RÜSSTÜFELI
31.10.2025 Bremgarten, KolumneEin Schreiberling dieser Zeitung war am Sonntag mit Nachwuchs am Markt der Vielfalt. Und weil dieser das weitläufige Marktgelände irgendwann aus Erschöpfungsgründen nicht mehr selbst unter die Füsse nehmen mochte, beschloss der Besagte, die Kleine halt auf die ...
Ein Schreiberling dieser Zeitung war am Sonntag mit Nachwuchs am Markt der Vielfalt. Und weil dieser das weitläufige Marktgelände irgendwann aus Erschöpfungsgründen nicht mehr selbst unter die Füsse nehmen mochte, beschloss der Besagte, die Kleine halt auf die Schultern zu nehmen. Eine Herausforderung freilich, wenn man gleichzeitig berufsbedingt noch fotografieren soll und durch die Menschenmassen navigieren muss. Und so geschah auch prompt ein Malheur. Denn während der gute Mann alleine locker unter einer Markise durchgepasst hätte, galt das nicht inklusive geschultertem Mädchen – das sich so prompt bös den Kopf anschlug.
Sie nahm es indes tapfer hin und verzog kaum eine Miene – doch wie es der Zufall wollte, hatte auch eine Stadträtin die Szene beobachtet – und drohte scherzhaft, dass sie solches also der Zeitung melden würde. Nötig wär dies nicht einmal gewesen – denn das Rüsstüfeli hat seine Augen und Ohren überall. Und selbstredend hat es seine teuflische Freude daran, den Vorfall hiermit publik zu machen.
Es gab eine Zeit, da hatte der Bremgarter Wein nicht eben den besten Ruf. Dies hat sich freilich in den letzten Jahren gewandelt. Mit viel Hingabe und Effort haben die Verantwortlichen den Stadtberger in einen Spitzentropfen verwandelt, der von der Stadt bei zahlreichen Gelegenheiten stolz als Präsent überreicht wird. So hatte denn auch Bremgartens abtretender Stadtammann bei seiner letzten Versammlung der Gemeindeammännervereinigung fünf solche Flaschen dabei, die er den ausser ihm zu verabschiedenden Ammännern überreichte. Als Präsident der Vereinigung wurde er aber selbstredend auch seinerseits verabschiedet. Und auch Arsène Perroud bediente sich der edlen Tropfen. Gleich ein ganzes kleines Paket voller Flaschen gab es vom Wohler Ammann für den langjährigen Präsidenten bei dessen letztem Auftritt. «Sie sind allerdings nicht aus Wohlen», bemerkte Perroud. «Zum guten Glück nicht!», johlte es daraufhin lautstark aus dem belustigten Rund. Der Wohler Wein scheint zumindest unter den Gemeindeammännern also einen ähnlichen Ruf zu geniessen wie einst der Bremgarter.
Für Verspätungen im Bahnbetrieb sorgte am Dienstagabend um 17 Uhr ein Hund auf der Eisenbahnbrücke über die Reuss. Die Bahn musste deshalb jemanden aufbieten, der den Hund vor sich her vom Obertor Richtung Isenlauf vorantrieb. Das Rüsstüfeli war zufälligerweise in diesem Zug und erlebte, wie die Bahn ganz langsam über die Brücke dem Hund nachfuhr. Wer dadurch seinen Anschluss in Wohlen verpasste, konnte sich als kleiner Trost immerhin einmalig lange am wunderbaren Altstadtpanorama erfreuen.
Erst wenn Bushof und Zürcherstrasse realisiert sind, soll auch der Obertorplatz neu gestaltet werden. «Für was könnte er zukünftig genutzt werden?», fragte Stadtrat Stephan Troxler. An Ideen scheint es nicht zu mangeln, die Antworten kamen prompt. Von Parkplätzen, Begrünung über Begegnungszone, Springbrunnen oder Markthalle bis hin zu Bikepark waren die Wünsche weit gespannt. Ein Vorschlag traf wohl am meisten den Geschmack vieler Männer im Saal, so auch Stephan Troxlers, und dieser wäre: Biergarten. Na dann wünscht das Rüsstüfeli «Prost»! --huy/rwi/sab
