fast schon lustig eigentlich, dass man sich in der Vergangenheit dazu bemüssigt fühlte, solcherlei zu verbieten.
Marco Huwyler
